Wilken Engelbracht, FC St. Pauli & Ex-VC – Ein Kader ist wie ein VC-Portfolio
Inhalt der Episode
Wilken Engelbracht hat zweimal im Venture Capital und zweimal im Profifußball gearbeitet: erst VC, dann Finanzvorstand beim VfL Bochum, dann Mitgründer des 300-Millionen-Fonds Cusp Capital, heute kaufmännischer Geschäftsführer des FC St. Pauli. Mit Iskender zieht er die Parallele, die kaum jemand so zieht: Ein Fußballkader ist ein VC-Portfolio, ein Sportgeschäftsführer ein Investment Manager, der jedes Jahr neu entscheidet, in welche Talente er sein Geld setzt.
Für Gründer wird es da konkret: Wie erkennt man die eigene Marktmacht, wie funktioniert FOMO am Deadline Day, und warum gewinnt am Ende oft die stärkere Marke – im Transfer wie in der Finanzierungsrunde. Engelbracht überträgt das Verhandeln aus der Fußballwelt direkt auf den Cap Table.
Dazu der Blick hinter die Kulissen des Geschäfts Fußball: Wie ein Transfer wirklich verhandelt wird, wenn die Tür zugeht und nur der Berater am Tisch sitzt. Wie ein Spieler bewertet wird, wenn es keine harten Zahlen gibt – über Comparables und Transfermarkt.de als Crunchbase des Fußballs. Warum Berater 10 Prozent kassieren, wie Handgelder und Weiterverkaufsbeteiligungen funktionieren, und was Sunk Costs anrichten, wenn das Preisschild eines geplatzten Rekordtransfers an einem 21-Jährigen hängt.
💰 Iskender ist Advisor für Fundraising, Exit und Executive Branding. Mehr auf id.vc.
DEALMACHER entsteht in Partnerschaft mit PXR – der Kanzlei hinter vielen der größten Tech Deals in DACH. Intro zum Gründer Peter Möllmann über Iskender.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.
Über den DEALMACHER Podcast
Der Podcast über den Fluss von Kapital – wer es bekommt, bewegt und vermehrt.
CEO-Advisor und Venture-Capital-Investor Iskender Dirik trifft die Menschen hinter den großen Deals im deutschsprachigen Raum – die Dealmacher.
Zu Gast sind Investoren aus Venture Capital und Private Equity, Gründer, CEOs und Aufsichtsräte – und die Berater an ihrer Seite. Alle saßen am Tisch, als es um viel Kapital ging.
Es geht um Fundraising, M&A, Exits und die Strukturierung komplexer Transaktionen. Und um das, was vor der Pressemitteilung passiert.
Für alle, die selbst Deals machen und wissen wollen, wie andere Dealmacher entscheiden.
Transkript der Episode
Iskender Dirik: Ich bin Iskender Dirik, CEO-Berater und Investor. DEALMACHER ist für Gründer, Investoren und Entscheider, die verstehen wollen, wie die großen Deals wirklich funktionieren – Fundraising, M&A, Private Equity … und die Menschen dahinter. Wilken, ist ein Fußballverein mit nem VC-Fonds vergleichbar, weil du kaufst ein Talent, baust ein Portfolio von Talenten, kaufst Talente ein, entwickelst sie weiter und verkaufst sie dann zu einem möglichst hohen Preis weiter. Ist das vergleichbar?
Wilken Engelbracht: Ich hoffe es, weil ansonsten bin ich wahrscheinlich heute im Podcast hier am falschen Ort. Oh, und wir werden heute gemeinsam, glaube ich mal, schauen, ob es da Parallelen gibt und spannende Dinge, die man daraus lernen kann. Ähm, ich bin mir recht sicher. Es sind auf der einen Seite sehr unterschiedliche Welten, aber sie treffen sich an einem Punkt und du hast ihn gerade erwähnt, letztendlich bei den richtigen Investitionsentscheidungen.
Iskender Dirik: Darüber würde ich gerne mit dir sprechen und über viele weitere Parallelen zwischen der VC und Fußballwelt, was man von der Fußballwelt lernen kann, wie Deal Making in der Fußballwelt funktioniert und vielleicht kannst du uns ja auch zu der einen oder anderen Transferverhandlung mitnehmen. Wilken Engelbracht, mein Gast heute. Du warst VC, bist dann Finanzvorstand beim VfL Bochum geworden, bist dann wieder VC geworden und hast den 300-Millionen-Fonds Cusp Capital mitgegründet, um dann wieder ins Fußballgeschäft zu gehen als Kaufmännischer Geschäftsführer des FC St. Pauli. Und du bist auch gerade vom Millerntor rübergekommen hier an den Jungfernsteig. Vielen Dank, dass du da bist.
Wilken Engelbracht: Danke, dass ich kommen darf.
Iskender Dirik: und du hast was mitgebracht, einen persönlichen Gegenstand.
Wilken Engelbracht: Den habe ich mitgebracht.
Iskender Dirik: Magst du mal kurz beschreiben, was es ist? Auflösen werden wir später.
Wilken Engelbracht: Soll ich ihn dort stehen lassen, wo er steht?
Iskender Dirik: Lass ihn mal stehen, wo er steht.
Wilken Engelbracht: Was dort steht, ich hoffe, ihr könnt es gut sehen, ist ähm ich will nicht sagen der einzige Tombstone im Profifußball, aber wahrscheinlich einer der ganz ganz wenigen. Für die, die das Wort nicht kennen, was ist ein Tombstone? Ein Tombstone ist immer ein wunderschönes Plexiglasgebilde, was man bekommt, wenn man einen Deal gemacht hat, also eine Transaktion gemacht hat. Klassischerweise kommt sowas natürlich beispielsweise aus dem Venture Capital für letztendlich erfolgreich verkauft Unternehmen oder Unternehmen, die an die Börse gegangen sind. Hier treffen sich zwei Welten, das Transaktion, die relativ einzigartig im Fußball ist. Da haben unsere Fans beim FC... St. Pauli über eine die erste Fußballgenossenschaft im Fußball, die Mehrheit am legendären Millerntor-Stadion erworben und dafür ist dies ein Tombstone und da sprechen wir sicherlich nachher auch noch mal kurz drüber. Und das bringt so ein bisschen meine zwei Welten, diese Schizophrenie zwischen Venture Capital und äh Profifußball im gleichen Lebenslauf, glaube ich ganz schön als Objekt auf einen Punkt.
Iskender Dirik: Lass uns mit der Schizophrenie anfangen. Zweimal VC, zweimal zweimal Fußball. Wechsel zwischen Kapitalmarkt und und Kabine. Wie kam es dazu? Was hat dich vom von der VC-Welt in die Fußballwelt getrieben?
Wilken Engelbracht: Das war ein Weg über Umwege. Ähm, ich habe ganz ursprünglich nach dem Studium bei einem US-Fonds, in München angefangen. War dann viele, viele Jahre bei Bertelsmann, bei dem Medienkonzern. Und Bertelsmann hatte damals schon, das wissen viele gar nicht, die waren Eigentümer von FC Bordeaux. Und FC Bordeaux war damals Champions League, war einer der großen, der mit der große französische Verein. Damals mit mit Marseille, da gab es ja PSG, der war noch gar nicht. Mittlerweile ist glaube ich Bordeaux in der vierten Liga, deswegen versucht auch Olli Kahn das Ding gerade zu kaufen und wieder zur neuen Größe zu bringen. Und ähm ich habe damals schon gedacht, irgendwie spannend komme ich da irgendwie rein, aber Frankreich und so weiter und so weiter war weit weg und deswegen war das nicht der der nächste Schritt. Habe mich dann entschieden nach zehn Jahren Bertelsmann mich eigentlich selbstständig zu machen und bin dann zu Project A und habe da mit Project A mit dem Uwe Horstmann damals ein Startup initial aufgebaut. Contorion hieß das nachher und wir haben damals das ganze Geschäftsmodell entwickelt Marktplatz. Und kurz bevor ich eigentlich mit Uwe dieses Ding mit einem ganzen Team operativ letztendlich starten wollte, bekam ich einen ungewöhnlichen Anruf vom VfL Bochum. Und ich bin, ich komme aus dem Ruhrpott, das heißt, das war mein Heimatverein und er sagte, Herr Engelbracht, können Sie sich vorstellen, Finanzvorstand vom VfL Bochum zu werden? Und das war ziemlich überraschend für mich und ich saß dazwischen in den Stühlen, wollte eigentlich die Kollegen bei Project A nicht enttäuschen. Auf der anderen Seite schlug mein Herz immer lauter. Und damals war ja auch noch beim VfL Bochum, da war der Trainer, der ein oder andere mag ihn kennen, Peter, der große Peter Neururer, also eine Lichtgestalt für alle, die den Ruhrgebietsfußball lieben. Und dann saß ich irgendwann da und sagte irgendwann, was mache ich jetzt? und habe mir dann überlegt, pass mal auf, Wilken, wenn du noch mal irgendwann, ja, ich sag mal so ein bisschen plakativ gesprochen, am Lagerfeuer deinen Enkelkindern wirklich coole Anekdoten erzählen möchtest, dann musst du diesen Job erst machen. Und so bin ich über Umwege zum Profifußball gekommen.
Iskender Dirik: Nun muss man sagen, Contorion war danach nicht ganz unerfolgreich. das war ein schöner ich war investiert und war an Bord, ja.
Wilken Engelbracht: Wahrscheinlich ist der Deal deswegen erfolgreich geworden, weil ich frühzeitig raus bin und der Uwe schmiert mir das heute immer noch aufs Brot drauf, aber so Entscheidet man sich eher für das Herz als für die Geldbörse. Aber ich habe mich unglaublich gefreut, dass das Thema zum Erfolg geworden ist. Man wird ja im Fußball mit Geld überschüttet. Ja, genau. Jedenfalls die Berater, mit denen wir gleich noch sprechen.
Iskender Dirik: Sehr gut. Fußball und VC sind das denn zwei komplett unterschiedliche Welten oder lassen sich Strategien von der einen Welt in die andere übertragen?
Wilken Engelbracht: Als du mich angerufen hast, habe ich mir natürlich genau die Frage auch gestellt. Heute geht's ja nicht rein um den Fußball, sondern es geht ja genau darum, was kann ich auch für deine Zuhörer und Zuhörerinnen vom Fußball vielleicht ableiten. Ähm auch vielleicht für für Startupsituationen, für Gründer. Auf den ersten Blick erstmal komplett verschiedene Welten. Da ist das Startup-Geschäft, da geht's um neue Geschäftsmodelle, da geht's um neue Technologien, da geht's um die Zukunft. Der Fußball auf der anderen Seite ist ja im Prinzip ein Geschäftsmodell, was es seit vielen vielen Jahrzehnten genauso gegeben hat. natürlich hat sich der Fußball wahnsinnig weiterentwickelt, was die Zahlen betrifft, was auch vielleicht gewisse Herangehensweisen betrifft, aber das Geschäftsmodell des Fußballs, die Umsatzquellen, was weiß ich, vom Ticketing über Medieneinnahmen über Sponsorships über Merchandising und so weiter und so fort. Spielertransferrichte, das ist ja gleich geblieben. Ähm trotzdem gibt es eine Parallele und ich glaube, du hast das ganz am Anfang angesprochen. Beide treffen sehr regelmäßig wichtige Investitionsentscheidungen. Und ich meine nicht das, was bei vielen Fans natürlich sehr kritisch gesehen wird, dass Investoren in Vereine investieren, sondern einfach die Investitionsentscheidung, die Vereine regelmäßig treffen. Im Prinzip ist ein Fußballverein in dem wichtigen Bereich Kader, also Spielerkader, ein Investor, der jedes Jahr immer wieder letztendlich die Chips neu, ja, neu auf die Chips setzt, der sich überlegt, wo investiere ich mein Geld in dieser Transferperiode, in welche Transferrechte, in welche Spielerverträge. Und der Fußballverein möchte natürlich diesen Kaderwert, nennen wir das auch Kadermanagement, diesen Kaderwert steigern. Genau so ein Portfolio wie ein Investor, ein VC-Investor, der sagt, pass mal auf, ich habe halt ein, das kennt jeder, ein VC-Portfolio, wo ich auch letztendlich auf verschiedene Themen setze. Und da gibt es eine große Parallele, Doing, wie gehe ich daran und wie verhandle ich solche Themen Was hat das gerade im Fußball für eine Konsequenz, wo ich sehr, sehr viel regelmäßig verhandle und deswegen im Fußball wird ja so ein Kader zu einem guten Teil jedes Jahr neu verhandelt, ob das bestehende Verträge sind, ob das neue Verträge sind und da lässt sich glaube ich schon durchaus das ein oder andere ableiten. Ich hoffe es.
Iskender Dirik: Was ist denn schwieriger, so ein Portfolio an Gründern und Startups zu managen oder Spieler?
Wilken Engelbracht: Also ich glaube, du hast zwei Herausforderungen im Fußball, die die auch anders sind als bei einem Venture Capital Fund. Und die eine Herausforderung ist, und das ist gar keine Kritik an Sportgeschäftsführern oder Sportdirektoren, das ist ein bisschen historisch gewachsen. In einem Fußballverein, man muss sich das ja so vorstellen von den Zahlen her, du hast ja eine Personalquote, ich meine mein Aussprache kann die sehr ungesund sein, da ist die zum Teil, was weiß ich, deutlich über 50 % vom Gesamtumsatz, aber lasst es mal so im Schnitt vielleicht, was weiß ich, 45, 50 %, wie auch immer sein, vielleicht im deutschen Fußball. Mal höher, mal weniger hoch. Das heißt, ein Großteil von dem, was du an Gesamteinkommen im Jahr hast, also Gesamtumsatz hin oder als Aufwand, letztendlich auch mal Dinge aufwenden kannst, fließt ja in diese sportlichen Investitionsentscheidungen rein. Natürlich auch zum Teil Gehälter vom Bestandskader, aber natürlich auch Ablösezahlungen usw. Faktisch ist es aber im Fußball so und da geht's ja zum Teil um richtig viel Geld, dass du im Prinzip einen Investment Manager hast. Dieser Sportgeschäftsführer. Also erstmal so als Analogie. Natürlich hat ein Sportgeschäftsführer oder Sportvorstand, wie immer er heißt, hat er auch seine Scouts und berät sich auch mit denen und so weiter, aber klassisch ist dieses ganze Investitionsmodell im Fußball auf eine Person zugeschnitten, die letztendlich im Kern diese Entscheidung trifft. Und ich glaube, die, die, und nochmal, das ist keine Kritik an Sportgeschäftsführern, natürlich übernehmen die diese Verantwortung gerne, aber ich glaube, in Zukunft erfolgreiche Fußballvereine müssen da auch von Venture Capital Fonds lernen und ich sag mal, diese Entscheidung ein bisschen auf breitere Beine oder zumindest vom Prozess her transparenter machen. weil was du natürlich hast, ist eine unglaubliche Abhängigkeit im Fußball von diesen einzelnen Personen. Funktionieren sie sehr gut und werden abgekauft, verlierst du diesen Investmentmanager. Funktionieren sie gar nicht gut und du willst sie loswerden in Anführungsstrichen, bist du auch relativ nackt. Das heißt Erfolgreiche Vereine heute und ich will da jetzt gar nicht so sehr ins Detail reingehen, müssen aber eigentlich genauso ein Deal Management machen, wie es ein ein VC-Fonds macht. Transparent Metriken zu haben, warum nehme ich einen Spieler auf der Position, zu welchen Konditionen, was sind die KPIs, die dieser Spieler braucht und so weiter und so fort. Um wirklich den Prozess transparent, konstant im Unternehmen zu bewahren, im Verein zu bewahren und sich nicht abhängig zu machen von einem einzelnen Manager. Das ist, glaube ich, ein ganz großer Unterschied, den du in beiden Bereichen hast.
Iskender Dirik: Wie rational funktioniert die Realität? Jetzt bist du aus einer sehr analytischen Welt gekommen in eine Fußballwelt. War das schwierig am Anfang oder hast du dich da von Anfang an wohlgefühlt?
Wilken Engelbracht: Ich hatte das Glück beim VfL Bochum, das war ja meine erste Station, da habe ich wirklich von dem Geschäft null Ahnung gehabt. Also da kannte ich, sage ich mal, das aktuelle Sportstudio und die Kicker und sonst was. Aber ich hatte einen Sportgeschäftsführer und das ist ein bisschen eine Kulturfrage, der immer sehr froh war, den Kaufmann an seiner Seite zu haben. Das heißt beim VfL Bochum war es so, dass ich fast jeden Transfer mitverhandelt habe Metriken und die Logik von Transferverträgen, von Spielerverträgen mitlernen durfte. Und das hat es mir sehr sehr leicht gemacht, weil es gibt auch Vereine, die haben eine andere Kultur. Ob das jetzt, wie gesagt, das ist gar nicht böse gemeint, aber die haben die Kultur, der Sport macht einfach die Sporttransfer ganz ganz alleine und wird einfach in Ruhe gelassen. Der kriegt ein Budget und wird in Ruhe gelassen. Ich hatte den Vorteil, dass ich das mitlernen konnte. Von daher war der, ich sag mal, das Onboarding für mich etwas sanfter, als es vielleicht bei anderen Vereinen hätte sein können.
Iskender Dirik: Wo sagst du, da unterscheiden sich beide Branchen aber ziemlich fundamental.
Wilken Engelbracht: Der Fußball und das Startup, das Venture Capital Geschäft. gibt natürlich offensichtlich wahnsinnig viele Punkte, wenn ich jetzt aber ich das wirklich mal versuche plakativ auf ein paar Punkte runterzubrechen. Ich meine, was du halt im Fußball hast und was den Fußball von allen Branchen, aber auch natürlich von der Startup Venture Capital Branche unterscheidet, ist, du hast im Fußball halt diese drei Faktoren, ne? Du hast, du hast Fans, du hast die Öffentlichkeit, die Medien. Die hast du natürlich auch im Venture Capital Bereich, aber in einer ganz anderen Form. Wir klären das gleich und du hast den Zufall. Und was diese drei zusammen machen, ist eine unglaubliche Emotion von außen, die im schlimmsten Fall zu Unruhe oder vielleicht sogar zu Chaos führen kann. Und manchmal haben die Medien auch Interesse daran, dass es eine gewisse Unruhe und Chaos gibt, weil das sind ja viel spannendere Stories als wenn immer alle irgendwie sich mögen und alles ganz ruhig und und besonnen ist. Nehmen wir mal einfach ganz kurz diese drei Punkte. Fans noch mal, wir wollen die Emotion der Fans haben, aber wenn du Mitgliederversammlung hast und das habe ich auch schon erlebt beim VfL Wolfsburg damals, da ging es um die Ausgliederung des Vereins, wo plötzlich, ich sag mal, auf Mitgliederversammlungen, ich sag mal, ganze chinesische Feuerwerke gezündet werden. Ja, also diese Emotionalität in einer in Anführungsstrichen Gesellschaftsversammlung gibt's wahrscheinlich relativ selten, dass ein Investor irgendwie anfängt wie Feuerwerkskörper irgendwie bei den Boardmitgliedern zu zünden. Der berühmte Zufall im Fußball, ähm mein Lieblingsbeispiel ist immer, wir sitzen ja hier in Hamburg, die HSV-Fans mögen es mir nachsehen, dass Europa-Pokal, ich glaube Halbfinale war es damals Werder Bremen gegen äh gegen den HSV legendäre Spiel Europapokal Halbfinale, diese zwei Nordmannschaften und dann kam dieses, Papierkugel auf den Platz, lenkte den Weg des Balls ab, es kam zum Eckball, lange Rede, kurzer Sinn, Werder Bremen gewann glaube ich damals 3:1. Das sind Dinge, die kannst du einfach diesen Zufall, der ist einfach im Fußball natürlich, wo ein Tor dann den Unterschied machen kann, der ist natürlich brutal und der kann Millionenauswirkungen haben. Und das dritte Thema Medien, Verein wie St. Pauli, selbst ein Verein wie VfL Bochum und dann musst du gar nicht zu Bayern München oder Dortmund gehen. Die haben ja dedizierte Journalisten, die nur sich um diesen Verein kümmern. das wäre so, als hättest du ein ein Startup, wo da stehen im Prinzip Journalisten, die nur die Aufgabe haben, über dich zu schreiben. Und diese Punkte und das ist die große Kunst im Fußball, neben dem Punkt, den ich gerade sagte, wie kriege ich dieses dieses Thema Investitionsentscheidung, wie kriege ich im Prinzip ein Investitionskomitee hin und mache mich nicht von einer Person abhängig und entlaste auch diese Person, ist dieses Thema, wie kriege ich Unruhe aus einem Verein raus. Eine große Aufgabe des Managements und auch der Gremien im Fußball ist es, Unruhe, die von außen kommt, Emotionen, die von außen kommen, die man zwar will im Fußball, aber die es nicht explodieren lassen soll, wie kriege ich die runtergekocht. Und das ist halt ganz ganz anders als in allen anderen Branchen, auch anders als im Startup-Geschäft.
Iskender Dirik: Was vielleicht nicht anders ist grundsätzlich ist, dass es sowohl im VC Geschäft, also es gibt VC Fonds, als auch Vereine, die haben eine stärkere Marke und welche, die haben eine nicht so starke Marke. Wie wirkt sich der Marktvorteil Marke aufs Geschäft aus?
Wilken Engelbracht: Ich finde, das ist brutal in beiden Branchen und das ist eine ganz große Parallele zwischen beiden Branchen. Ich will das mal Brand Power nennen. Fangen wir mal mit dem Fußball an, das ist so die leichte Analogie, die man sich leichter vorstellen kann. Es ist einfach so. Wenn Bayern München den gleichen Spieler haben möchte wie der FC St. Pauli. Nehmen wir an, es wird ein junger Spieler, ne? Und selbst in Bayern München, dem ein bisschen weniger Geld zahlt, dann geht er zu Bayern München. In den allerallermeisten Fällen.
Iskender Dirik: Selbst wenn die Aussichten zu spielen deutlich geringer sind.
Wilken Engelbracht: auch auch ich habe so oft Nachwuchsspieler gesehen, ähm auch damals beim VfL Bochum, tolle Nachwuchsspieler. Wir hatten einen Fall, äh da hat RB Leipzig damals angeklopft und hat gesagt, wir wollen ihn haben und sicherlich war die Wahrscheinlichkeit, dass er bei denen spielt, viel geringer als beim VfL Bochum. Er hat sich dann nachher durchgesetzt, trotzdem ist er dorthin gegangen. das sind ja Jungs, die den Traum haben, natürlich das größte Trikot zu tragen. Es gibt natürlich ganz wenige, die sagen, es ist halt mein Heimatverein, ich möchte dieses Trikot tragen. Und am Ende des Tages ist diese Brandpower ist dann enorm und zieht einfach die Spieler letztendlich zu diesem Verein. und im im Venture Capital ist meine Erfahrung, sind zwei Venture Capital Fonds, in denen ich gearbeitet habe, es ist doch ganz ganz ähnlich. Wenn Sequoia oder wenn Accel oder wenn Benchmark oder wer auch immer aus den USA oder aus London anrufen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Gründer zu diesen Fonds gehen, in vielen vielen Fällen sehr sehr hoch. Und es gibt diesen schönen, ich habe das glaube ich letztens auch gelesen, war irgendein Interview mit Marc Andreessen und der hat gesagt, ganz offen, ganz offen. Du nimmst den besten Dealmaker des Planeten, also derjenige, der der beste Deal Picker, der der am besten sagen kann, das Startup wird erfolgreich sein. Und du nimmst einen anderen Investor der den stärksten Brand im Rücken hat. Wer wird langfristig erfolgreich sein? Und Marc Andreessen hat gesagt, derjenige mit dem stärksten Brand im Rücken. Natürlich hat er das auch gesagt, weil sein Fonds stark gewesen ist und den Ansatz verfolgt, aber ich glaube da komplett dran. Und das ist eine ganz starke Parallele. Brand wins deals.
Iskender Dirik: Jetzt ist es ja so, also oft wird gegen die großen Marken im Early Stage Bereich dagegen geraten, das zu tun, weil es gibt ein großes, ein großes ist, dass die dich auch schneller fallen lassen. Wenn du jetzt die Metriken, die Anforderungen nicht erfüllst, dann sind die nicht mehr bereit eine Folgerunde zu finanzieren, was sehr negative Signale in den Markt sendet. Lass uns das mal kurz auf auf den Fußball anwenden. Ist es da nicht vielleicht sogar umgekehrt, dass es gut ist, wenn du zu nem FC Bayern München gehst oder zu nem Real, auch wenn eine Wahrscheinlichkeit gering ist, dass du spielst, weil du danach Alleine weil du vom FC Bayern kommst, mehr wert bist als vom FC St. Pauli, macht das Sinn?
Wilken Engelbracht: Das Schöne sowohl bei Startups als auch bei Fußballspielern ist ja, dass es immer wieder diese Storys gibt, diese untypischen Storys, diese über Umwege dann doch ein Riesenerfolg werden. Ja. Die Spieler, die bei den Top-Vereinen durchs Raster gefallen sind. Ähm, nehmen wir hier unseren aktuellen Liebling bei der Nationalmannschaft, ja, Dennis Undav. Also, der hat vor drei, vier Jahren hat er noch bei einem Drittligisten gekickt. Ja. Und jetzt steht er da und ist der Stürmer vielleicht gerade bei der WM mit zwei, drei anderen großen. Und das ist ja auch wunderbar. Und es gibt ja auch Startups, die alle abgelehnt wurden und nachher stand selbst das halbe Silicon Valley da und dachte so, ich meine Palantir, ja, hat am Anfang kein Geld bekommen und ähm wurde dann zum riesigen Erfolg. Es gibt nicht den einen Weg. Trotzdem ist es Teil dieser Realität, dass sowohl im Venture Capital als auch als auch im Fußball Brand Deals, ich sag's noch mal, meistens Gewinn. und Qualität setzt sich meistens auch durch. Und da muss man auch sagen, wenn ich Qualität hab, dann ist ja, Top-Verein auch kein Nachteil und ein Top-FC kein Nachteil, dass ich dann die Qualität durchsetze, selbst wenn ich vielleicht noch mal einen Zwischenschritt mache bei einem Verein und eine Zeit lang in der zweiten Mannschaft spiele oder noch mal ausgeliehen werde. Es gibt ja viele Fälle auch bei Bayern, Wir leihen dich noch mal aus und holen dich dann zurück. Das heißt, diesen Umweg gibt's in beiden Bereichen.
Iskender Dirik: Jetzt kennen meine Zuschauer, die meisten meiner Zuhörer und Zuschauer kennen so die typischen Metriken, über die im VC-Business verhandelt wird. Worüber wird denn im Fußball verhandelt?
Wilken Engelbracht: Wenn die Tür mit dem Berater zugeht, wird was mit der behandelt. Ganz ähnlich wie im wie im Venture Capital gibt's da mittlerweile sogar, also wie das bei St. Pauli so genannt wird, gibt's mittlerweile auch Term Sheets, was ähnlich ist in beiden Märkten ist, dass du sehr standardisierte Verträge hast. Und das ist ja auch, ich sag mal, im Venture Capital so, du hast ein klassisches Term Sheet, deine Zuhörerinnen und Zuhörer kennen die meisten Metriken, da stehen immer wieder bei jedem Deal eigentlich die gleichen Sachen, die verhandelt werden drin. Fußball ist es eigentlich genauso. Weil worum geht's im Fußball, wenn die Tür sich schließt und der Berater sitzt am Tisch? Da geht's im Prinzip ja um die Kernfrage, wie verteilen wir jetzt eigentlich das Geld. So und da gibt's ja eigentlich drei, die die Hand aufhalten. Ne, das eine ist natürlich der Spieler, der natürlich einen einen Arbeitsvertrag bekommt. Das andere ist der Berater, kommen wir gleich drauf.
Iskender Dirik: Da kommen wir gleich drauf.
Wilken Engelbracht: Und das dritte ist natürlich, wenn es um Transferrechte geht, ist es halt der verkaufende Verein. Mhm. Das ist erstmal so. Die die wollen alle natürlich Geld haben. Und dann fangen wir vielleicht mal mit dem ersten Teil an, der der Spieler, um was geht's da? Im Prinzip ist es erstmal ein Arbeitsvertrag. Aber sieht natürlich anders aus von den Deal-Metriken als ein klassischer Arbeitsvertrag, da ist natürlich ein Grundgehalt drin. Das kann sich jeder vorstellen. Dann ist eine sogenannte Punktpremie drin, über die natürlich einfach verhandelt wird, was ist eine Punktpremie? für jeden erspielten Punkt, unentschieden ein Punkt, Sieg drei Punkte, gibt es eine gewisse Eurozahlung.
Iskender Dirik: Das ist üblich, also so Standard.
Wilken Engelbracht: Das ist üblich. Und das gab es doch schon ganz lange im Fußball, was aber komplizierter geworden ist früher, vor was weiß ich, 20 Jahren oder so, gab es wahrscheinlich einfach eine Punktbremse, da gab es, ich sag mal, keine Ahnung, für einen Erstligaspieler so und so viel tausend Euro für einen Punkt. Heute ist es ganz kompliziert geworden. Heute ist es zum Teil so, dass die Punkte abhängig davon sind, auf welchem Tabellenplatz du nach dem Spieltag bist. Bist du also erster, kriegst du viel mehr für diesen Punkt, als wenn du irgendwie, keine Ahnung, zwischen drei und fünf bist oder vielleicht wenn du auf Platz 17 bist, gibt's gar keine Punktempremie. Also da gibt's ganz viele Abstufungen. Dann gibt es bei manchen Vereinen sogenannte Zielprämien, das heißt am Ende der Saison, auf welchem Platz stehe ich denn da, wenn ich dann irgendwie beispielsweise auf Platz drei stehe oder fünf stehe, bekomme ich für alle meine beispielsweise, kann gemessen sein an Einsatzzeiten, bekomme Da gibt's natürlich Aufstiegs- und Abstiegsprämien manchmal bei Vereinen. und die Berater haben das eigentlich ganz geschickt gemacht, glaube ich. Die haben das, glaube ich, auch so getrieben, das ist meine Lesart, dass das so ausdifferenziert ist mittlerweile, dass du auch gar nicht mehr so einfach, ich sag mal, Vereine untereinander vergleichen kannst. Und ähm das ist natürlich so ein bisschen intransparent ist ja oft für Berater eher der Vorteil, weil sie dann vielleicht auch gewisse Vorstellungen besser durchsetzen können die gucken ja wirklich, dass sie den letzten Euro aus jedem Verein rausquetschen. Mein Lieblingsbeispiel ist, habe ich aber von einem anderen Verein mal gehört, ein Berater, der sagte, pass mal auf, ist ja großartig, wir sind jetzt aus der zweiten Liga in die erste Liga aufgestiegen. Also hier ist die Rechnung für die Aufstiegspremie und für die Nicht-Aufstiegspremie. Dann sagte der Verein so, wie so, warum zahlen wir jetzt eine Aufstiegspremie, weil wir in die erste Liga aufgestiegen sind und eine nicht Abstiegspremie? Sagte er, ist doch ganz klar. Ihr seid nicht in die dritte Liga abgestiegen, dafür hätte ich gerne die Prämie. Also das ist ja schon mit Leuten, die jeden Euro rausquetschen.
Iskender Dirik: Sie werden ihrem Ruf gerecht, schon?
Wilken Engelbracht: Was bekommt der Berater? Fangen wir vielleicht so rum an. Der Berater bekommt eigentlich vereinfacht gesagt in den meisten Fällen zwei Dinge. Er bekommt, ist auch kein Geheimnis, 10 % des Gehaltsvolumens des Spielers jedes Jahr. nicht die Prämien vom vom Grundgehalt. Und das ist eigentlich ein ganz interessanter Job, wenn du Berater bist und du vermittelst einen Spieler mit einem richtig langlaufenden Vertrag. Vier Jahre. Und der Spieler schmeißt dich morgen als Berater raus. Dann bekommst du über die gesamte, solange der Spieler dort spielt, wenn er seine vier Jahre macht, bekommst du dieses Geld. Deswegen ist das natürlich so ein attraktives Cash-Geschäft. Die bekommen jedes Jahr 10 %, wenn natürlich dann die überlegst, du hast einen Spieler, der verdient, was weiß ich, Premier League oder Top-Vereine in Europa, Bayern München, der verdient irgendwie über 10 Millionen. Das ist schon richtig viel Asche natürlich, kannst du dir vorstellen. Deswegen gehen auch gerade große, zum Teil Investoren, aber auch große US-Agenturen hin und kaufen halt Berateragenturen in Europa auf. Ist ein ganz anderes Thema, weil die natürlich dort eine Menge Geld wittern. Dann gibt es noch was sowohl bei Beratern als auch bei Spielern, dass sie mittlerweile, gab es doch vor Jahren gar nicht, wenn sie weiter transferiert werden, auch noch mal einen Prozentsatz von diesem Weitertransfer bekommen. Das heißt, da bekommt der Berater ein paar Prozentchen ab von dem Transferertrag und der Spieler auch. Und das ist das, wenn die Tür zugeht und der Berater im Raum sitzt, über was gescharrt wird. Transfers mit anderen Vereinen mal außen vor. Aber wie gesagt, ähnlich wie im Venture Capital, viele Standardmetriken und du sitzt jedes Jahr da und verhandelst die wieder und wieder und wieder. Letzter Satz vielleicht dazu: Was Vereine mittlerweile herausgefunden haben, ist, wenn du sobald du nach dem Trainingsauftakt, glaube ich, deine Mannschaft zum Duschen schickst, meinetwegen lasse dreimal zusammen duschen. Ich glaube, danach spätestens nach dem dritten Duschen wissen die alle, was der Kollege so rechts verdienen. Ich glaube, damit darf man sich keine Illusionen machen. Das wissen die halt einfach. Und was natürlich früher hattest, war auch eine gewisse, gibt natürlich immer Unzufriedenheit, wenn es um Geld geht. Ja. Aber da hast du auch sehr, sehr unterschiedliche Gehaltsstrukturen gehabt. unterschiedliche Modelle, da hat er noch eine Torprämie bekommen, dann hat er noch mal vielleicht, sage ich mal, andere, Einsatzprämie bekommen. Und ich glaube, vor allem haben wir gelernt, wie man wie sie das so strukturiert wie möglich zu machen, dass du gar nicht dahingehst und sagst, das ist unser Modell. Berater, wenn du zu uns kommst und Spieler bringst, das ist das Grundmodell. Wir können über ein Gehalt diskutieren, wir können sagen, ob die Punkteprämie 500 € mehr oder weniger ist, aber im Kern ist das das Modell, was wir all unseren Spielern geben. Und ich glaube, das war ein wichtiges Learning, dass man da eine Struktur reinbringt.
Iskender Dirik: Das heißt für dich auch als kaufmännischer Geschäftsführer bist du dann nicht so begeistert, wenn da ein Startransfer gefordert wird intern, der das Gehaltsgefühl sprengt.
Wilken Engelbracht: Sportgeschäftsführer machen genau das nicht, weil sie genau davor Angst haben, dass du Unruhe in die Kabine reinbringst. Wenn jemand plötzlich irgendwie das das es gibt einfach ein gewisses Geistergefühl und natürlich ist es meistens irgendwie ein, keine Ahnung, Mittelstürmer oder der wichtige Mittelfeldregisseur, der das Meiste verdient. Aber du darfst auch nicht hingehen und sagen, die verdienen jetzt Faktor zwei oder was weiß ich noch mehr, weil das das bringt Unruhe rein.
Iskender Dirik: Berater verdient hast du eben gesagt ja auch am Transfer. So, jetzt sagt der Volksmund, der Fußballfan Volksmund, ja, das heißt, die haben ein sehr, sehr großes Interesse, Incentive ihre Spieler zu transferieren, was nicht unbedingt zu guten Entscheidungen für die Spieler immer führt. Ist das so?
Wilken Engelbracht: Es ist in der Tat ja ganz interessant, der Verein zahlt ja die Spielerberater. und eigentlich muss man davon ausgehen, dass der Berater dementsprechend auch, also der Berater hat eigentlich eine komische Rolle, weil er wird bezahlt von dem Verein, hat natürlich aber zum Teil durchaus Interessen, wo man auch mal fragen kann, ist das jetzt auch das Interesse des Vereins in dem Fall. Natürlich sagt der Berater, Berater, ich vermittle zwischen den Spielerinteressen und des Vereins, aber es ist in der Tat eine ganz durchmengte Interessenslage. Und wenn man davon ausgeht, dass der Berater natürlich, keine Ahnung, vielleicht noch zehn Jahre lang diese Spieler beraten möchte, muss man trotzdem so offen und ehrlich sein, wer ist ihm am nächsten? Ja. Natürlich, wahrscheinlich in vielen Fällen auch der Spieler. Auf der anderen Seite will der Berater auch viele zukünftige Transaktionen, Deals, Verträge mit dem Verein machen. Also irgendwo ist er dazwischen. Aber ja, es gibt natürlich, es gibt natürlich dieses Eigeninteresse und es ist ganz interessant, ähm Berater schließen, auch das ist kein Geheimnis, direkt mit Abschluss des Vertrags, des Spielervertrags sogenannte Wegvermittlungsvereinbarung ab. Das heißt, sie bekommen dann eine Vereinbarung, weil der Berater will natürlich genau das, er will ja auch am Tisch sitzen, wenn dieser Transfer passiert. Hätte er die nämlich nicht, würde ja plötzlich irgendwie ein Anwalt um die Ecke kommen oder anderer Berater und sagen, übrigens, da ruft gerade Chelsea an, kann ich euren Spieler dahin vermitteln, dann sagt der Berater, nein, nein, ich habe vorher die Wegvermittlungsvereinbarung, dass ich derjenige bin, der, wenn dieser Deal kommt, wenn dieser Transfer kommt, der partizipiert.
Iskender Dirik: Du hast gesagt, der Berater wird vom Verein bezahlt. Gilt das auch für die 10 % am Gehalt? Das heißt, die kommen on top. Ist nicht von dem, also weil man kennt es, also z.B. im Social Media Bereich, dass Influencer dann eine Agentur haben und dann 10 % abgeben. So, das heißt, hier geht's nicht um ein Abgeben, sondern das kommt on top.
Wilken Engelbracht: Ist ein interessanter Punkt. Am Ende des Tages guckt natürlich der Verein auf das gesamte Gehaltsbudget. Und ganz ganz selten hast du Spieler, die sagen, ich habe gar keinen Berater. Ich habe auch nicht meinen Vater oder meine Mutter oder meine Freundin, die meine Beraterin ist. Äh, ich handle das Ding selbst, aber lieber Verein. Spaß dann ja auch 10 %. Was kriege ich denn davon ab? Das habe ich, ich glaube einmal in meinem Leben erlebt. Und da kann der Spieler auch mehr verdienen. Ich glaube, und da kommen wir vielleicht nachher noch mal drauf, ist natürlich die Frage der Marktstärke. Wenn ein Spieler eine große Marktstärke hat und auch vielleicht die Reife hat, dann kann er sowas machen, weil er braucht, wofür braucht der Spieler heutzutage einen Berater? Er braucht den Berater natürlich aus zwei Gründen. Er möchte wissen, wie ist mein Marktwert am Markt und er möchte wissen, welcher Verein sucht mich denn eigentlich gerade. Und ein Spieler, der den ganzen Tag irgendwie im Training steckt und so weiter, hat diese Informationen oft gar nicht. Wenn ich natürlich, wenn ich jetzt Haaland bin, dann weiß ich für mich kommen, was weiß ich, vier Vereine oder so was in Frage und die werden sich bei mir melden. Ähm, das ist einfacher. Brauche ich dann Berater, der mir diese Geheimnisse ins Ohr flüstert, wahrscheinlich nicht, aber viele, viele Spieler haben natürlich diesen Informationsvorsprung nicht.
Iskender Dirik: Ich hatte zuletzt Matthias Schranner am Podcast und Matthias Schranner hat gesagt, das ist also einer der Verhandlungs-, führende Verhandlungsexperten da draußen. Hat gesagt, es macht einen deutlichen Unterschied, ob du mit professionellen Menschen verhandelst, also Menschen, die es gewohnt sind zu verhandeln und das auch schon oft gemacht haben und auch sehr analytisch sind, oder nicht so professionellen Menschen. Jetzt hast du eben gesagt, da taucht vielleicht auch mal der Vater, die Frau, der Onkel, was auch immer auf. Wie ist das im Fußballgeschäft, wenn du so einen professionellen Spielerberater hast versus ein Familienmitglied? Würdest du sagen, das eine ist besser oder schlechter? Nerven die Familienmitglieder mehr oder was sind so deine Erfahrungen?
Wilken Engelbracht: Wenn ich es mir aussuchen kann und es gibt ja Venture Capital, um da noch mal vielleicht eine kurze Analogie zu haben, gab es ja immer, als ich im Venture Capital damals anfing, sagten unsere amerikanischen Partner immer never invest in in Husband and Wife Teams. Also sie sagten, eigentlich lasst die Familie aus dem Geschäft raus. Und wenn man sich jetzt irgendwie so einen Fall anguckt wie ähm großartiger Fußballer Mesut Özil, der irgendwann dann auch von einem professionellen Berater rüber wechselte, dann auch zu seinem Vater, das funktionierte am Anfang, glaube ich, ganz gut und dann ist es irgendwann auch explodiert. Irgendwann kommen halt familiäre Themen und belasten natürlich auch so etwas. Und natürlich will dann auch gerade vielleicht ein Vater oder eine Mutter oder wer auch immer besonders viel für den Sohn rausholen und noch mal allen zeigen, dass das die Familie es noch besonders gut kann. und dann geht's aber plötzlich auch um sehr viel Geld. Wobei das gesagt, Mbappé ist Beraterin ist glaube ich die Mutter und es funktioniert hervorragend. Es gibt immer Ausnahmen. und Husband and Wife Teams, Anthropic glaube ich, ist Bruder und Schwester. Und ich glaube Cisco war damals, um das Gegenbeispiel war, glaube ich, Husband and Wife hat, glaube ich, nicht schlecht funktioniert. Im Normalfall, auf deine Frage, lass die Emotionen, die die Familie zwangsweise rausbringt, reinbringt raus und hab lieber einen professionellen Berater, der das sachlich betreibt. Das ist meine ganz klare Sichtweise. Aber es ist verlockend für die Familie, wenn die natürlich wissen, da kriegt einer von meinen, was weiß ich, 10 Millionen Jahresgehalt eine Million ab. Warum soll das nicht mein Bruder sein? Menschlich ist die Frage nachvollziehbar.
Iskender Dirik: Ja, absolut. Fun Fact, mein Berufswunsch als Teenager war Spielerberater zu werden. Ich weiß noch genau, wie ich mich da auf der FIFA Website damals informiert habe. Damals musste man noch irgendwie eine Lizenz, also Rechtsanwalt sein oder irgendwie sowas, habe ich dunkel. Ich glaube, das ist nicht mehr ganz so strikt, Das heißt jetzt noch mehr Wald und Wiesen Spielerberater dadurch, die da draußen unterwegs sind?
Wilken Engelbracht: Im Prinzip immer vereinfacht gesagt, jeder der nicht vorbestraft ist, kann Berater werden, das gilt ja auch für Immobilienberater. Man muss offen sagen, es gibt solche und solche Berater und es gibt auch gute Berater. Muss man muss man ganz klar sagen, aber natürlich ein Markt, wo die Eintrittsbarriere sehr sehr gering ist und das die die Geldbündel sehr groß, können wir uns alle vorstellen, was da passieren kann.
Iskender Dirik: Ich würde gerne über Preis, Preisbildung bei Transfers mit dir sprechen. So, also im VC-Bereich gibt's da so ein paar Metriken, klar, guckst du auf Umsatz je nach Phase natürlich, klar. Am Anfang ist auch mehr Bauchgefühl und äh wenn wir uns Richtung Growth entwickeln und dann Richtung Exit, gibt's Umsatz, gibt es EBITDA, gibt's Technologie. Im Fußball, hm, wahrscheinlich Alter, Potenzial, klar, äh Restlaufzeit, äh vielleicht auch ein bisschen Daten heutzutage und viel Bauchgefühl vom vom Scout. Wie wird dann entschieden, ob ein Spieler jetzt fünf oder oder 50 Millionen wert ist?
Wilken Engelbracht: Auch da ist der der Profifußball und ich sag mal das frühphasige Venture Capital gar nicht so weit auseinander. Weil letztendlich, wenn wir mal weggehen von vielleicht einer Series E oder sowas, wenn du wirklich sagst, also da kann schon einer hingehen und ein was weiß ich Discounted Cash Flow Modell als Bewertung mal drauflegen oder sowas. Bist du ja in der Frühphase, was machst du in den meisten Fällen? Hast du viele Comparables. Und die Comparables können sein, ein vergleichbares Unternehmen, was gerade eine Runde abgeschlossen hat, ähm bei einem bei einem Verkauf, ein vergleichbarer Trade Sale, ähm oder wo sind wir eigentlich gerade bei bei Seed-Runden in der Bewertung, bei SaaS Firmen oder bei KI Firmen oder wo auch immer. Und das ist ja immer, wann habe ich Comparables? Wenn die Zahlen noch nicht so belastbar sind. und wenn die Zukunftsbetrachtung Bewertung ist logischerweise immer in den meisten Fällen verständlicherweise nach vorne gerichtet, wenn das nach vorne gucken so viel Unsicherheit bietet, dass ich mir im Prinzip einen Vergleichscomparable nehme. Das ist im Venture Capital ganz oft so. Ich meine, noch mal, wie wie bewerten Startups, wie werden Startups ansonsten bewertet in den frühen Phasen? Fußball ganz ganz ähnlich. Ähm am Ende des Tages gucke ich mir kategorisiere ich einen Spieler So seltsam das erstmal klingt, Alter, welche Position spielt er? Key-Metriken auf seiner Position natürlich, ähm vielleicht auch Verletzungshistorie und guckt dann an, was habe ich denn für Vergleichsletztendlich Profile und für Vergleichstransfertransaktionen letzter Zeit gehabt und natürlich ist sowas heute mit den Datenschatzen, die man hat, noch mal viel viel vergleichbarer und viel transparenter geworden. Und ganz interessant, wenn man sich das anschaut, Transfermarkt kennen ja viele in Deutschland, ist so ein deutsches Ding, Transfermarkt. Transfermarkt.de sieht man einfach auch, dass selbst erfahrene Sportdirektoren da sitzen und sagen, in dieser unklaren, unklaren Bewertung eines Spielers, was mache ich da? Die gucken zum Teil auch, wenn sie ganz ehrlich sind, oder lassen ihren Assistenten oder Chefscout in Transfermarkt reingucken und sagen, was steht denn da drin? Und wie kommen denn die Preise bei Transfermarkt zustande? Das ist ja eine Mischung aus einer Redaktion bei Transfermarkt mit einer Community, die diskutiert und Fachsimpelt und dann irgendwie, sage ich mal, Preisranges sich darauf einigt. und das ist manchmal oder sehr oft ziemlich gut an der Marktrealität und wird zumindestens als als Startpunkt für eine Transferbewertung in vielen Fällen genutzt. Das ist auch Teil der Realität. Und natürlich hast du immer mal Ausreißer davon, gerade natürlich, wenn es die Series E und D's, also die Top Transfers, die zur Premier League gehen oder wenn Bayern München sich jemand für über 100 Millionen holt, dann ist es dann auch schwierig, sage ich mal, Comparables zu haben und dann fragt man sich manchmal, warum ist der jetzt 80 Millionen wert und der andere 140 Millionen? Aber das ist halt wie bei den ganz großen Startup-Runden. Aber oft sind es in beiden Industrien Comparables.
Iskender Dirik: Aber es wäre so ein bisschen so, als würdest du bei Crunchbase reinschauen und die und dort den Echtzeitwert eines Startups rauslesen können, der sich generiert aus Community Meinungen.
Wilken Engelbracht: Der wird nicht die ganze Zeit erfasst, weil wahrscheinlich einfach das Interesse vielleicht vom Markt noch nicht da ist, aber in der Situation, wo jemand in der Runde B da sitzt und sagt, was ist jetzt eine gute Bewertung, macht ja der VC genau das im Normalfall.
Iskender Dirik: Absolut
Wilken Engelbracht: Natürlich ist der VC-Verfahren noch mal ein bisschen anders, weil er sagt, na ja, ganz im Ernst, ist auch meine Erfahrung als VC, du bist ja ein Stück weit, aber auch als Fußballer natürlich, wenn ich sage, wenn ich wirklich etwas habe, an das ich so hundert Prozent glaube, wenn ich sage, das wird ein, äh, was weiß ich, nicht nur Unicorn, sondern noch viel viel mehr, dann sage ich natürlich auch irgendwann, dann bin ich auch irgendwann bei der Bewertung ein bisschen flexibler, weil ich sage, wenn ich da so dran glaube, wenn das so ein Industry Defining Company wird, dann bleibe ich lieber bei acht Prozent und und sage nicht irgendwie, weil ich nur acht Prozent kriege und nicht meine zehn Prozent, dann mache ich den Deal nicht. genau so, wenn ich ein riesen Talent habe und deswegen hast du ja zum Teil Jugendspieler, die zum Beispiel mit 16, 17 für Unsummen dann an Top-Vereine schon verkauft werden, weil die einfach sagen, die Chance, dass der mal irgendwann ein 100-Millionen-Spieler wird, ist so hoch, da zahle ich auch am Anfang einfach eine Bewertung, wo jeder andere Verein sagt, bist du bescheuert.
Iskender Dirik: Eine Frage bekomme ich von Gründern konstant: Welchen Anwalt für VC und M&A? Meine Antwort seit über zehn Jahren: Peter Möllmann, PXR. Erfahrungen, High-Stakes-Transaktionen, Steuer-Know-how, echte Tech-DNA – kaum jemand vereint das so. Was Michael Schrezenmaier über ihn sagt:
„Der Peter ist der rundeste, im Sinne von nicht körperlich, sondern der war bei McKinsey, der ist Steuerberater und der ist Anwalt. Der kann alles. Und ich persönlich mag ihn. Es gibt eine Menge andere Superanwälte, aber zumindest aus vielen Angel-Zeiten und sonst was und auch sehr kollegial, mal auch per WhatsApp kurz mal wieder geholfen, ohne … Also das ist schon sehr gut.“ – „Kann ich bestätigen. Ja, du kennst ihn ja auch gut, oder?“ – „Ja, der ist einfach sehr gut. Der ist schon rund. Also da kommt immer zurück: Das würde ich so machen. Okay, dann weißt du eigentlich, dann musst du das so machen.“
Iskender Dirik: Wenn ihr ein Intro zu Peter wollt, meldet euch bei mir. Ende der Werbung. Ich möchte mich gleich unbedingt mit dir über FOMO bei Transfers unterhalten. Kommen wir gleich hin. Ich habe in meiner Recherche vorab etwas gefunden, das mich sehr überrascht hat, nämlich eine Zahl, die mich sehr überrascht hat. Die Taverne, dass der FC Bayern München innerhalb eines Jahres fast 100 Millionen Euro an Handgeldern und Signing Fees gezahlt hat. Wahnsinn Im VC-Bereich sehen wir gleichzeitig, dass Secondaries immer populärer werden und Gründer immer mehr Anteile schon in relativ frühen Runden, so ab der Series B verkaufen. Steckt da dieselbe Logik dahinter?
Wilken Engelbracht: Also ich kann die 100 Millionen nicht bestätigen, weil ich es leider nicht selbst bekommen habe, aber ähm die der Trend, ich sag mal beim Profifußball wieder andersrum, im Profifußball höhere und höhere Handgelder hast, der ist sicherlich da. Es gab ja auch schon früher, äh schon vor 20 Jahren Handgelder, da hat sich die Bild-Zeitung damals aber vielleicht über eine Million DM aufgeregt. Mittlerweile hast du natürlich ganz andere Größen. Und was ist die Motivation dahinter? Erstmal, wie kommen Handgelder zustande in den meisten Fällen? Sie kommen im Profifußball eigentlich dann zustande, wenn ein Spieler ablösefrei ist. Ja. Weil dann kommt der Berater halt wieder hin, ne? der Berater, der gerne für den Aufstieg und den Nichtabstieg gleichzeitig die Prämie haben möchte und sagt: "Pass mal auf, aber ihr spart euch ja jetzt hier richtig viel Geld, weil normalerweise jetzt für den jetzt vielleicht hier 20 Millionen auf den Tisch gelegt, was ist denn mit den 20 Millionen?" Ähm, wir müssen ja nicht alles davon bekommen, aber einen Teil davon. Das ist die Motivation eines Vereins zu sagen, ich zahle diese Abfindung nicht, ich kriege aber das Transferrecht. Ich kriege im besten Fall eine lange Vertragslaufzeit. Da kommt die Motivation her. Trotzdem, die Analogie aus meiner Sicht, wenn du die Frage stellst, es ist natürlich gerade von kapitalstarken Vereinen eine Chance, einen Deal zu preempten. Einfach zu sagen, pass mal auf, Spieler, du hast ja so ein Cash Event und dein Berater übrigens auch, ähm und das kann ein anderer Verein vielleicht nicht so einfach zahlen, damit kaufe ich mir auch diesen Transfer. Ähm und ich glaube, man sieht das auch jetzt bei großen, was weiß ich, B und C und D Runden. Da wird ja immer gesagt, wir haben was Millionen Euro Finanzierungsrunde gemacht und dann wird immer reingeguckt, wie viel davon ist denn wirklich als Fresh Money in die Company reingeflossen und wie viel war Secondary. Da wird dann oft nicht so drüber gesprochen, weil es sieht ja nicht so gut aus. Aber auch das ist ja oft ein Grund zu sagen, was man auch als Investor, was man auch, ich habe viel tiefere, Sequoia hat einfach tiefere Taschen oder Accel als andere oder General Catalyst, die sind auch bereit dann zu sagen, um da reinzukommen, lieber Gründer kaufe ich dir jetzt ein paar Secondaries ab. Eigentlich will ich ja lieber das Geld in die Company haben, dann habe ich ja eigentlich viel mehr von, aber ich kaufe mir, ich kaufe mich in diesen Deal rein. Und das war ja glaube ich, als ich zum ersten Mal im Venture Capital war, vor vielen vielen Jahren, äh war das eigentlich total verpönt. Wenn ein Gründer, habe ich richtig über den ersten Dotcom-Rauch damals, wenn Gründer gekommen wären und gesagt hätten, ich hätte gerne schon mal einen Teil verkauft, gerade, sage ich mal, vielleicht in der ABC-Phase, hätte der VC gesagt, auf keinen Fall, du musst so lange invested sein, du musst hungrig bleiben bis zum Ende, du sollst eigentlich ganz am Ende erst überhaupt das Licht sehen und davor sollst du knechten bis dahin. Und um Himmels willen, dann hat er schon irgendwie sein Porsche in der Garage stehen. Ich glaube, das hat sich total geändert. Und im Fußball sind die Zahlen größer geworden, im Venture Capital sind sie größer geworden. Ich glaube, das ist ein Trend, der genau diese Taktik verfolgt, einen Deal zu preempten, wenn ich tiefere Taschen habe.
Iskender Dirik: Hast du Oder siehst du, dass es gerade im deutschen Fußball auch kreative Deal-Konstruktionen gibt, um die ein oder andere Regularie zu umgehen? Ich gebe dir mal zwei Beispiele aus... Ich habe hier auch was mit, das ist ein Fenerbahçe Trikot. Da komme ich gelb-blau komme ich gleich hin, äh bin großer Fenerbahçe Istanbul Fan. Und zwei Beispiele also aus der Türkei, da da ist man gerne mal ein bisschen kreativer. Beispiel eins, Kerem Aktürkoğlu wurde von Benfica transferiert. Wir hatten eigentlich, ähm, da gibt's ja Regularien, so und wir konnten eigentlich kein Gehalt mehr bezahlen. So. Jetzt war ein reicher Unternehmer Sponsor dieses dieses Transfers und hat das Gehalt von Kerem Aktürkoğlu über sein eigenes über sein eigenes Unternehmen gezahlt und tut das bis heute noch. Ja. Zweites zweites Beispiel, das ist glaube ich auch gängiger im europäischen Fußball ist, du hast eigentlich darfst nichts mehr für Transfers ausgeben in einem Jahr, machst dann einen Mietvertrag mit verpflichtender Abnahme am Ende. Und dann zählt nämlich die die Ablöse in das in die nächste Transferperiode rein und da hast du dann vielleicht ein bisschen mehr, was du ausgeben darfst. Wie üblich sind solche kreativen Deal-Konstruktionen oder ist das schon sehr südländisches Thema?
Wilken Engelbracht: du hast ja du hast ja zwei Ebenen als Verein, die dich, und ich will jetzt gar nicht so technisch werden, die dich sozusagen kontrollieren. Das eine ist der Landesverband, das ist die Deutsche Fußballliga, die jetzt die Liga heißt, die die Lizenzen erteilen für die ersten und zweite Liga. Ähm und dann gibt es natürlich für internationale Transfers gibt es natürlich dann äh FIFA oder auch respektive UEFA Regularien. Und natürlich mal eine Frage, wie stark auch so ein Landesverband, der natürlich erstmal der wichtigste Verband für viele ist, weil der natürlich auch die Spiellizenzen jetzt unmittelbar rausgibt, wie stark der ist. Und da ist natürlich die DFL oder wie sie jetzt heißt die Liga, äh auch im positiven Sinne, die gucken natürlich schon genau hin. ähm auch so bei solchen kreativen Konstruktionen und so weiter. Ich will nicht sagen, dass man nicht immer noch eine, ich meine, du hast immer noch Mäzenatentum auch im Profifußball in Deutschland. Ja, ähm und dass da, ich sag mal vielleicht kleine Vereine, die dann sportlich sehr erfolgreich sind, vielleicht Sponsoringverträge bekommen für Markenrechte, die am freien Markt weniger Wert sind und so weiter. Das ist auch hier der Fall sicherlich. Oder dass dann auch vielleicht, keine Ahnung, via HSV dann auch mal Darlehen vielleicht dann auch irgendwie in Eigenkapital gewandelt werden und so weiter und so fort. Natürlich gibt's da auch gewisse Wege, sich Vorteile zu verschaffen, aber sicherlich nicht in dem Maße, was man beispielsweise von Vereinen wie PSG kennt, wo halt immens hohe Sponsorings bezahlt werden, die einfach so weit vom Markt entfernt sind, wo dann irgendwann natürlich auch die UEFA gesagt hat, Leute, es muss auch irgendwann eine gewisse Marktvergleichbarkeit haben. Die nicht ansonsten dazu führt, dass die Vereine sich auf anderen Wegen komplett voll pumpen, weil es gibt ja diese ganzen Fairplay Regeln und so weiter, dass ich halt auch nur eine gewisse, ich sag mal, in Abhängigkeit von meinen Einnahmen nur auch, ich sag mal, Kaderkosten haben kann. Wenn ich natürlich dann über lustige Sponsorings meine Einnahmen so hoch pushe, dann ist es auch wieder egal. Also die Antwort ist ja, ich glaube, desto weiter ich nach Süden komme, das ist zum Teil noch so, desto höher ist die Kreativität. Das hat aber auch stark wie gesagt mit der Akribie der Landesverbände zu tun, wie sie darauf schauen.
Iskender Dirik: Thema Thema smarte Verträge. Stimmt es, dass du beim VfL Bochum am Weitertransfer von İlkay Gündogan beteiligt warst bzw. involviert warst und ihr damals eine Weiterverkaufs-beteiligung vereinbart habt?
Wilken Engelbracht: Alter, das ist jetzt nicht meine Genialität gewesen, weil das ist eine eine Klausel, die ist mittlerweile total Standard. Ja. Das machen natürlich, weil du hast jetzt, nehmen wir den VfL Bochum, ist es halt, es ist ja die Ungerechtigkeit im Fußball. Du hast einen Gündogan oder du hast Goretzka oder wen auch immer. Du hast sie natürlich in den frühen Phasen, wo sie diesen ersten, es ist wie so eine Seed zu Serie A, wo sie diesen ersten Bewertungssprung machen, vielleicht sogar in die Serie B gehen. Aber du weißt, dass ganz große Geld machen die, wenn sie nachher in die Premier League gehen oder zum FC Bayern München gehen und das war natürlich immer total frustrierend, wahrscheinlich vor Jahren, dass sie gesagt haben, aber ich entwickle diesen Spieler, aber davon kriege ich nichts ab. Und es sind eigentlich zwei Sachen passiert schon vor Jahren, dass Vereine schlau geworden sind und gesagt haben, ich möchte aber am weiteren Weitertransfer etwas bekommen. Nicht bis in alle Ewigkeit, aber zumindest von dem Verein, an dem ich verkaufe, von dem, was dieser Verein in Zukunft bekommt. Dann möchte ich nach Abzug der Kosten, die er mir schon gezahlt hat für den Transfer, also die Netto-Transfer-Erlöse nennt man das, möchte ich dann zumindest einen gewissen Cut haben. Das haben die Vereine irgendwann verstanden und irgendwann waren dann auch die internationalen Verbände so nett, dass sie gesagt haben, es gibt auch beispielsweise UEFA, es gibt dann auch eine Ausbildungsentschädigung. Das heißt, einen kleinen Prozentsatz von den 100 Millionen für den Top-Transfer, die zacken wir ab, 3 Millionen verteilen die auf die Ausbildungsvereine, die vielleicht den Spieler mal irgendwie als 15-Jährigen hatten. Trotzdem, wir wissen alle, wo das ganz große Geld am Ende in der Kette landet.
Iskender Dirik: Jetzt bei İlkay Gündoğan ein absoluter Erfolgsfall. Nun gibt es den einen oder anderen Flop-Transfer. So im VC-Geschäft ist es so, dass das gesamte VC-Modell das kalkuliert schon ein, dass es einige Abschreibungen geben wird. Das heißt, 10 % viele Abschreibungen, so. Jetzt gibt es auch viele Abschreibungen im Fußball, aber wie geht man am Fußball mit oben um? Also was ja z.B. anders ist, ist, dass der Spieler dann jede Woche auf dem Platz steht oder auf der Bank sitzt in der Regel. jede Woche auch nicht dazu beitragen kann, dass diese Mannschaft oder anscheinend nicht ausreichend beitragen kann, dass dass diese Mannschaft erfolgreicher wird. Wie gehst du mit, wir waren jetzt im BWL Gespräch von Sank Costs sprechen. Wie gehst du mit zweibeinigen Sank Costs um?
Wilken Engelbracht: Ich finde erstmal, was man oft vergisst, ist die ist die menschliche Perspektive bei dem ganzen Thema. Jetzt bist du ein junger Spieler. Im schlimmsten Fall ist er vom vorherigen Trainer und vom herigen Geschäftsvor... vom vorherigen Sportgeschäftsführer geholt worden und im schlimmsten Fall haben die richtig viel Geld für dich bezahlt. Bis der Rekordtransfer, da hat irgendwie dein Verein, was weiß ich, kein Champions-League-Verein hat für dich irgendwie 15 Millionen bezahlt, weil die sagen, das ist das Talent. Und dann geht der Sportgeschäftsführer, dann geht der Trainer, der neue Trainer, keine Ahnung, der spielt einen anderen Stil und du und du sitzt da. Oder du bist auf dem Feld und triffst nicht. Und du hast dieses Preisschild oben. Und das vergessen die meisten Leute immer. Und da muss man auch mal nachdenken. du kannst ja nichts dafür, dass du dieses Preisschild hast. Du hast dieses Preisschild umgehängt bekommen. Und der Fußball ist recht transparent, wenn du lange genug suchst, weißt du ungefähr, was Spieler gekostet haben, was sie was sie verdienen und sonst was. Und dann läufst du vor tausend von Menschen rum und hast dieses Preisschild um und die sagen, da läuft unser Geld und schießt keine Tore. Das ist erstmal auf deine Frage, wie ich gar nicht wie ich mich mit San Cost um, das ist ganz ganz wichtig. Daran können Spieler kaputt gehen und das ist auch die große Aufgabe von Vereinen und auch dann auch von Trainern und von Sportgeschäftsführern, dass sie solche oftmals jungen Spieler schützen. Wenn Messi noch mal, keine Ahnung, nach Saudi-Arabien irgendwie für 200 Millionen transferiert wird und er schießt da kein Tor, weil es zu heiß ist, so what. Der wird darüber leben. 21-jähriger Spieler ist eine ganz andere Situation. Der Kaufmann hat es leichter. Wie machen wir das als als Kaufleute im Fußball? Spieler hat ein Fünfjahresvertrag, kostet 10 Millionen, wird einfach ratierlich Jahr für Jahr letztendlich zehn durch fünf abgeschrieben. Der wird eh abgeschrieben. Egal ob erfolgreich ist oder nicht erfolgreich, der wird auch nicht hochgeschrieben, weil er plötzlich, das sind ja die berühmten stillen Reserven im Fußball. Und deswegen kriegen viele Fußballvereine von ihren Wirtschaftsprüfern dann doch noch irgendwie grünes Licht, weil die sagen, ihr bilanziert ja im Prinzip nur, ich sag mal, den den abgeschriebenen sozusagen äh äh Anlagewert des Spielers, aber der reflektiert ja oft gar nicht den wirklichen Marktwert. In den meisten Fällen ist dein Kaderwert viel höher als das, was du in den Büchern hast. aber das ist als Kaufmann leichter, der schreibt ab, aber der Druck am Ende des Tages, der lastet auf dem Spieler.
Iskender Dirik: Musst du für deine Planung voraus Predictions machen dafür, für wie viel ihr einen Spieler nach einer Saison verkaufen werdet wahrscheinlich? das ist ja wieder eine Glaskugel, die wieder sehr der Glaskugel im VC Business entspricht.
Wilken Engelbracht: Das ist wiederum, wenn man jetzt wieder die Analogie bemüht, da ist es gibt Benfica Lissabon. Das ist wahrscheinlich am ehesten ein VC-Fonds. Weil was die machen ist, die haben wahrscheinlich jedes Jahr, also nur als Beispiel, Benfica Lissabon in den letzten zehn Jahren, gehe ich von aus, haben wahrscheinlich um die 600 Millionen Transferüberschuss erwirtschaftet. Brilliantes Modell. Die spielen halt meistens in der Champions League, weil sie halt in der Liga spielen, wo sie halt einfach so ein bisschen wie Bayern München diesen Effekt haben, sie gehören nicht zu den Stärksten. holen Sie ihr ganzes Talent oder viel Talent aus Südamerika, Brasilien und so weiter. Passt für die sofort gut erstmal nicht nach London, sondern nach Lissabon zu kommen. Die haben, glaube ich, das, was du sagst, wir wissen, für unsere Akademiekosten, für unsere diesen ganzen Apparat, den wir haben, müssen wir jedes Jahr im Budget so und so viel letztendlich Transferträge erwirtschaften. Ich glaube mittlerweile Vereine wie Eintracht Frankfurt haben auch dieses Modell, die wirklich jedes Jahr gesagt haben, wir brauchen gewisse Transferträge, um auch ein gewisses Kalzniveau damit mitzufinanzieren. die meisten, sage ich mal, in Anführungsstrichen kleineren mittleren Erstligisten, die zweitligisten, die können es nicht immer vorhersehen, ob sie diesen Transferwert in den nächsten Jahr auch haben. Ich glaube, der Trend geht eher und das war aber das, was wir am Anfang sagten, da musst du aber auch in deinem Portfoliomanagement, in deinem Investment Management deiner Assets natürlich auch einen anderen strukturierten Ansatz haben, als zu sagen, ich habe jetzt diesen einen Sportdirektor, der macht das im stillen Kämmerchen und wir vertrauen darauf. Da musst du irgendwann auch eine Struktur von den Daten her, von den Systemen her und auch von den Personen im in Anführungsstrichen im Investment Council, ich nenne das mal so, wie beim Fonds haben, um dann eine Planbarkeit wie bei Benfica Lissabon hinzubekommen, zu sagen, ich bin mir recht sicher historisch, wir haben jedes Jahr vielleicht mal ein Jahr, wo wir weniger haben, aber wir haben da sehr konstant ein Geschäftmodell. Da gibt's glaube ich bisher noch wenig Vereine, die das so konstant hinbekommen. die dann wirklich, sage ich mal, in Anführungsstrichen mit einem VC-Fonds im Sportsegment vergleichbar sind. Aber die die Möglichkeit eines Modells, die ist da. Und da ist auch das größte Geld im Fußball.
Iskender Dirik: Das hast du vorhin gesagt, dass Verhandlungen gehören zum Fußball. Vereine verhandeln hart, regelmäßig. Was nimmst du so an Tipps und Tricks mit aus dieser Fußball-Deal-Making-Welt, die für Gründer hilfreich sein könnten?
Wilken Engelbracht: Gute Frage. Gute Frage. Jetzt habe ich beide Seiten natürlich erlebt, wie Gründer mit uns im Fond verhandelt haben und und wie wie Berater die abgezocktesten Berater irgendwie mit Verein beraten verhandelt haben. Ich glaube, das ist natürlich wahrscheinlich für eine Folge zig Themen, aber gucken wir mal vielleicht, dass ich mal so ein, zwei Sachen wirklich rausnehme, die ich wirklich für Gründer übertragbar finde. Das eine, was ich immer wieder sehe, ist, der Gründer ist ja im Normalfall kein Rechtsanwalt. kann kann Deal Maker. Ich meine, das sind ja oft auch junge Menschen. Ich kann ja gar nicht erwarten, dass ein Gründer jetzt irgendwie brillant einen Deal mit einem abgezockten, äh was weiß ich, VC aus London oder New York oder sonst wo verhandelt. Und da muss ich erstmal stehen bleiben als Gründer und vielleicht sagen wir es mal auf. Ich finde es wichtig als Gründer, dass du bei einem Pitch, bei einem Management Meeting Pitch deine Company verkaufst. Das muss der Gründer machen. Ich halte auch nichts von Pitches, wo dann irgendwie noch mal der Chief Sales Officer und die alle so und so und dann willst du den Gründer haben, wenn du zwei starke Gründer hast, meinetwegen zwei, aber es muss der Gründer machen. Aber trotzdem muss sich der Gründer fragen, muss ich derjenige eigentlich sein, der hier am Tisch sitzt und jetzt irgendwie bei diesem Term Sheet alleine da sitze? Aber ich glaube diesen Anspruch hast du immer. Ich bin der Gründer, ich muss es alleine machen. Ja. Und noch mal. Du kannst doch dem anderen sagen, der nicht investieren möchte, Leute, ihr wollt doch hier keine Anwaltskanzlei kaufen, ihr wollt einen Gründer kaufen, ihr wollt jemanden haben, der Top Produkt macht. wenn ich mit der Offenheit reingehe und sage und deswegen hole ich mir an einer Stelle, die ich noch nie im Leben gemacht habe oder vielleicht nur einmal gemacht habe, hole ich mir einen guten Anwalt an die Seite, der so was zig Mal gemacht hat, der einfach neben mir sitzt. oder vielleicht sogar ein Angel Investor, der da sehr erfahren ist, der mit am Tisch sitzt. Ich glaube, diese Offenheit darf man komplett haben. Und was du im Fußball hast, was du gut übertragen kannst, ist ja, ist ja auch genau diese Sache. Du hast abgezockte Berater, da sitzen diese, was hundertmal machen und was Berater z.B. auch ganz ganz oft machen ist, äh du verhandelst ja jetzt nehmen wir den Sportdirektor und setzt den so ein bisschen gleich mit dem Gründer. Der Gründer verhandelt gerade mit mehreren Investoren gleichzeitig. Du hast ja auch oft nicht nur einen Investor und der der Sportdirektor hat verschiedene Transfers, die alle laufen. Du hast ja nicht nur einen Anruf, den du kriegst. Dich rufen ja die ganze Zeit andere Investoren an und wenn du in der Termsheet-Verhandlung bist, wo du noch nicht exklusiv das Termsheet vielleicht danach an jemand vergibst und dann weiter das SPA verhandelst, dann verhandelst du ja auch gleichzeitig zum Teil parallel verschiedene Termsheets. Und mein Rat ist immer, und das war auch beim Fußball so, beim VfL Bochum, gerade deswegen gesagt haben, pass mal auf, wenn ein Berater anruft und sagt, hast du mal zwei Minuten, ich will noch mal, drüber nachgedacht, wie wir vielleicht das mit der Punktpremie doch besser hinkriegen. Sag das mal auf. Lass uns einen Termin machen und dann sprechen wir drüber. Weil ich habe ganz viele Gründer erlebt, die wir auch selbst angerufen haben, die fangen dann an zu verhandeln. Die sind eigentlich gerade zwischen zwei Teammeetings oder gehen gerade irgendwie Mittagessen und dann ist der Investor dran und sagt, lass uns noch mal da, ich habe mir noch mal Gedanken gemacht. Gründer, strukturiere diese Verhandlungen und nimm dir die Zeit und du verlierst ja auch immer den Überblick, wenn dann irgendwie drei VCs gleichzeitig anrufen. Nimm dir die Zeit, wenn du verhandelst, verhandelst du und machst nichts anderes. Also fast achtsames Verhandeln. Nimm dir die Zeit dafür. Der andere Punkt, den ich im Fußball gelernt habe, ist, das war immer was, was für uns sehr gut funktioniert hat. Der Berater kommt meistens alleine. Es überrascht immer die Leute, der sitzt ja nie der Spieler mit am Tisch. In den meisten Fällen sitzt nicht der Spieler. Der Spieler kommt eigentlich erst, wenn er unterschreibt, muss natürlich unterschreiben der Spieler. Aber vorher sitzt in den wenigsten Fällen der Spieler mit am Tisch. Führt aber dazu, dass man sich Fußball sagt man ja auch, ich möchte eigentlich mehr Leute im Raum haben. Ich möchte eigentlich diesen diesen Raumvorteil auf dem Feld haben. Wir haben den auch bewusst oft in Verhandlungen genutzt. Der Berater kam meistens alleine. Wir saßen selten bei Verhandlungen alleine am Tisch und ich bin großer Fan davon. Wenn du die Chance hast, dass dass du in der Verhandlung die Mehrheit im Raum hast, einfach von der Anzahl her. Wir waren immer zu zweit, manchmal zu dritt im Raum mit einem Berater.
Iskender Dirik: Wer wer war das nochmal von den Rollen her?
Wilken Engelbracht: Beim VfL war es oft so, Sportgeschäftsführer hat mich dazu geholt. Ähm, manchmal war es auch noch der Assistent vom Sportgeschäftsführer. Einfach aus dem einfachen Grund. Wenn du verhandelst, geht's ja auch manchmal um Schnelligkeit, Argumente zu entkräftet, gutes Gegenargument zu haben. Denkst du mit drei Menschen schneller als einer? Denkst du komplexer, denkst du mehr? Hast du die bessere Erinnerung an was was gesagt wurde? Deswegen sage ich den Gründern, wenn ihr verhandelt, verhandelt ihr und ihr macht es nicht zwischen irgendwie Coffee Break und Sales Meeting. Quetsche es nicht einfach mal spontan im Auto in ein Telefonat, strukturiert es und nehmt euch Leute mit an Tisch und ihr sitzt einer Person gegenüber, die verhandlungsmäßig immer besser ausgebildet ist, erfahrener als ihr und ihr müsst da auf dem Level playing Field kommen. Ich glaube, das ist mit der wichtigste Ratschlag, den ich einem Gründer geben würde.
Iskender Dirik: Wie sollten Gründer sein Verhandlungsteam zusammensetzen? Ich
Wilken Engelbracht: hab's ja eigentlich gerade schon angedeutet, wenn du nicht wirklich die totale Confidence hast, dass du das wirklich richtig gut hinbekommst, hol dir... Und es ist unüblich. Ist ja ganz bewusst, es ist unüblich. Hol dir für den Teil des Geschäfts, hol dir einen Experten mit an den Tisch. Und sei es halt ganz offen, sag: "Bin kein Anwalt." Und ihr wollt auch nachher, wenn ich die nächste Runde mache oder wenn ich den wichtigen, sage ich mal, Sales Deal mache, dann wollt ihr auch, dass ich alle Expertise in diese Company reinhole, um den besten Abschluss zu machen. Das mache ich ja auch. Das ist mein Rad.
Iskender Dirik: Matthias Schranner hat gesagt, einer seiner wichtigsten Ratschläge ist tatsächlich, verhandle nie selbst. hol dir jemanden dazu, der die Fahndung für dich übernimmt, was ich aus nicht eins zu eins übertragbar aus VC. Ich finde, das können wir nicht eins zu eins aufs VC Business übertragen, weil wir auch deine Meinung interessieren. Da gab es sehr kontroverses Feedback auch aus dem Markt. Ich glaube, es wird einfach für aus aus VC Perspektive das Signaling, wenn du nicht selbst verhandelst als CEO, da bin ich sehr sehr skeptisch und kritisch, was nicht heißt, dass du Leute dabei haben sollst als Teil des Verhandlungsteams. Aber ich glaube schon, dass du den Lead von der Verhandlung haben solltest. Wie siehst du das?
Wilken Engelbracht: Ich sehe das auch so. Hol dir Expertise, aber du kannst dich auch gleichzeitig, das ist auch eine Frage der Verantwortung gegenüber deinem Team, für die du ja mitverhandelst. Du verhandelst ja für dein Team die Bewertung mit, du verhandelst für dein Team auch Konditionen mit, auch für deine Bestandsinvestoren, wenn du sie schon hast. Deswegen und du lernst auch nur, wenn du am Tisch sitzt. Und wenn du immer andere verhandelst, wann lernst du es denn dann?
Iskender Dirik: Ja, da muss man zur Fairness sagen, dass Schranner gesagt hat, dass man schon am Tisch sein muss. Aber die Verhandlung selbst, das wäre gerade, wenn es um den Preis geht, jemand anderem überlassen soll. Du hast vorhin über Marktmacht gesprochen, über Marktmacht von von Spielern, die schon mal sehr, die durchaus enorm und und entscheidend sein kann. Wie erkenne ich denn als Gründer, was meine Marktmacht ist und was damit auch meine Verhandlungsposition eigentlich ist?
Wilken Engelbracht: Eigentlich ist das ganz ähnlich wie bei Spielern. Wann wann weiß ich fange mal wieder bei dem Fußballbeispiel an, weil das immer so schön plakativ übersetzbar ist. Wann weiß ein Spieler, dass er seine Marktmacht hat? Das eine ist weil Vereine sich bei seinem Berater melden oder bei ihm direkt melden und fragen, ob er sich nicht auch so schöne blau-gelbe Trikots oder rote Trikots oder was auch immer vorstellen kann. Ja? Und das andere ist, wenn du als Spieler, du wechselst einfach einen, du bist in der berühmten Transferperiode, das Transferfenster ist weit geöffnet und du wechselst den Verein. Und du merkst irgendwie, du bist in Gesprächen mit ein, zwei Vereinen, dein Berater ist in Gesprächen, du merkst, wie schnell diese Gespräche gehen. Also, was heißt das? Diese zwei Indikatoren. Vielleicht leiten wir das mal wieder vom Spieler ab. Wie viel Anfragen, also Inbound du bekommst und wie schnell Leute letztendlich im Prozess reagieren. die Fieberkurve, die ein Gründer einfach messen soll. Es ist jetzt ziemlich banal die Aussage, aber es ist ganz wichtig. Wenn ich klar bin, ich bin jetzt in einer Seed Company oder Pre-Seed bin und keiner kann mich so richtig kennen und ich habe kein Inbound und das ist was anderes, aber wenn ich ein A, B und C bin und ich habe überhaupt kein Inbound bekommen, da würde ich schon sagen, da mach dir mal Gedanken über deine deine Visibilität oder auch deine Marktmacht oder deine Marktattractivität. Und das andere ist, du beginnst den Prozess und merkst einfach, wie schnell Investoren auf was, was ich... du gibst die Informationen, wie schnell reagieren sie, wie kommen sie, wie schnell kommen sie mit der nächsten Frage, wie schnell machen sie das mit deinem CTO, wie schnell fordern sie Kundenreferenzen an. Das ist das, da musst du ein... Gründer sind eigentlich nie objektiv. Es ist natürlich ist ihr Baby. Aber das ist das, wo du am besten merken kannst, bin ich heiß am Markt und wollen die mich, weil eins ist ganz klar. Und dafür war ich lange genug im Fond. Wenn ein Fond einen Deal heiß findet, dann lässt er nicht los. Mhm. Und wenn der Fond sagt, oii, wir haben aber gerade noch einen anderen Deal und keine Ahnung, der Partner ist gerade noch irgendwie bei der Finanzierungsrunde oder sonst was dran, also sorry, scheiß drauf. Wenn es gibt so wenig gute Deals und wenn ein Fond einen guten Deal haben möchte, dann lässt er alles stehen oder macht alles parallel oder arbeitet nachts, bis sie diesen Deal haben. Und du merkst es einfach, Mist die Geschwindigkeit, die Antwortgeschwindigkeit der potenziellen Investoren, guck in den Rückspiegel für immer, du hast und dann weißt du, welche wie attraktiv du für den Markt bist und was ist ganz wichtig, weil viele Companies überschätzen sich auch. Wenn sie dann über und du regulierst natürlich auch ein bisschen deine Attraktivität auch ein Stück weit über Bewertung. Gerade wenn einer dich gar nicht attraktiv findet, kannst du eben die billigste Bewertung geben, der wird trotzdem nicht investieren, aber gehe ich zu aggressiv rein, weil es auch auf Gefühl ist, überschätze mich, gehe mit einer hohen Bewertung rein und dann sinkt die Bewertung sukzessive. Bestes Zeichen dafür für den Markt auch, die Attraktivität sinkt, der ist doch nicht so heiß der Deal. Und Investoren, wie bei Spielern, gucken natürlich auch in die Kristallkugel. Und wenn Investoren das Gefühl haben, es ist immer das Gleiche, die drei anderen Investoren, die finden das auch gut, dann senkt das meine Uncertainty, meine Unsicherheit, dass der Deal dann wahrscheinlich doch gut sein muss. Und das ist mein großer Tipp. deswegen letzte Sache. Und ich glaube, du hattest ja auch den Malte von Parloa da und ich habe mir das auch angehört. Der hat ja eine ganz wichtige Sache gesagt. Mein wichtigster Tipp, wenn du eine Finanzierungsrunde machst, du musst alles so vorbereitet haben, dass du nicht die Bremse bist im Prozess. Du willst den Leuten das Gefühl geben, dieser Prozess ist verdammt schnell. Aber wenn du den Prozess bremst, weil du keine Kundenreferenz hast, die in den nächsten zwei Wochen angerufen werden kann oder weil der Datenraum noch nicht fertig ist oder so was oder das Excel-Modell noch irgendwelche Fehler hat. Der Ball muss rollen und du musst den Ball anstoßen. Das ist das Wichtigste. Nur dann kannst du das hinkriegen, was die Investoren spüren müssen.
Iskender Dirik: Na, wenn wir jetzt nicht über Fomo sprechen sollten, wann dann?
Wilken Engelbracht: Hatte ich alles gesagt, ne?
Iskender Dirik: Wie wie funktioniert FOMO im Fußballgeschäft richtiger dagegen? Jetzt gibt's im Fußballgeschäft so Dinge wie den Deadline Day, das ist für mich der spannendste Tag des Jahres eigentlich als Fußballfan. Ähm, da werden Vereine gegeneinander ausgespielt, da gibt es dann auch so Faktoren wie, also jetzt ich bin Fenerbahçe-Fan, Erzrivale Galatasaray, da wird dann diese Erzrivalität ausgespielt von der Spielerberaterseite. Da ist es dann ein herber Gesichtsverlust für einen der beiden Vereine, wenn man Spieler an den anderen verliert. All solche Sachen, ich werde nie vergessen eine Geschichte die ich erlebt habe im Ruhrpott, da saß ich im Auto eines Spielerberaters damals, der Berater eines oder immer noch einer von einem der besten Fußball deutschen Fußballspieler international. Und da saß ich im Auto mit dem auf dem Weg zu einem Dinner und er hatte laufend Anrufe bekommen von Journalisten. Und da habe ich mitbekommen, wie der ganz gezielt Informationen an Journalisten streut, um den Wert seiner Spieler zu steigern. Ist das gang und gäbe und was sind so die Taktiken im Fußball, um FOMO zu erzeugen?
Wilken Engelbracht: du bist offensichtlich bei den Beratern deutlich näher dran als ich. Ich sitze nämlich selten mit ihren Beratungsausmitteln und lasse mich bei ihren Gesprächen zuhören, das finde ich natürlich hochinteressant. Du hast natürlich eine Sache, erwähnt, die kannst du wiederum jetzt mal nicht übertragen zwischen Venture Capital und Profifußball. Das ist der Deadline Day. Also für die Zuhörer und Zuhörerinnen, die es vielleicht nicht so genau kennen, du hast ja Transferfenster im Fußball, eins ist im Winter vereinfacht gesagt im Januar, das andere ist im Sommer vereinfacht gesagt Juli, August. Ähm und nur da kannst du Spielertransf- also Transferrechte sozusagen übertragen zwischen Vereinen. Nur da darf ein Verein einen neuen Spieler letztendlich wirklich von einem anderen Verein übertragen und noch unter Vertrag nehmen, nur in diesem Transferfenster. dass vorher schon Gespräche geführt werden, ist vollkommen klar, aber nur da kannst du den Akt vollziehen, es sei denn Ausnahme, wenn du ein feinschlussiger Spieler bist, der darf auch, ich sag mal, außerhalb der Transferfenster, danke dir, übertragen werden. So. Und dieser Deadline Day führt natürlich dazu, dass natürlich das ist natürlich ein FOMO, das kennst du im Venture Capital seltener, dass es einen Tag gibt und danach darfst du kein Deal mehr machen für natürlich spannend, wenn man sagen würde, wir setzen jetzt irgendwie die European Venture Capital Association um und dann bis dahin dürft ihr keinen Deal machen, danach müsst ihr wieder sechs Monate wieder irgendwie an die Côte d'Azur gehen. Äh das gibt's natürlich nicht. Aber vielleicht mal ganz kurz, was das Spannende ist halt einfach, und da geht's auch wieder um Marktmacht. Die mittleren und kleineren Vereine kämpfen eigentlich mit diesem Deadline Day viel mehr. weil oft hast du eine Kaskade im Fußball. Ein Topverein, alle warten drauf, dass irgendwie ein Topverein, keine Ahnung, einen Spieler verkauft, wieder Geld einnimmt und mit dem Geld dann irgendwie, was weiß ich, etwas günstigeren Spieler kauft. manchmal so durchs System durch. Das ist nicht immer der Fall, aber manchmal ist es so der Fall. Und manchmal ist es so, liest man auch in der Presse, dass alle warten, wann geht denn eigentlich so die Transferwelle los. Manchmal braucht es diese Impulse. Und für die ganz kleinen und und mittleren Vereine ist es oft so, dass die halt die ganze Zeit darauf warten, dass der Spieler, den sie gerne haben, dass der endlich abgegeben wird. weil dann der Verein davor, der ein bisschen höher in der Namenskette ist, sagt, ich weiß zwar noch nicht, ob ich das Geld kriege für den Transfer, weil erst wenn ich das Geld kriege, möchte ich den Spieler haben und erst dann gebe ich den Mittelfeldspieler ab, weil wenn ich den nicht kriege, brauche ich den trotzdem noch, obwohl ich ihn eigentlich abgeben möchte. Und desto tiefer du in der Kette sitzt, desto länger musst du manchmal warten. Und dann führt's manchmal dazu, dass du panisch am letzten Tag da sitzt und sagst, hoffentlich wird dieser eine Stein noch mal irgendwie angestoßen, damit mein Stein auch ins Rollen kommt.
Iskender Dirik: das ist ja auch ganz interessant die Dynamik, die da aus aus Fußballvereins Sicht stattfindet, nämlich du willst einen Spieler kaufst du den jetzt für mehr Geld früh ein, sodass du ihn sicher hast oder wartest du, dass der am Deadline Day noch verfügbar ist, um dann natürlich den Preis stark zu drücken. Also das ist so ein Thema, das bei unseren türkischen, lieben türkischen Verein ein ganz großes ist. Da wird immer auf den Schnapper am Ende gewartet und da passiert das auch mal, dass vor dem Deadline Day ein Transfer stattfindet oder am Deadline Day dann vier, fünf, sechs.
Wilken Engelbracht: Im besten Fall und hier ist wieder vielleicht der Vergleich zum VC, weißt du, wie dringend der Investmentpartner beim VC vor einem Deal braucht. Wie lange hat er keinen Deal mehr gemacht und weiß er irgendwie, kann ich bin der einzige Partner hier im Fond, der dieses Jahr kein einzigen Deal gemacht hat und äh dann weißt du, dass der auch einen gewissen Druck hat und die zu der Weide gehört ja auch in Fonds. Fonds müssen ja auch investieren. Natürlich können die mal ein bisschen auf dem äh auf der Bremse stehen, aber am Ende des Tages müssen die investieren und wenn ein Partner nicht investiert, sagen die anderen Partner irgendwann, was machst du eigentlich hier und ziehst irgendwie die Managementfee. Jetzt bei Vereinen, wenn du weißt, dass der Verein diesen Spieler eigentlich abgeben muss und und du hast noch drei Stunden diesen Transfer zu machen, weil dann der Deadline irgendwie zu Ende ist, dann hast du vielleicht eine gute Position. Auf der anderen Seite, wenn der weiß, dass du unbedingt diesen Spieler brauchst, weil sonst läuft's irgendwie ohne Torwart auf. Dann bist du mit dem Rücken zur Wand. Also das ist mir das alte Thema auch bei Deals, kenne deine Fahrerposition, kenne deine Marktsituation und kenne möglichst so viel wie es geht von der Gegenseite.
Iskender Dirik: und du musst dann ja höllisch aufpassen, was du sagst öffentlich, ne? Also als Beispiel, gerade Präsidentschaftswahlen bei Fenerbahçe Istanbul. Ähnlich wie bei Real Madrid hat der Gegenkandidat, der jetzt verloren hat, leider, ähm großes Transferversprechen gemacht, indem er gesagt hat, der und der Spieler, Mason Greenwood, wird kommen, äh Guðjohnsen wird kommen. ohne die Verträge vorher machen zu können. So, das heißt, was heißt das denn danach? Das weiß ja dann der Club auf der anderen Seite auch und nutzt das ja schamlos aus dann, wenn die nicht ganz blöd sind.
Wilken Engelbracht: Die richtig guten Vereine ganz am Anfang, die so viel Ruhe und so viel Diskretion und so viel Seriosität wie möglich haben. Desto weniger Rauschen gibt, desto besser kannst du solche Spielchen in deinem Interesse steuern.
Iskender Dirik: Ist der FC Bayern München so ein Verein?
Wilken Engelbracht: Nicht immer Ich glaube, solange wahrscheinlich Uli Hoeneß lebt, hast du da immer zwei Pressesprecher. Aber sie machen halt natürlich viele, viele andere Sachen so verdammt gut und haben so eine starke Position in Deutschland, dass sie sich auch mal ein paar Sachen vielleicht erlauben können, wo man vielleicht mal sagt so, hilft es mir jetzt, einen eigentlich sehr erfolgreichen Sportgeschäftsführer irgendwie in der Öffentlichkeit zu hinterfragen, hilft mir das wirklich? wahrscheinlich nein Aber deswegen lieben vielleicht auch viele den FC Bayern München, weil es auch zum Unterhaltungswert dazu trägt, ne?
Iskender Dirik: Jetzt habe ich eine Frage, die wollte ich schon immer jemanden stellen und ich freue mich sehr, dass ich sie dir jetzt stellen kann. Jetzt gibt es ja Regularien, die einem Verein, der einen Spieler transferieren möchte, nicht erlauben, direkt mit dem Spieler zu sprechen. Wenn es nicht die Transferperiode ist, äh wenn der Vertrag noch am Laufen ist. Es ist ja so ein bisschen komisch, wenn man das jetzt auf die normale Arbeitswelt überträgt. Das heißt, du müsstest, wenn du jemanden verpflichten möchtest von einem anderen Unternehmen, müsstest du erstmal mit dem Arbeitgeber sprechen, bevor du mit dem Spieler sprechen darfst. Das ist doch Schwachsinn, oder? Also das wird doch nicht zuerst mit dem Verein wirklich gesprochen. werden dann da Mittelsmänner eingesetzt, um dann mit dem Spieler schon mal, du sprichst ja nicht mit dem Verein, bevor du weißt, ob der Spieler Bock drauf hat oder
Wilken Engelbracht: Ich beantworte mit einer offenen Frage. ist der Profifußball das integriste und moralischste Geschäft, was du dir gerade vorstellen kannst, was eine solche Regel einhalten würde, wo andere Industrien es vielleicht machen würden oder nicht. auf der anderen Seite gibt es natürlich eine gewisse Logik dahinter. Was du natürlich total verhindern möchtest, ist, dass du einfach auch Unruhe in andere Mannschaften im laufenden Web bringst. Und natürlich muss es diese Regel geben, um das zu verhindern. Aber wird sie mal eingehalten und gibt es Mittelsmänner, das beantwortet das, glaube ich.
Iskender Dirik: Wilken, lass uns mal hinter die Kulisse schauen. Welche schrägen Stories hast du so erlebt, wenn es um Verhandlungen mit Verein, Spielerberatern im Fußball geht?
Wilken Engelbracht: schregge schregge stories Also, wenn du Berater sagst, ist das eine Sache, hat schon Unterhaltungswert. Ähm, du hast ja bei Beratern, wir haben das mal so, jeder kennt ja noch Steve Jobs, One last thing oder one more thing. So ganz am Ende noch so eine Sache. Und du konntest immer die Uhr nachstellen, es gibt so einen Beratertyp, der hat immer, du hast die Tinte trocknete gerade schon und dann fiel noch eine Sache ein. Eins habe ich, eine Sache habe ich noch vergessen. Eine, eins müssen wir noch mit aufnehmen im Vertrag. Und dann hatten wir den ewige Verhandlungen, war ein ganz junger Spieler, also wirklich noch ganz am Anfang seiner Karriere. Und dann war genau die Situation. Wir saßen da, waren endlich froh, dass wir alle alle Terms im Vertrag hatten. Und der Berater sagt so: „Ah, eine letzte Sache habe ich noch.“ Und dann sagt er: „Was, was gibt’s denn jetzt noch? ich habe dem Spieler versprochen, ich habe es leider vergessen, tut mir leid, dass der Verein noch seine die Kosten für seinen für seinen Führerschein übernehmen soll.“ Und nicht verdient er demnächst ein gutes Oberarztgehalt und dann reden wir über Führerscheinkosten.“ Lange Rede, kurzer Sinn: Haben schon total genervt. In dem Moment, weiß ich noch, als wäre es gestern, guckt mein äh mein Kollege, der Sportgeschäftsführer, aus dem Fenster. Guckt so aus dem Fenster und beim VfL Bochum ist immer unten der ist der Parkplatz, wo immer die die Spieler immer drauf fahren. Sagte, guckt so raus und tippt den Berater so an und sagt so, sprechen wir über den Spieler da? Und in dem Moment kommt der Spieler mit dem Auto auf den Spielerparkplatz gefahren. Hat er natürlich keinen Führerschein. Da sagte der Sportdirektor noch so ganz trocken, sagte so: „Okay, pass mal auf. Die Praxis funktioniert ja schon ganz gut. Dann schreiben wir jetzt die Theorieprüfung noch rein.“ Haben wir also die Kosten für die Theorieprüfung in den Vertrag reingeschrieben, den praktischen Teil der Praxisprüfung schon geschafft haben. Also, es ist ein Geschäft wie im Venture Capital und im Startup mit vielen vielen großen Egos und bunten Paradiesvögeln und von daher der Unterhaltungswert ist regelmäßig gegeben.
Iskender Dirik: Aber jetzt mal im Ernst, ist One Last Thing eine schlaue Handlungsstrategie? Weil du bist ja auf Clubseite oder auch auf Fondseite, äh du willst jetzt den Deal nicht gefährden.
Wilken Engelbracht: Naja, du bist natürlich irgendwann an so nem Punkt, wo wo ein Deal, wie du aussagst,
Iskender Dirik: Du hast schon so viel Zeit investiert.
Wilken Engelbracht: It's a point of no return. Deswegen ist glaube ich so ein bisschen aus Dreistigkeit, so wo die Leute dann immer sagen, jetzt jetzt können wir es nicht mehr machen, ähm du kannst dann natürlich immer nein sagen, aber ich glaube, das ist eine Mischung aus Vergesslichkeit und Dreistigkeit. Und manchmal siegt auch Dreistigkeit.
Iskender Dirik: One last thing. Okay. wir sind ja schon ein bisschen persönlich gewesen, aber lass uns noch persönlicher werden wegen. Du hast uns was mitgebracht. Magst du noch mal erzählen, was am Anfang schon schon gemacht, aber was ist es, was steckt dahinter?
Wilken Engelbracht: Ja, warum warum habe ich dieses
Iskender Dirik: Und lass uns mal kurz sagen, was drauf steht auch. Wort für Wort.
Wilken Engelbracht: ich kenne es natürlich, aber ich hab's nicht auswendig gelernt. Also, es ist, wie gesagt, ein sogenannter Tombstone, da ist das wunderschöne Vereinswappen vom FC St. Pauli drauf und da drunter das ebenso schöne, ähm, letztendlich Logo der der ersten Genossenschaft im Profifußball. Ich erkläre es ganz kurz und knapp. Und da steht drauf, also der FC St. Pauli, der Verein veräußert 56 %, also die Mehrheit, der und jetzt wird's technisch, der Millerntor-Stadion-Betriebs GmbH & Co. KG. Die sind natürlich immer sehr technisch, diese Tom Stones an. Die Football Cooperative, also die die Genossenschaft, die Fußballgenossenschaft St. Pauli. Und das war alles am 6. November 2025, also nicht ganz so lange her. So, was verbirgt sich dahinter? Der FC St. Pauli ist ja ein Verein, der der, ich stell's mal wieder hin, der immer auch sich daran misst, dass er sagt, ein anderer Fußball ist möglich. Das heißt also ein anderer Fußball, der nicht ganz so kommerziell überladen ist, der nicht immer über all den Marktgesetzen letztendlich folgt und so weiter und der vor allen Dingen natürlich auch noch den Fußball in den Händen seiner Mitglieder letztendlich und seiner Fans behält. die Haupteinflussnahme soll einfach aus dieser Mitgliedschaft und aus den Fans heraus immer noch äh ähm erfolgen. Gleichzeitig ist das ein Verein, der natürlich nicht frei davon machen kann, dass er auch Geld braucht, um letztendlich auf Höchstniveau Fußball zu spielen. Da wir aber kein Verein sind, der, ich sag mal klassisch ausgeliefert und dann irgendwie ein ein reichen Privatinvestor oder vielleicht auch ein ein Unternehmen letztendlich beteiligen kann, einfach vom Selbstverständnis her nicht, haben hat sich der FC St. Pauli überlegt, wir bauen uns im Prinzip, das mache ich mal wieder so ein bisschen im Investorensprech, unsere eigene Beteiligungsgesellschaft auf. Das heißt, wir gründen eine Genossenschaft, die gehört nicht dem Verein, die ist total unabhängig, die ist aber wie eine eine Beteiligungsgesellschaft, die sammelt Geld ein, aber die Investoren, sozusagen die die im übertragenen Sinne die Limited Partners dieser Genossenschaft sind tausende von Menschen, knapp 23.000 Menschen, natürlich St. Pauli Pauli Sympathisanten, Mitglieder, Fans, die zahlen dort Geld ein und mit diesem Geld kann dann diese Fußballgenossenschaft, die erste, die es gibt im Fußball, kann dann sich an Aktivitäten des Vereins beteiligen. Und das war das erste Projekt, sie haben sich an dem legendären Millerntor-Stadion beteiligt. Da ist natürlich einiges an Geld geflossen, ungefähr 30 Millionen und dann damit konnte der Verein sich zum Teil entschulden und auch Darlehen aus Corona-Zeiten, aber auch andere Stadion-Darlehen tilgen, Infrastrukturmaßnahmen tätigen. Das ist dieses Projekt, das ist sehr, sehr einzigartig. Andere Vereine, Schalke hat es dann ja auch letztendlich angestoßen, ein ähnliches Projekt, der HSV macht gerade auch eine eigene Fußballgenossenschaft. Mal gucken, wie es bei denen läuft, bin ich mal sehr gespannt. Das ist der Hintergrund und für diese Transaktion gab es einen Tombstone und als du mich gefragt hast, wirken bringen einen Gegenstand mit, der dich beschreibt, das ist jetzt nichts, was mich als vielleicht als Mensch beschreibt, aber beruflich diese, wie wir am Anfang so ein bisschen salopp sagten, Schizophrenie zwischen zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Welten ist hier drin vereint, ein Dealtombstone, den man vom Investorengeschäft kennt mit der Seele des FC St. Paulis.
Iskender Dirik: Du verlässt den FC St. Pauli. Das ist öffentlich.
Wilken Engelbracht: Nach drei Saisons
Iskender Dirik: drei Saisons wirst du den FC St. Pauli verlassen und du wirst ihn verlassen mit der gesündesten Finanzsituation der Vereinsgeschichte. Was nimmst du aus dieser Zeit mit, das vielleicht nicht in den Bilanzen steht?
Wilken Engelbracht: In aller Bescheidenheit sage ich natürlich, das war nicht mein Einzelverdienst. Es ist viel dazu gekommen, der damalige Aufstieg in die erste Liga, Projekte wie Genossenschaft. Aber ja, der Verein steht steht gut da, was mich sehr freut. Was nehme ich mit? Vielleicht wieder was, was Relevanz auch für Startups hat. ich habe es ja gerade schon mal angeschnitten, ist ein Verein mit einem ganz eigenen, ich nenne mal diesen Begriff Narrativ, mit einer ganz eigenen Geschichte, einer ganz eigenen Positionierung. Du kannst den FC St. Pauli beschreiben mit seiner Eigenständigkeit, mit seinem eigenen Weg, dieses ein anderer Fußball ist möglich, eine andere Finanzierung im Fußball ist möglich, was sich ja durch verschiedenste Sachen durchzieht in dem Verein. Welche Sponsoren dürfen mit diesem Verein zusammenarbeiten in Anführungsstrichen. Welche Botschaften kommuniziert man? Wir haben den ersten Tarifvertrag mit Verdi verhandelt im Profifußball, sehr komplexes Projekt, war Wunsch unserer Mitglieder. Also ein sehr eigener Verein, der eine eigene Geschichte erzählt. Und ich glaube, das ist, das nehme ich mit, das habe ich bei St. Pauli gemerkt. Es ist viel, es macht es viel leichter für einen, für eine auch eine junge Company, wenn sie wirklich ihre Geschichte erzählen kann. Das ist ja auch ein Thema von dir immer. Wer bist du, was bist du, was macht dich einzigartig, was macht dein Produkt, was macht deine deine Vision einzigartig und du musst das artikulieren können. Dafür brauchst du natürlich auch einen Kern, wenn du den nicht hast, ist es schwer eine Geschichte zu erzählen. Das habe ich bei St. Pauli total gelernt und das hat das auch leichter gemacht für diesen Verein zu arbeiten, weil du eine Geschichte erzählen kannst und weißt, wer du bist. Auch wenn sie sich das immer entwickelt. Was habe ich noch gelernt? Ich glaube, das kann ich mit vollem Selbstverständnis sagen. Ich kann mittlerweile alle Sorten von Marihuana nur am Geruch auf der Brüne erkennen. Bin da mittlerweile absoluter Experte für.
Iskender Dirik: Du meinst, das könnte vielleicht auch auf die Berliner Startup-Welt übertragbar sein?
Wilken Engelbracht: Auf alle Fälle habe ich es am Millerntor gelernt und bin jetzt da wahrscheinlich genauso gut wie jeder Drogenhund am Flughafen.
Iskender Dirik: Stark Was treibt dich als Person an oder was hat was hat der Fußball dir gegeben, was die VC-Welt dir nicht geben konnte?
Wilken Engelbracht: ist ein Privileg da arbeiten zu können. Aber wenn ich es auf die VC, wenn ich die Rolle in VC mir anschaue, jeder der auch sich überlegt, will ich mal irgendwann bei einem VC arbeiten. Es ist ein Geduldsgeschäft. Und du schaust anderen ein Stück weit bei der Arbeit zu, mal blöd gesprochen. Du schaust dir wahnsinnig viel Papier an und und von den hundert Geschichten, die du liest, machst du vielleicht eine. Das ist natürlich was, da musst du auch gemacht für sein, für diese Geduld. Und äh und ich habe es ja vorhin schon mal gesagt, das ist ein Geschäft, wo halt die die richtig spannenden Themen, bei denen du an denen du teilhaben möchtest, das kontrollierst du auch nicht immer. Dann kommt halt einfach ein Top Brand voran und schnappt das Ding weg. Damit musst du klarkommen. Der Fußball ist natürlich jede Woche Chaos, Emotionen, Freude, auch mal Trübsal und so weiter. Das das und wenn man das auf eine Organisation überträgt, dieses einmal alle zwei Wochen im eigenen Stadion stehen und wirklich, sage ich mal, mit mit egal wer neben dir steht, ob es was weiß ich, jemand aus der Personalbuchhaltung ist oder ob es jemand aus der Auswärtsschicht ist. die liegen sich dann ja in den Armen, wenn der Verein ein Tor schießt, wenn er gewinnt und sonst was. Diese Emotionalität, was so zusammenschweißt, was natürlich auch schwierig ist, wenn du absteigst oder wenn du mal, ich sag mal, äh das Stadtderby verlierst. Aber das ist natürlich wirklich was Besonderes und Einzigartiges und du baust natürlich anders als bei einem VC-Fonds. Du baust an Dingen. Du baust eine Genossenschaft. Du baust ein Stadion aus. Du du baust einen Kader weiter. Dieses irgendwie sich umdrehen und sagen, das habe ich in der Zeit gemacht mit einem emotionalen letztendlich Teamspirit, das hast du natürlich in wenigen Geschäften so ausgeprägt wie im Fußball.
Iskender Dirik: Das resoniert sehr mit mir. Das war eines der Dinge, die mir am VC-Dasein immer am meisten gefehlt haben, diese schnellen Feedbackzüge. Ja, ja. Selbst wenn du wenn du einen sehr kompetitiven Deal gewinnst, am Ende weißt du nicht, ob es am Ende ein guter Deal gewesen sein wird oder nicht.
Wilken Engelbracht: Und am Ende, sagen wir ganz ehrlich, eine gute Kompanie geht ihren Weg. Die Top-Kompanie kann glaube ich auch das Geld von der Kreissparkasse, keine Ahnung, Wendland nehmen. immer ein bisschen plakativ gesprochen. wenn es wirklich gut ist und und da muss man muss sich ja auch ein VC fragen. Nochmal, VCs können auch mehr Wert haben. Ich will das gar nicht, aber wenn du wirklich eine Top-Company hast mit einem Top-Team hast, dann ist das Geld, woher das herkommt, oft egal. Dann gehen die ihren Weg. Irgendwann kann die Kreissparkasse nicht mehr finanzieren, dann brauchst du die VCs. Aber das ist natürlich auch ein Stück weit, wenn man da sich selbst reflektiert als VC, ist auf deine letzte Frage ja auch, welchen welchen Beitrag habe ich jetzt wirklich geleistet. Natürlich leistest du einen Beitrag für deine Investoren, weil du natürlich den Deal hast, aber das ist, damit muss man emotional natürlich auch klar kommen wollen, ja. Und können.
Iskender Dirik: Zwei Dinge möchte ich mit dir noch machen. Erstens, wir haben ein paar Zuschauerfragen und zweitens, wir werden dann mit einer Schnellfeuerrunde beenden. Ich möchte noch einmal kurz auflösen. Willst du das ignorieren? Das... gucken wir mal. Die Geschichte zu dem Trikot. Also, es gibt ja zwei Geschichten. Das Trikot, das ich hier mitgebracht habe, für diejenigen, die nicht zugucken, ist ein Fenerbahçe Istanbul Trikot. Und ja, das eine offensichtliche ist, nach dem, was ich eben gesagt habe, ich bin ein großer Fußballfan. Ich bin eingefleischter Fenerbahçe Istanbul Fan. Leider habe ich mir nicht ausgesucht.
Wilken Engelbracht: Der Verein sucht sich den Fan aus und nicht andersrum.
Iskender Dirik: So ist es, so ist es. Ähm das ist das eine und das zweite ist und äh das ähm weißt du an der Stelle nicht, weil du dich nicht so erinnern wirst, Ich hatte dieses Trikot an, als wir uns das erste Mal kennengelernt haben. Persönlich. Nehme ich auf.
Wilken Engelbracht: Diesen Moment werde ich nie vergessen. Als ich das erste Mal auf Mallorca gesehen habe, im Licht der Sonne, in der Mitte der Sonne, kann ich diesen Moment vergessen? Natürlich erinnere ich mich daran, wie du dieses gestreifte
Iskender Dirik: diese diese Lichtgestalt wie war denn mein Spiel? Nee, natürlich nicht. Also, wir haben da so'n so'n kleinen Trupp an Unternehmern, VCs, äh da ist Menschen wie Florian Heinemann dabei, mit dem wir uns immer Heine, meinst du? Das ist ein Project, ja.
Wilken Engelbracht: ganz ganz vage habe ich das gehört
Iskender Dirik: Project A, yeah, yeah. Ähm, der ein oder andere kennt ihn vielleicht. Genau, und da treffen wir uns, ähm, wenn wir dann Zeit haben. Du bist jetzt länger nicht dabei gewesen, ich war dieses Jahr auch nicht dabei, äh auf Mallorca, um etwas, um zu versuchen Fußball zu spielen, würde ich mal so ausdrücken. Und da hatte ich dieses Trikot an und da haben wir uns das erste Mal kennengelernt.
Wilken Engelbracht: Ich bin nie in die Verlegenheit gekommen, einen von euch unter Vertrag zu nehmen. Daran erinnere ich mich.
Iskender Dirik: Ja gut, spricht für deine
Wilken Engelbracht: Picking, scouting, scouting expertise.
Iskender Dirik: Peking Expertise
Wilken Engelbracht: Aber ich habe mich auch nicht selbst in den Vertrag genommen, von daher passt das ganz gut.
Iskender Dirik: Sehr gut. Zuschauerfragen Los, ein paar Zuschauerfragen. Die erste kommt von jemandem, den wir beide gut kennen, Jan Sessenhausen. Dein alter Kollege von Cusp Capital war auch schon im Podcast hier und Jan fragt: Im Sport ist Erfolg extrem kurzfristig getaktet. Wir haben eben drüber gesprochen. Jede Woche ein Spiel mit direktem Ergebnis. Im VC ist er extrem langfristig. Wie verändert dieser Takt deine Rolle und die Art, wie du entscheidest?
Wilken Engelbracht: Ich mach's kurz. Der kaufmännische Geschäftsführer hat einen Zeithorizont von mehreren Jahren im Normalfall. Der Sportdirektor hat manchmal schon einen, der nur oder sportliche Geschäftsführer, die vielleicht nur bis zum Ende der Saison ist, weil er weiß, wenn wir hier irgendwie absteigen oder nicht in die Champions League reinkommen, bin ich vielleicht Historie. Vielleicht ein Jahr. Der Trainer hat manchmal einen Horizont, der ist noch kürzer. Der weiß nämlich, in den nächsten zwei Spielen muss ich dringend mal wieder gewinnen. So. Du hast also Unternehmen mit ganz, wo die Entscheidungsträger ganz unterschiedliche Zeithorizonte haben. Und ich glaube, auf Jans Frage, erfolgreiche Vereine müssen es hinkriegen, dass diese Zeithorizonte so überlappend und langfristig wie möglich sind. Das guckt den Verein an, wie wenn man in Deutschland sagt, welcher Verein ist gut gemanagt. Und dann kommt man wieder Freiburg. Wenn du in Freiburg reinguckst, der Sportgeschäftsführer mehr als ein Jahrzehnt, der kaufmännische Geschäftsführer mehr als ein Jahrzehnt im Verein. Selbst damals hier der Trainer Streich war, glaube ich, keine Ahnung, fast 20 Jahre im Verein, davon 12 Jahre glaube ich als Trainer. das hinzukriegen, wofür du Vertrauen brauchst, Kontinuität brauchst, das führt dazu, dass du, die gleiche strategische Zeitachse auf Entscheidung und letztendlich Verhalten in den Verein rein kriegst. Das ist die Kunst in Fußballvereinen. Und das entscheidet, wenn du es ganz einfach machst, wahrscheinlich sehr stark erfolgreiche Vereine von weniger erfolgreichen Vereinen. Weil wie willst du eine Strategie umsetzen, wenn die Leute so unterschiedliche Zeitachsen haben?
Iskender Dirik: Oh, du kriegst Gänsehaut. Leider sind wir dabei für Hertha BSC Istanbul. Das ist ja geisteskrank. Wie willst du denn langfristig erfolgreich sein, wenn da andauernd der Präsident wechselt?
Wilken Engelbracht: Du musst halt Präsident werden.
Iskender Dirik: Mal gibt's einen Sportdirektor, dann gibt's keinen, dann gibt's keine einheitliche Spielphilosophie. Der Kader wird jedes Jahr komplett durchgeändert. Das ist doch Geisteskrankheit. Was ich überhaupt nicht verstehe, by the way, Ich werde richtig emotional. Diese Vereine werden also auch bei uns von Unternehmern geführt, das sind Milliardäre, die sind geisteskrank gute Unternehmer. Ich check das nicht. Warum die es dann nicht hinbekommen, das was ihre Unternehmen sicherlich erfolgreich gemacht hat, auf den Fußball anzuwenden?
Wilken Engelbracht: Kennst du vielleicht den Spruch, Fußball macht Männer zu Kindern. Ähm, hm. Das gilt wahrscheinlich auch für türkische...
Iskender Dirik: Das erklärt einiges. Wir gehen zum nächsten. Jan Hilmer fragt: Wie ordnest du den finanziellen Support für Innovationen im Sport, Fonds, Acceleratoren in Deutschland im Vergleich zu Europa und anderen Wirtschaftsräumen ein? Stimmt der Eindruck, dass es hier weniger Risikokapital und weniger Struktur für Sportinvestments gibt?
Wilken Engelbracht: Als ich aus dem Profifußball zurück ins Venture Capital kam, zu Cusp Capital, war natürlich die Frage, gucke ich mir auch, äh, Wilken, du kennst dich doch in der Industrie auch aus, guckst du dir vielleicht auch mal an, was man so im Sport Tech Bereich macht. Ich sage es ganz offen und ehrlich und das ist vielleicht jetzt keine zufriedenstellende Antwort für die Person. Sport Tech ist kein gutes Venture Capital Geschäft. Punkt. Auch so weit. Der Markt ist zu klein. Meinetwegen in Amerika, wo du irgendwie drei, vier, fünf große irgendwie Franchises-Profil liegen hast, kannst du noch mit Softwarelösungen oder sonstwas vielleicht noch Geld verdienen. In Europa, wo alles durch den Fußball dominiert ist, würde ich mir wirklich überlegen, ob ich einen Sporttech-Deal mache. Klar, Accel, was glaube ich, die haben damals Huddle gemacht. Die haben ja damals auch dann, äh, ich glaube Optadata gekauft, dann ist da was raus entstanden. Dann hast du auch zum Teil im Sports Betting Bereich natürlich Deals, aber es sind wirklich die Ausnahmen. Es gibt ganz wenig dedizierte Sport Early Stage Tech Fonds. Sapphire Sport hat es damals probiert. Die haben sich jetzt auch, glaube ich, sind rausgespind worden. Aber es ist ein enger Markt und deswegen sage ich, und deshalb noch ein Grund. Selbst die Vereine, die Geld haben, sind oft nicht bereit für Technologie Geld zu investieren. Die sagen Bayern München irgendwie eine tolle Software reinbringen möchtest, das ist ja eine Ehre. Kannst du uns als Referenz nehmen. Kannst du vielleicht noch ein paar Hospitality Tickets. Ganz schwerer Markt für Tech.
Iskender Dirik: Weil sie eben bei dem Bayern München, wo Uli Hoeneß bis heute keine E-Mails liest.
Wilken Engelbracht: Mhm, also, deswegen, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber das ist der Grund, warum ich auch bei dem Thema weiß, es gibt keine wirkliche Finanzierung, kein Ökosystem, weil die Opportunitäten rar gesät sind.
Iskender Dirik: Dr. Patrick May fragt, warum gibt es bei Investments in Spieler keine echte Due Diligence wie bei Unternehmensfinanzierungen?
Wilken Engelbracht: Das stimmt nicht ganz. Es stimmt wahrscheinlich, wenn man sich die Vergangenheit anschaut, aber ich weiß mittlerweile auch von anderen Vereinen, ähm die es... ich habe letztens mit einem Verein gesprochen, der hatten einen wichtigen Trainer Entscheidung getroffen, hat den Trainer unter Vertrag genommen. Die haben mittlerweile, die haben den Trainer von dem Kommunikationsexperten interviewen lassen. Die haben den von dem Psychologen interviewen lassen? Warum weil natürlich ein Trainer sehr stark über seine Kommunikation und auch über seine Psychologie und sein Managementverständnis auch funktioniert. Du hast das mehr und mehr, dass Vereine verstehen, es gibt Schlüsselentscheidungen, die wichtigste mit ist der Trainer. Und wenn ich den einfach nur so, mit dem war ich mal vor fünf Jahren irgendwie so halbwegs glücklich und den hole ich jetzt, weil ich den Klaus-Dieter gut kenne, das ist nicht mehr das Modell der Zukunft. Du hast viele Vereine, die es noch so machen, die es noch aus dem Bauch heraus machen, ähm aber die richtig guten Vereine, auch ein Learning da, werden dort strukturierter und machen Assessments. Du kannst natürlich nicht für jeden Spieler, du kannst ja die Spieler, wenn du jetzt Spieler gehst, das war der Trainer. Du kannst die Spieler nicht vorspielen lassen in den meisten Fällen, wenn die, es sei denn, sie sind vertragsfrei. Ich sag dir nicht im Verein, guck dir mal Ronaldo mal ein paar Tage an, ob dir der gefällt und dann schickst du ihn wieder zurück. Dann ist ja der Marktwert kaputt. Super, dann lasse ich alle vorspielen und schicke sie wieder zurück. Ähm, das ist natürlich ein Grund, warum mein Assessment limitiert ist, aber was ich machen kann, ich und das machen viele Vereine zu selten. Trainer kennen Spieler, Spieler kennen Spieler, Spieler kennen Trainer, weil die alle mal irgendwo zusammengearbeitet haben. und diese Information rauszuziehen, das wird zu wenig gemacht, aber es wird mehr. Das Assessment von den wichtigen Entscheidungen wird aus meiner Sicht mehr strukturiert.
Iskender Dirik: Wie wichtig sind Reference Codes?
Wilken Engelbracht: Ich finde es nicht unbedingt wichtig, weil am Ende des Tages, du kannst auf die äh klar sagen, Leistungsdaten viel aus, aber am Ende des Tages ist die Charakterfrage natürlich trotzdem brutal wichtig. Wie reagiert jemand, wenn er nicht gespielt hat? Wie reagiert jemand, wenn er in einer Verletzungssituation war? Wie reagiert jemand, wenn äh sportlich bergab ging und so weiter? Das sind Dinge, die siehst du nur bedingt in den in den berühmten, sage ich mal, Scouting-Daten und sonst wo. Ich finde es verdammt wichtig. Sport ist so viel Psychologie. Und äh das kriegst du halt nur über über Reference Checks hin.
Iskender Dirik: du hast gerade von Probetraining gesprochen, da werde ich gleich wieder emotional. Da muss ich wieder auf mein sind wir wieder in der Türkei. Zwei Beispiele. Erstens, Dorgeles Nene war bei Fenerbahçe im Probetraining, als er noch ein bisschen jünger war, wurde als nicht gut genug eingestuft und wurde ein paar Jahre später, letztes Jahr, vom Salzburg für 20 Millionen Euro geholt. War im Probetraining bei Fenerbahçe. Beispiel zwei, Diomande von Leipzig. War auch in diesem Probetraining. abgelehnt. Heute Marktwert von 100 Millionen. Da möchte ich jetzt auch nicht in der Haut des Scouts stehen, ein bisschen so wie du, weil du hattest gute Gründe, als du von Contorion weg bist. Das ist glaube ich ein bisschen ein bisschen härter, wenn da jetzt
Wilken Engelbracht: Ja, aber alle liegen in ihrer Karriere daneben, ne? Muss man fairerweise sagen. Alle haben diesen Moment schon gehabt, dass sie, dass sie einen Spieler irgendwie ziehen lassen haben und dann ist er irgendwann durch die Decke gegangen. Und deswegen hat, glaube ich, haben die meisten, glaube ich, dann eine gewisse Demut, weil sie diesen Moment auch schon hatten. Das ist wie der VC, der weiß, ich habe halt irgendwie keine Ahnung. Ich habe halt gesagt, was ist Schrott-Idee. Netzwerk mit Studentenprofilen in Harvard, ja?
Iskender Dirik: Eine Frage noch und da muss ich auch schon wieder auf mein Fener-Trikot schauen. Die Frage kommt vom lieben Andre Bayourat, absolute Fintech Legende. Der fragt, warum in aller Welt hat der FC St. Pauli in der Winterpause nicht Edin Džeko verpflichtet? Der Džeko, der bei Fener gespielt hat, den wir abgegeben haben, um dann die Meisterschaft zu verpassen, weil wir keinen guten Stürmer hatten.
Wilken Engelbracht: Das kann ich mit gutem Gewissen sehr einfach beantworten. Ja, uns hätte wahrscheinlich auch ein Stürmer in der letzten Saison nicht geschadet, auch jemand, der Tore schießt oder auch vorbereitet. Das ist ja Schalke. teilweise mit Džeko sehr gut gelungen. Aber Džeko, und das ist glaube ich sogar öffentlich auch einsehbar, wurde gleichzeitig von Schalke und von Wolfsburg umworben. Schalke war in der zweiten Liga, Wolfsburg war in der ersten Liga. Was sehen wir daraus? Wenn glaube ich jetzt St. Pauli auch noch ins Rennen eingestiegen wäre und der hat sich sogar gegen Wolfsburg irgendwie entschieden und der hat ja auch eine Wolfsburg Vergangenheit, hätten wir wahrscheinlich keine Chance gehabt. Warum ist er zu Schalke gegangen? Da sind wir zum einen wieder bei der Diskussion, die wir vorhin hatten, Brandpower. Selbst Schalke in der zweiten Liga, dieser dieser Verein mit all seinem historischen Wahnsinn, schafft es halt, dass ein Džeko sagt, da habe ich noch mal Bock drauf am Ende meiner Karriere. Hinzu kam, dass der Trainer von Schalke ein enges Verhältnis zu Džeko hat, das hat nicht geschadet, aber Brandpower ist halt da auch brutal wichtig. Ich glaube, wir hätten keine anderen, wir hätten keine guten Karten gehabt, gegen Wolfsburg und parallel Schalke einzusteigen, weil er hat sich für diesen Namen und diesen Trainer entschieden.
Iskender Dirik: Wir schießen ab mit einer Schnellfeuerrunde. Wen würdest du als Gast für die nächste DEALMACHER-Folge nominieren und warum?
Wilken Engelbracht: Ich würde Džeko nominieren, dann kann er natürlich meine Story bestätigen. Außerdem erzählt er glaube ich auch gute Stories. Ist wahrscheinlich unterhaltsamer. die Türkei sprecht, dann könnt ihr zwei Stunden lang nur über die Türkei sprechen.
Iskender Dirik: Ich weiß nicht, ob ich den als Dealmaker bezeichnen würde. Na gut, aber witzig wär's. In der Tat. Du musst in zwei Early Stage und zwei Later Stage VC Fonds deutsche investieren. Cusp Capital ist keine Antwort, die erlaubt ist wegen
Wilken Engelbracht: Ich beantworte die Frage nicht so, wie du sie beantwortet haben möchtest, weil ich nicht Deutsch sage. Ganz im Ernst. Ich bin langweilig. Meine meine Erfahrung ist, ich würde mir, wenn es europäisches Venture Capital sein muss, den den europäischen Accel Fonds nehmen, den europäischen Sequoia Fonds nehmen und dann würde ich mich zurücklehnen. Wenn ich da reinkomme, ist eine andere Frage, ob ich da reinkommen würde. Wenn du noch was ganz early ein bisschen, sage ich mal, out of the box hast, Air Street Capital. Was ist was ist Air Street? Air Street ist der... ist total verrückt, ist der größte Solo GP Fund Europas, also ist der Nathan macht das. Der Nathan hat ganz ganz früh auf AI gesetzt, als noch alle dachten so, AI ist doch schon fast wieder tot. Und äh wir hatten damals überlegt, mit Cusp in seinen Fonds zu investieren, als er noch ganz klein war. Der hat jetzt einen über 200 Millionen Ein-Personen-Fonds. Ähm, aber da würde ich sagen, einfach eine AI Witwe, weil der einfach so tiefensommertheit drin ist. Das würde ich wahrscheinlich machen. Also voll auf einen Trend gehen mit einer Person, die einfach tief tief vernetzt ist, die hat einfach eine gewisse Brandstrahlkraft als Person hat und ansonsten in diese zwei Top Brand Fonds. Bin ich ziemlich langweilig mit der Antwort.
Iskender Dirik: Zum Glück war es mit anderen Antworten nicht so langweilig heute. Wer ist der clevere Fußballmacher, den die meisten nicht auf dem Schirm haben?
Wilken Engelbracht: Der clevere Fußballmanager. Also, diesen Diamantaugen meinst du, jemand der Also ich würde ihn nicht verraten, weil vielleicht bleibe ich ja im Fußball und dann werde ich sicherlich alles dafür geben, diese Personen, die der Markt komplett übersieht, irgendwie dann zu diesem Verein zu bringen. Von daher Am Ende des Tages ist das was wahrscheinlich halt wie, wer ist das gleich, Ole Book, den den Dortmund von Elversberg geholt hat. Am Ende des Tages sind es ja die Menschen, die aus wenig ganz viel machen. na, übers Berg relativ wenig Geld und schaffen es Saison für Saison irgendwie Erfolg zu haben. Das sind die natürlich am spannendsten sind. Das wäre meine Antwort darauf. Und wie gesagt, ähm vielleicht kenne ich jemand, aber dem halte ich noch für mich.
Iskender Dirik: Das heißt, du bleibst der Fußballwelt erhalten?
Wilken Engelbracht: Das hängt auch ein bisschen von der Fußballwelt ab. Vielleicht ruft mich der mal irgendwann Herr Watzke an, nachdem Sie das hier gehört haben und gesagt haben.
Iskender Dirik: Das wäre mal was.
Wilken Engelbracht: Der kann ja Order into Chaos bringen, ja, in
Iskender Dirik: Nur kann ich dir da leider keine Jobsicherheit garantieren. Letzte Frage, deine Philosophie als Dealmacher in einem Satz.
Wilken Engelbracht: Also, Oft ist es ja gesunder Menschenverstand bei solchen Sachen. Wenn ich es jetzt wirklich auf einen Satz runterbreche von den ganzen Facetten, die man von strategischen Verhandlungsstrategien und sonst was sich ableiten kann. Ich habe im Fußball gelernt, das ist noch mal gesunder Menschenverstand. Nimm die Emotionen raus. Gerade wenn du mit Menschen mit Egos unterstützt. Und du hast im Fußball die Berater, die viele Egos, viele von denen haben Egos. Du hast im Venture Capital natürlich auch viele Egos. Manche meinen, dass in gewissen Situationen, wenn sie halt irgendwie Druck reinbringen, Emotionen reinbringen und sonst was, dass sie dann irgendwie eine gewisse Dominanz ausstrahlen. Das ist meistens Bullshit. Das funktioniert eigentlich nur, Druck und Emotionen funktioniert nur, wenn du eh die bessere Verhandlungsposition hast, um das Letzte rauszudrücken. Also, immer lächeln. Immer lächeln in Verhandlungssituationen. Ist ein ganz wichtiger Punkt. Ruhe bewahren, immer lächeln, weil Emotionen führen einfach meistens zu Gegenreaktionen. Und die willst du komplett raushalten. Ansonsten haben wir ja vorhin über ganz viele Sachen drüber gesprochen. Sei richtig gut vorbereitet. du musst wissen, was du möchtest. Das kennt man aus der klassischen Verhandlungsstrategie, was ist die Best Option, die du anstrebst und du musst auch wissen, was deine was was deine beste Walkaway Option ist. Sei einfach klar bei dem, was du möchtest und noch ein letzter Punkt, habe ich vielleicht ein ganz wichtiger Punkt, der fällt mir gerade spontan ein. Ich habe immer wieder gemerkt im Fußball, dass derjenige einen Vorteil hat, der zuerst den Preis nennt. Und ich weiß, wenn wir beide wahrscheinlich mal irgendwann in Istanbul rumlaufen nach einem Fußballspiel und wir gehen da irgendwie auf einen von den Märkten, wahrscheinlich sagen die zuerst, was was der Kaffee kostet, ne? Du sagst nicht zuerst. Die wollen erstmal den Preis machen. Geh zuerst bei den wichtigen Metriken, setz den Preispunkt. Es ist viel schwerer von den wegzukommen, als wieder dahin zu kommen. Damit würde ich meine Weisheiten für heute beenden.
Iskender Dirik: Dann gehen wir auch mit dem Lächeln raus.
Wilken Engelbracht: Wir lächeln.
Iskender Dirik: Wilken, vielen Dank. So Danke dir.
Wilken Engelbracht: Spaß gemacht.
Iskender Dirik: Wenn dir DEALMACHER gefällt, abonnier auf Spotify, Apple Podcasts oder YouTube. Und fünf Sterne helfen dabei, dass mehr Leute den Podcast finden, die ihn brauchen. Für Tech-Deals, VC-Runden und M&A-Transaktionen sprich mit Peter Möllmann und PXR. Er ist der Anwalt, den ich seit Jahrzehnten empfehle. Intro gern über mich, einfach melden. Alles andere – Fundraising, M&A-Beratung, Executive Branding – findest du bei mir auf id.vc. Bis zur nächsten Folge.
Weitere Episoden

Tim Stracke, Mitgründer Chrono24 – Mehr Vertrauen in Patek Philippe als in Notenbanken
Tim Stracke hat Chrono24 mit zwei Partnern gekauft, als die Seite noch ein Nebenprojekt war, und daraus den größten Marktplatz für Luxusuhren der Welt gemacht. Investiert sind unter anderem General Atlantic, das Family Office der LVMH-Familie Arnault und Cristiano Ronaldo. Patek Philippe und Rolex vertraut Tim mehr als vielen Notenbanken, weil sie Verknappung ernst nehmen.
Für den Kauf zahlte Tim ein Vielfaches seiner eigenen Schätzung. In späteren Finanzierungsrunden verschickte Chrono24 die Term Sheets selbst und gab die Bewertung vor, auch in der Runde über mehr als 100 Millionen Euro. Dazu: zwei Kündigungswellen, obwohl Chrono24 profitabel war, und warum eine einzige Welle die bessere Entscheidung gewesen wäre.
Dann wird es nerdig, denn Tim und Iskender sind beide Uhrensammler. Tim erklärt, warum er glaubt, dass ein echter Kenner mit Uhren leichter den Markt schlägt als an der Börse. Er verrät, welche Marken Sammler laut Chrono24-Daten zuerst kaufen und welche zuletzt. Im Uhren-Shootout entscheidet er sich immer zwischen zwei Modellen, bis in jeder von drei Preisklassen ein Sieger übrig bleibt. Außerdem: welche Uhr Tim auf Chrono24 kaufte, bevor ihm Chrono24 gehörte.
💰 Iskender ist CEO-Advisor für Fundraising, Exit und Executive Branding.
Mehr unter id.vc.
DEALMACHER entsteht in Partnerschaft mit PXR – der Kanzlei hinter vielen der größten Tech Deals in DACH. Intro zum Gründer Peter Möllmann über Iskender.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

Filip Dames, Founding Partner Cherry Ventures – Europa muss jetzt abliefern!
Europa ist on fire, sagt Filip Dames. Aber nur, wenn hier in den nächsten 10 bis 20 Jahren die Firmen für AI, Energie, Defense und Space entstehen. Sonst zahlen wir Miete an die USA und China, um deren Firmen zu nutzen.
Filip hat Cherry Ventures 2012 mit Christian Meermann gegründet. Er erklärt, warum Deep Tech in Europa heute finanziert wird, was vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Ein Beispiel ist die Finanzierungsrunde von 450 Millionen für The Exploration Company. Wie tief er selbst einsteigt, zeigt Proxima Fusion: Vor dem Investment sprach er mit fast allen Fusion-Teams. Inzwischen programmiert er selbst.
Es geht außerdem um Cherrys Bewertungsdisziplin und die Ausnahmen, die sich gelohnt haben. Es geht darum, was AI in der Due Diligence verändert und was sie nicht ersetzt. Und darum, warum Filip LP-Fundraising Spaß macht, während die meisten GPs es hassen. Dazu: warum AI-Gründer nach San Francisco gehören statt nach New York, wann eine Runde wirklich preempted ist und warum Fonds ohne klares Produkt verschwinden.
Und Filip erzählt, warum er als Junge fast Opernsänger geworden wäre und warum es anders kam.
💰 Iskender ist CEO-Advisor für Fundraising, Exit und Executive Branding.
Mehr unter id.vc.
DEALMACHER entsteht in Partnerschaft mit PXR – der Kanzlei hinter vielen der größten Tech Deals in DACH. Intro zum Gründer Peter Möllmann über Iskender.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

Zoé Fabian-Frey, General Partner Noteus – 413 Mio. im ersten Fonds, Tink-Exit nach 6 Monaten
Tink war für Zoé Fabian-Frey und ihr Team, damals beim Pariser Investor Eurazeo, kaum zu erreichen. Den Zugang fanden sie über einen Angel-Investor. Dann stellten sie Tink eine Münchner Firma zum Zukauf vor und finanzierten den Kauf mit der eigenen Runde. Sechs Monate nach ihrem Einstieg ging Tink an Visa, nach einer Intro ihres Teams.
Damals war Zoé frustriert, weil sie gern nachinvestiert hätte. Heute ist sie froh: Nach 2021 kamen 2022 und 2023.
Inzwischen ist sie General Partner und Mitgründerin von Noteus Partners. Der erste Fonds schloss 2025 mit 413 Mio. Euro, deutlich über dem Ziel.
Bei Noteus bekommt jeder Deal einen zweiten Partner, der ihn nicht gemacht hat, oft den größten Skeptiker im Investment Committee. Der Grund: Verliebtheit in einen Deal lässt sich kaum abstellen.
Außerdem spricht Zoé über eine Frage, die sie nicht loslässt: ob es die Moats, nach denen sie selbst sucht, heute überhaupt noch gibt.
💰 Iskender ist CEO-Advisor für Fundraising, Exit und Executive Branding.
Mehr unter id.vc.
DEALMACHER entsteht in Partnerschaft mit PXR – der Kanzlei hinter vielen der größten Tech Deals in DACH. Intro zum Gründer Peter Möllmann über Iskender.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

