DEALMACHER Podcast # 
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Zoé Fabian-Frey, General Partner Noteus – 413 Mio. im ersten Fonds, Tink-Exit nach 6 Monaten

September 29, 2026

Inhalt der Episode

Tink war für Zoé Fabian-Frey und ihr Team, damals beim Pariser Investor Eurazeo, kaum zu erreichen. Den Zugang fanden sie über einen Angel-Investor. Dann stellten sie Tink eine Münchner Firma zum Zukauf vor und finanzierten den Kauf mit der eigenen Runde. Sechs Monate nach ihrem Einstieg ging Tink an Visa, nach einer Intro ihres Teams.
Damals war Zoé frustriert, weil sie gern nachinvestiert hätte. Heute ist sie froh: Nach 2021 kamen 2022 und 2023.

Inzwischen ist sie General Partner und Mitgründerin von Noteus Partners. Der erste Fonds schloss 2025 mit 413 Mio. Euro, deutlich über dem Ziel.
Bei Noteus bekommt jeder Deal einen zweiten Partner, der ihn nicht gemacht hat, oft den größten Skeptiker im Investment Committee. Der Grund: Verliebtheit in einen Deal lässt sich kaum abstellen.
Außerdem spricht Zoé über eine Frage, die sie nicht loslässt: ob es die Moats, nach denen sie selbst sucht, heute überhaupt noch gibt.

💰 Iskender ist CEO-Advisor für Fundraising, Exit und Executive Branding.
Mehr unter id.vc.

DEALMACHER entsteht in Partnerschaft mit PXR – der Kanzlei hinter vielen der größten Tech Deals in DACH. Intro zum Gründer Peter Möllmann über Iskender.

Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

Über den DEALMACHER Podcast

Der Podcast über den Fluss von Kapital – wer es bekommt, bewegt und vermehrt.  



CEO-Advisor und Venture-Capital-Investor Iskender Dirik trifft die Menschen hinter den großen Deals im deutschsprachigen Raum – die Dealmacher.  



Zu Gast sind Investoren aus Venture Capital und Private Equity, Gründer, CEOs und Aufsichtsräte – und die Berater an ihrer Seite. Alle saßen am Tisch, als es um viel Kapital ging.  



Es geht um Fundraising, M&A, Exits und die Strukturierung komplexer Transaktionen. Und um das, was vor der Pressemitteilung passiert.  



Für alle, die selbst Deals machen und wissen wollen, wie andere Dealmacher entscheiden.

Transkript der Episode

Iskender Dirik: Ich bin Iskender Dirik, CEO-Berater und Investor. DEALMACHER ist für Gründer, Investoren und Entscheider, die verstehen wollen, wie die großen Deals wirklich funktionieren – Fundraising, M&A, Private Equity und die Menschen dahinter. Zoé, ihr kündigt bei Eurazeo, um danach euren ersten eigenen Fonds zu gründen, der mit 413 Millionen auch direkt überzeichnet ist. Wie schafft man das?

Zoé Fabian-Frey: Lange Netzwerke oder langfristig aufgebaute Netzwerke, viel Arbeit, aber ich glaube auch den unternehmerischen Leichtsinn, den man haben muss, um überhaupt zu gründen. Und tatsächlich investieren wir jetzt gerade schon aus dem zweiten Fonds. Wir sind insgesamt bei 1,3 Milliarden Assets an der Management. Das ist für uns oft... Wenn man dann so im kleinen Alltäglichen ist und baut, gar nicht so offensichtlich, aber doch schon viel, was wir erreicht haben. Und gleichzeitig wollen wir natürlich noch viel weiter. Und fairerweise sind wir auch nicht nur in Anführungszeichen zu viert, sondern wir haben ein ganzes Team hinter uns. Wir sind jetzt knapp 18 Leute in inzwischen fünf Offices.

Iskender Dirik: Wow. Ich würde heute gerne mit dir darüber sprechen, wie man das schafft und vielleicht auch ein bisschen was zum Thema Fundraising lernen von dir. Willkommen, Zoé Fabian-Frey. Sie ist General Partner und Mitgründerin von Noteus Partners. Wir haben eben noch die Aussprache geübt. Ich habe mich da etwas verteilt. einem unabhängigen europäischen Growth-Investor für Tech-Unternehmen. Noteus ist unter anderem bei Scalable Capital und Travelperk investiert und hat im Juli die 1,2 Milliarden Dollar Runde von Quantum Systems mit angeführt, zusammen mit Advent, Blackstone und Airbus. Davor war sie Managing Director im Growth Team von Eurazeo, einem börsennotierten Investor aus Paris. Dort hat sie den Berliner Standort aufgebaut und Investments geleitet in Companies wie Ivan, Commerce Tools und Tink. Und saß auch an Bord von Tink, richtig, das dann an Visa verkauft wurde. 2023 hat sie Eurazeo mit drei Partnern verlassen, Noteus gegründet. Der erste Fonds hat, wie wir eben schon festgestellt haben, in 2025 mit 413 Millionen Euro geschlossen, deutlich über dem Ziel. Wir werden heute über Growth Investments sprechen, auch ein bisschen mehr über dich privat erfahren vielleicht und lernen, wie Startups in der Growth-Phase besser skalieren können und besser fundraisen können und auch Fondsmanager.

Zoé Fabian-Frey: Sehr gerne.

Iskender Dirik: Zoé, du hast uns ein persönliches Objekt mitgebracht. Magst du das einmal zeigen und für die, die nicht zuschauen, einmal erzählen, was es ist?

Zoé Fabian-Frey: Es ist ein Tennisschläger mit dem obligatorischen pinken Band natürlich. Passend zu den Gläsern.

Iskender Dirik: Du wirst uns später erzählen, was es damit auf sich hat. Magst du einmal beginnen und uns Noteus? erklären. Was macht ihr? Was findet ihr spannend? Wann sollte man sich bei euch melden?

Zoé Fabian-Frey: Ja, wir machen Growth Investments. Tatsächlich mit dem festen Glauben daran, weil wir es schon so oft gesehen haben, dass wahnsinnig spannende Companies aus Europa entstehen können. Wir investieren tatsächlich recht global, aber schon mit dieser europäischen Linse. Die meisten Firmen in die wir investiert haben heute, sind wirklich so European-born Tech Champions. Teilweise sehr visible Namen. Du hast einige angesprochen, aber es gibt auch einige, die sind mehr Bootstrap-Growth-Type of Companies. So ein bisschen mehr unter dem Radar. Und das ist eigentlich das, was wir spannend finden. Also Gründerinnen, Gründer, die starke Produkte aufbauen, die sich langfristig im globalen Wettbewerb sehen und behaupten wollen, deswegen auch große Ambitionen haben, die Lust haben. im Co-Control weiterzubauen. Es gibt natürlich auch die PI-Route, das ist dann nochmal was anderes. Es gibt die VC-Route, auch das ist oft früherphasiger als das, was wir machen. Bei uns geht es wirklich darum, über verschiedene Länder zu skalieren, sich weiterzuentwickeln, organisch, aber gerne auch über M&A. Da haben wir in der Vergangenheit sehr viel gemacht und wollen das auch weiterhin machen. Und man sollte sich eigentlich fast immer bei uns melden, weil das Schöne ist ja, jetzt wo wir unabhängig sind, haben wir wahnsinnig viel Gestaltungsspielraum, was unsere Portfolio-Construction, wie man so schön sagt, ich springe so ein bisschen hin und her zwischen den Terminologien aus der Founder-Perspektive und aus der Investoren-Perspektive, was wir aus Portfolio-Construction machen können. Und das macht es total spannend für uns.

Iskender Dirik: Was ist so das typische Profil einer Company, die für euch interessant ist? Oder ab wann wird es für ein Investment spannend?

Zoé Fabian-Frey: In der Regel würde ich sagen, so ab Series B, wo wir wissen, dass heute diese ganzen Buchstaben kaum noch etwas bedeuten, weil sich einerseits durch einfach diesen sehr, sehr rapiden technologischen Fortschritt, Skalierung. oft anders definiert, als es früher der Fall war und andererseits, weil teilweise Kapitalbedarf schon früh sehr hoch sein kann. Am Ende des Tages geht es um Firmen, die ein bewiesenes Geschäftsmodell haben, die schon angefangen haben zu monetarisieren und auch so, dass man sogenannte Repeatability sehen kann im Go-to-Market-Prozess, im Sales-Prozess, dass man idealerweise auch über einen längeren Zeitraum Kohorten tracken kann, das macht es für uns manchmal gar nicht so einfach, weil wir schon in einer Welt leben, wo sich Firmen eben so schnell aufbauen und so schnell skalieren, dass du gar nicht die Zeit hast, diese langen Kohorten zu haben, wie sie noch vor ein paar Jahren haben konnten. Das ist ein Challenge, aber gleichzeitig auch total spannend und als Growth-Investor für uns nehmen wir in der Regel Minderheitsanteile. Arbeiten dann, wie gesagt, gerne im Co-Control zusammen mit den Foundern oder auch dem Rest vom Cap-Table, je nach Situation und haben dann die Möglichkeit auch. später entweder noch zuerst zu investieren oder eben auch nach zu investieren. Also für uns ist es ganz wichtig, Situationen zu sehen, wo wir hoffentlich ein langfristiger Partner sein können und nicht nur einmal investieren können, sondern über die Zeit hinweg auch ein signifikanter Partner sein können und oft nachinvestieren können.

Iskender Dirik: Was sind so die Minimum-Tickets-Sizes?

Zoé Fabian-Frey: 25. 25 und dann nach oben ist es eigentlich relativ weit offen. Also größere Tickets waren etwas... dass über 120, 150 Millionen, 200 Millionen, das ist auch absolut möglich, ist natürlich dann sehr Conviction getrieben und für uns auch immer eine Frage, wie es insgesamt ins Portfolio passt. Aber auf der anderen Seite lösen wir damit eigentlich ein Problem, was wir auch immer noch sehen im europäischen Markt. Es gibt ja ganz viele Diskussionen darüber, wird wirklich mehr Kapital gebraucht. Also Kapital als solches nicht, aber ich glaube schon smartes Kapital, was nicht nur einfach eine Bewertung auf den Tisch legt und dann sagt, okay, now you run at it und mir ist es total egal, ob die jetzt sinnvoll ist im Vergleich zu den Bewertungen auf dem Kapitalmarkt, wo du eigentlich mal hin möchtest oder nicht, weil für mich ist es in meiner in meinem Risikomanagement sowieso verschwinden geringen. I don't really care. I'm along for the ride. Das sind wir nicht, sondern wir sind eigentlich eher versuchen, thoughtful zu sein, was die Bewertung angeht, dass es attraktiv ist für Founder, aber natürlich auch für uns Sinn macht, dass es einfach Sinn macht auf dieser Trajektorie, die wir jetzt schon so oft gesehen haben, mehr als Partnerschaft zusammen. Bevor wir gegründet haben, 2,2 Milliarden investiert, jetzt bei Noteus sind wir glaube ich bei 3 Milliarden insgesamt zusammen investiert und da haben wir natürlich auch einiges akkumuliert an Situationen, die sehr gut gelaufen sind, nicht so gut gelaufen sind und auch viele Learnings aus der 21er Periode, was das Thema Bewertung angeht und versuchen das ja auch in der heutigen Zeit sinnvoll umzusetzen.

Iskender Dirik: Ihr seid geschlossen gegangen, zu viert?

Zoé Fabian-Frey: Wir sind nicht geschlossen gegangen, das war natürlich eine unabhängige Entscheidung, aber für uns war vielleicht auch nochmal ein Schritt zurück sehr klar, warum wir überhaupt... auch bei Eurazeo ursprünglich waren, uns verbindet tatsächlich schon eine lange Zeit, in der wir zusammengearbeitet haben, teilweise sehr strukturiert. Also mit meinem einen Partner Guillaume habe ich meine Karriere damals bei Blackstone 2009. in der Finanzkrise, eigentlich auf dem Zenit der Finanzkrise begonnen. Mit meiner Partnerin Natalie habe ich dann 2013 das erste Mal zusammengearbeitet, als wir beide in der Investment Holding von Axel Springer bzw. ich dort gearbeitet habe und sie von GA-Seite, General Atlantic-Seite mit ihnen gearbeitet hat. Und unseren vierten Partner, Jan, kenne ich auch schon seit 2014. Also we go way back. Und dann waren wir alle zusammen eben bei unserer sogenannten Prior Firm, mit der wir auch heute wieder gut sprechen und auch teilweise zusammenarbeiten und haben uns dann eben für die unternehmerische Route entschieden. Und eigentlich gar nicht so sehr, weil wir gesagt haben. Irgendwas ist schlecht, sondern eigentlich eher, was fehlt denn im Markt und was kann man anders aufbauen und was treibt uns eigentlich an. und klar, man hat natürlich einfach mit vielen starken Foundern schon gearbeitet oder arbeitet heute auch noch mit ihnen und da ist schon auch viel Inspiration rübergespappt, muss man fast sagen, von diesen ganzen Menschen, die wirklich ihr Lebenswerk aufbauen und was Eigenes mit aufbauen und wirklich ins Risiko gehen und genau das haben wir dann gemacht.

Iskender Dirik: Von all den vielen Dingen, die ihr anscheinend beim Fundraising richtig gemacht habt, war das wahrscheinlich auch etwas, das sehr geholfen hat, dass ihr euch schon so lange kennt, oder?

Zoé Fabian-Frey: In der Tat. Also es hilft nicht nur im Fundraising, sondern eigentlich eher auch im Firmbuilding. Ich glaube, es ist insgesamt sehr komplex, über so viele Standorte zusammenzuarbeiten. Wir haben super viele Entscheidungen, die wir treffen müssen, teilweise wie wir eben die Firma aufbauen. Und wo investierst du, wo skalierst du, worauf fokussierst du dich wann? Aber auch Risikomanagement zum Beispiel. Wann nimmst du welches Risiko in dein Underrating Case? Das ist eine super, super spannende Diskussion, die man führen kann, auch da gerade wieder in dieser ja doch sehr, sehr bewegten Zeit. Und man hat halt Dealflow von allen möglichen Geografien. Und ankern und sich da immer wieder abzustimmen und gemeinsam zu den richtigen Entscheidungen zu kommen, erfordert extrem viel Vertrauen, was man eigentlich nur über langfristige Zusammenarbeit aufbaut.

Iskender Dirik: Ich glaube, dieses Firmen-Building, das unterschätzen viele, die es noch nicht gemacht haben. Ich habe gerade gestern zufälligerweise mit einer Freundin gesprochen, die du auch sehr gut kennst, die gesagt hat, ich bin gerade voll fokussiert auf Company-Building, also die auch einen Fonds managt. Wo ich dann gesagt habe, wie jetzt? Ihr macht jetzt Inkubation oder was meinst du? Nee, nee, meine Firma, den Fonds.

Zoé Fabian-Frey: Total. Ich glaube, es ist eine Sache, einmal einen Fonds aufzulegen und zu investieren und das erfolgreich zu machen. Das ist herausfordernd genug, das stimmt, aber es ist ja schon auch die Frage, was baut man eigentlich auf? Und es gibt ja ganz viele Beispiele, es gibt gute Beispiele, es gibt auch viele Beispiele im Fondsbereich, wo du merkst, okay, eigentlich hängt alles an einer Person. Wenn diese eine Person jetzt irgendwie einen Schritt nach rechts macht oder irgendwie Key Man oder Key Woman Risk eintritt, dann ist eigentlich die Value Proposition von dem Fonds nicht mehr da. Und da versuchen wir schon von Anfang an so zu denken, dass wir hoffentlich etwas aufbauen, was langfristig funktioniert. Einerseits, weil wir alle noch relativ jung sind. Das ist schon auch das Charmante an unserem Setup, dass wir alle so Ende 30 sind. Anfang 40, sind wir alle Anfang 40, wir waren Ende 30, sind, also wir haben einfach 10, 20 Jahre locker wirklich Zeit und den Drive und den Hunger. Natürlich jetzt auch ultra viel Skin in the Game, das muss man auch sagen, das ist natürlich was ganz anderes. so einen GP zu bootstrappen selber, als auf einer Plattform zu sein, wo erstmal eine Basis da ist. Aber das von Anfang an groß zu denken und langfristig zu denken, ist auf jeden Fall unsere Stoßrichtung. Und gleichzeitig muss man auch da immer wieder sagen, jetzt werden wahrscheinlich die ganzen Founder, die zuhören, sagen, ja natürlich, aber es ist wirklich als Investor nicht so klar. immer sagen, was ist jetzt eigentlich das Problem, was ich konkret jetzt lösen muss, um an dieses nächste Ziel zu kommen, was natürlich für uns immer so diese Balances aus, wie du sagst, Fundraising, Investing, Fundraising, Investing und Firmbuilding muss eigentlich so treppenartig nebenbei laufen, aber kann halt nicht einfach, läuft halt nicht mit. Das ist schon was, was man sehr intentional sich überlegen muss und auch umsetzen muss.

Iskender Dirik: Letzte Woche saß Philipp Möhring hier und hat dir eine Frage mitgegeben. Oh, super. Wie baut man, ihr seid schnell gewachsen, wie baut man einen großen Fonds, der sich trotzdem klein anfühlt?

Zoé Fabian-Frey: Also erstmal bedeutet ja, großer Fonds nicht gleich. unfassbar viele Menschen und es bedeutet auch nicht unfassbar viele Investments. Also ich glaube, es ist immer wieder der Fokus auf das, wofür man eigentlich steht und das muss man sowieso definieren, weil sonst funktioniert Fundraising gar nicht, weil sonst bist du bei dem einen in der Schublade, aber bist dann nicht im Top-Benchmark bei dem anderen LP in der Schublade und funktioniert es da nicht und umgekehrt noch viel wichtiger auf der Founder-Seite, so wofür stehst du jetzt eigentlich, bist du jetzt irgendwie Der Fonds, der mir dann meine Anteile abkauft und ich lehne mich zurück? Oder bist du der Fonds, mit dem ich jetzt nochmal neue Produkte lanciere und neue Märkte gehe und M&A mache? Was bist du? Also ich glaube, diese Grundsatzdefinition und dieser Fokus und das dann kontinuierlich umzusetzen, das hilft total dabei, nah beieinander zu sein und dann halt sich sehr viel zu sprechen und idealerweise auch zu sehen. Also wirklich diese kontinuierliche Konnektivität. Bei uns ist es ja so, wir arbeiten schon an großen Transaktionen, auch wenn wir bei Series B anfangen, sind ja auch Deals dabei, wie eben diese sehr große Quantum Systems Runde oder auch viele andere Firmen in der Größenordnung. Da können wir teilweise schon extrem tief in der Analyse gehen und müssen es oft schon vorher machen, weil wir fangen ja nicht an, wenn die Transaktion läuft, sondern wir gehen ja vorher sehr tief in Sektoren, in Märkte rein und sagen, was wollen wir eigentlich machen? Und diese ganze kontinuierliche tiefe Arbeit an der Substanz ist etwas, was wir versuchen immer pan-europäisch aufzustellen. Jetzt muss ich fast sagen global, wir haben nämlich seit neuestem auch ein Office in L.A., aber wirklich so aufzustellen, dass alle involviert sind und wir nicht den besten deutschen Deal machen oder den besten UK-Deal oder französischen Deal, weil lokales Maximum bringt uns gar nichts. Das ist eigentlich die Art und Weise, wie wir versuchen, immer wieder diese Konnektivität zueinander zu haben und beieinander zu bleiben.

Iskender Dirik: Wo sitzt ihr Partnerinnen und Partner?

Zoé Fabian-Frey: Berlin, London, Madrid, Paris und eben L.A.

Iskender Dirik: Wow. Und wie schafft man es da dann, diese persönliche Komponente zu gewährleisten?

Zoé Fabian-Frey: Also wie gesagt, einerseits dadurch, dass wir uns ja schon wahnsinnig lange kennen, irgendwas zwischen 13 und 16, 17 Jahren. die Zeit vergeht schnell, aber das baut sich natürlich über die Zeit auf und auch ein Großteil des Teams kennt uns fairerweise schon sehr lange und das andere ist Disziplin. Das ist wirklich Disziplin im Staffing von den, das klingt jetzt total langweilig, aber von den Deals oder von der Sektorarbeit, die wir machen, dass wir eben dafür sorgen. dass wir immer alle zusammenarbeiten und das heißt, in jedem Flurfunk jemand zum Thema Defense Tech sprechen kann oder in jedem Flurfunk jemand zum Thema Health Tech sprechen kann und keine Silos entstehen. Diese Silos hast du ja ganz oft im, also auf jeden Fall im PI, im VC weiß ich gar nicht so, im PI hast du ganz oft so Silos, die entstehen und auch wenn wir uns damit auseinandergesetzt haben, was macht eigentlich Investmentfirmen langfristig erfolgreich, ist es immer wieder nicht im Silo zu landen, nicht diesen Einzelfokus zu haben, sondern einfach eine Grundlage zu schaffen, um eine Entscheidungsqualität zu optimieren. Und das entsteht eben dadurch, dass du einfach unterschiedliche Perspektiven immer wieder reinholst, den Dioflow aus den ganzen unterschiedlichen Geografien, unterschiedlichen Sektoren und dann wirklich die allerbesten. Opportunitäten für uns auswählst, was natürlich nicht wertend sein soll, weil jetzt, wo ich auf der anderen Seite bin, weiß ich auch, wie wichtig es ist, glaube ich, sehr, sehr verlässliches Feedback zu bekommen und einfach eine Verlässlichkeit in der Interaktion zu haben. Aber wie gesagt, auch da ist immer der eigene Fokus. das Wichtige und treibt schon auch die Linse, mit der man auf das blickt, was man im Endeffekt weiterverfolgt für Investments.

Iskender Dirik: Du willst einen Deal machen, was braucht es zu einer Entscheidung? Also rein formell bei euch.

Zoé Fabian-Frey: Ach formell, ich wollte jetzt gerade ausholen und sagen, auch da lange persönliche Beziehung. Formell braucht es für uns unser Investmentkomitee, was wir vier sind. Deswegen sind wir da in unseren Entscheidungsprozessen, gerade im Vergleich zu unseren US-amerikanischen Wettbewerbern, extrem schnell und auch sehr, ja wir sind einfach in der Fähigkeit oder in der Lage, uns in einen Raum zu setzen mit einem Gründer und zu sagen, das ist das Termsheet und ich habe im Endeffekt die Möglichkeit. es an Ort und Stelle zu unterzeichnen und genau das auch umzusetzen. Und das ist eine unfassbare Stärke, finde ich. Aber dahinter, das klingt jetzt so einfach, dahinter Dass wir, wie gesagt, kontinuierlich mit vier Disziplinen ständig über unsere sogenannten High Priority Prospects sprechen. Das sind die Firmen, die wir absolut investieren wollen. Wenn wir da eine Möglichkeit haben, lassen wir alles andere stehen und liegen und machen nur das als Fokus. Dahinter steht die kontinuierliche Sektorarbeit, die wir machen. Jedes Jahr Studies definieren, durch die wir uns durcharbeiten und also langfristig vorbereiten, in welche Sektoren wir überhaupt investieren wollen oder auch nicht investieren wollen und welche Firmen aus diesem Universum dann wirklich auswählen. Und dahinter steckt auch einfach so ein langfristiger Aufbau des Vertrauens mit den Firmen an sich. Ich finde es ganz schwierig, in eine Transaktion reinzukommen und dann nur über diese Transaktion zu sprechen und ein Gefühl dafür zu haben, wie tickt sie oder er dann eigentlich. Wirklich. Gerade in den schwierigen Situationen, die ja kommen. Man macht ja immer einen Plan, immer einen Businessplan. Natürlich machen wir immer Haircuts im Vergleich zum Management. Und dann läuft es ja doch oft anders. Manchmal auch besser, manchmal schlechter, aber meistens anders. Das kann man glaube ich sagen. Und ich glaube, da auch diese langfristige Beziehung aufzubauen. finde ich extrem wichtig für die Entscheidungsfindung. Auch im Growth-Stage-Bereich sind es immer noch die Menschen, die den Unterschied machen.

Iskender Dirik: Das heißt, gerne viele Coffee-Meetings zu einem Zeitpunkt, wo man noch nicht fundraist.

Zoé Fabian-Frey: Ja, Coffee-Meetings, Gespräche. Ja, Gespräche, genau.

Iskender Dirik: Mit oder ohne Kaffee.

Zoé Fabian-Frey: Genau, super gerne auch mal zum Dinner. Natürlich ist das immer super spannend. allen Dingen diese kontinuierliche Interaktion. Was ich fast immer am spannendsten finde, vielleicht guckt man sich auch, wenn es wie Seabag ist, vielleicht eine vorherige Runde an, manchmal ist es dann noch zu früh für uns, aber man bleibt in Kontakt. Und manchmal haben wir Ideen, wir haben zum Beispiel ein sehr starkes Corporate Network, muss man fast sagen, wieder aufgebaut. Das war für uns ein starker Erfolgsfaktor auch in der Vergangenheit, gerade der Visa. Exit mit Tink, da hatten wir die Intro gemacht, das ist einfach ein Wahnsinn.

Iskender Dirik: Wir haben die Intro zum Käufer zu Visa gemacht.

Zoé Fabian-Frey: Und auch ganz viel dazwischen ist auch eine sehr interessante War-Story in Anführungsstrichen.

Iskender Dirik: Müssen wir darüber sprechen gleich.

Zoé Fabian-Frey: Sehr gerne. Aber man kann eben Business-Development-Intros machen, oft machen wir M&A-Mapping, muss man ja auch sagen, das ist ja heutzutage auch... Sinne nicht mehr schwer, weil alle haben natürlich Zugang zu allen Informationen, aber trotzdem musst du die Arbeit machen und kannst dann gucken, nicht nur, wie sage ich dir, das ist die Liste an Firmen, die du potenziell kaufen könntest, sondern ich kenne den Founder auch dort oder ich kenne den Cap Table dort, wie kann ich das irgendwie ermöglichen. Das finden wir zum Beispiel auch super spannend und da siehst du dann einerseits, wenn du die Business Development Intros machst, wie verkauft sich das Produkt eigentlich? Das ist super spannend, weil wir unterschiedlichste Kontakte in diesen Corporates haben, also teilweise vom CBC, also Corporate Venture Fonds, zu tatsächlich den IT-Experten. im Kleinen oder eben auch dem CIO, also wirklich von bis. Und du lernst einfach total viel über die Firmen. Du lernst aber auch, wie verdaut sozusagen so eine Firma, mit der wir dann in dieser noch nicht transaktionalen Interaktion sind. Intros, Feedback, was sind die Prozesse, wie funktioniert das? Man lernt einfach total viel und sie lernen uns natürlich gut kennen. Und M&A ist natürlich auch immer spannend, weil im besten Fall kann man dann sagen, hier ist ein spannendes Target, ich stelle dich vor. und hier ist das Termsheet und du kannst dann auch finanzieren. Das ist immer ganz schön, wenn man irgendwie schafft, eine Runde zu kreieren mit einer Idee, die man selber voran will.

Iskender Dirik: Also M&A im Sinne von eure Portfolio-Unternehmen kaufen und nicht werden verkauft.

Zoé Fabian-Frey: Genau, kontrollieren den Markt. Das kommt natürlich dann auch irgendwann, da müssen wir uns auch drum kümmern und das war ein großer Fokus und bleibt ein großer Fokus, aber wir sind jetzt auch nicht, wir gehen ja nicht rein und sagen, wir wollen jetzt unbedingt innerhalb des nächsten Jahres einen Exit haben. Das kann manchmal passieren und dann kann es, wenn es für alle passt, sehr, sehr gut laufen. Wie eben bei Tink, da waren wir nur sechs Monate investiert. Das war eigentlich nicht so geplant. Und zwischenzeitlich waren wir da auch gar nicht so happy mit. Aber dann war es natürlich ein super Outcome, weil wir fast 100 Prozent Rendite darauf gemacht haben. Vor allen Dingen ist es aber ein schöner Showcase zu der Art und Weise, wie wir mit Firmen zusammenarbeiten und deswegen ist es eigentlich so wertvoll.

Iskender Dirik: Okay, jetzt hast du schon zweimal den Teaser gesetzt, ich habe ihn einmal gesetzt, Tink, an Visa. Warum verkauft ein Growth-Investor nach sechs Monaten eine Portfolio-Company?

Zoé Fabian-Frey: Also zuerst muss man ja sagen, es sind ja nicht nur wir, wir waren Last Money In, die Runde davor hatte Insight gemacht. Hardcore, Dawn waren, glaube ich, auch investiert, genau, RBC orientiert. Wir hatten dann die letzte Runde gemacht, tatsächlich auch genau über diesen Hebel, also wir hatten ein Sector Study gemacht und hatten gesagt, eigentlich ist es der pan-europäische Leader im Open Banking Bereich, wir sind im Jahre 2020, it's been a while, und die Firma muss es sein, aus Schweden, war super schwer in Kontakt zu kommen und hatten dann aber einen Angle eigentlich über einen Angel-Investor, den ich über eine andere Connection kannte, der sagt, ach, vielleicht möchte ich Anteile veräußern, hat er niemals gemacht, aber wir haben Daten bekommen, hatten unsere Sektorarbeit gemacht, haben dann einen sehr schnellen Prozess machen können und haben ihnen eine Firma in München vorgestellt, die sie dann auch gekauft haben und die haben wir dann im Endeffekt finanziert mit dieser Runde, die wir kreiert haben. Und das ist natürlich spannend, wenn man proprietär was machen kann, was nicht unbedingt bedeutet, dass es super günstig ist, aber zumindest hast du dann gleich einen Hebel, um auch einen Wert zu kreieren und der war in dem Fall ebenso tangibel, weil wir einen sehr schönen Multiple Arbitrage hatten zwischen dem Multiple, zu dem wir diese Firma zugekauft haben und dann natürlich den Exit an Visa. Der für über zwei Milliarden dann über den Tisch gegangen ist. Warum haben wir das gemacht? Das haben wir ja nicht alleine entschieden, sondern es war ja im Endeffekt eine Board-Entscheidung, die uns auch gar nicht so leicht gefallen ist. In between gab es auch Momente. Also erstens war das während meines Maternity-Leaves, war super Timing. Ja. Den Deal haben wir irgendwie so vier Tage vor Geburt gemacht und dann habe ich endlich meinen ganzen Maternity-Leave in Board-Meetings und einem anderen, also mein Baby ist jetzt kein Baby mehr, ist jetzt fünfeinhalb, aber ist sehr, sehr Board-Experienced. Aber es war natürlich, war einfach eine spannende Zeit, es war 2021. haben diese Intro gemacht, eigentlich weil wir uns irgendwie nichts weiter dabei gedacht haben, irgendwie zum Visa-Produkt-Team und dann haben sie halt Adresse gezeigt und dann geht es natürlich darum zu gucken, möchten die Gründer eigentlich verkaufen? Allerwichtigste, dass man guckt, wo stehen die eigentlich und gleichzeitig natürlich zu schauen, irgendwie die eigene Rendite zu maximieren oder die Gesamtchancen zu maximieren. In between hatten wir aber tatsächlich auch und das war eigentlich sehr, sehr bold. und hilfreich, auch nochmal ein alternatives Termsheet nach vorne gelegt hat, mit einem jetzt ungenannten, ich nenne jetzt mal nicht den Namen, sehr aktiven, damals sehr aktiven Hedgefonds im VC-Bereich. Es war schon sehr, sehr racy, was, glaube ich, geholfen hat, den Gründern einfach mentalen Freiraum zu geben, zu wissen, es gibt Optionalität, ich muss jetzt nicht das Angebot nehmen, ich kann weiter. weil ich weiß, es gibt eine Fallback-Option, die auch sehr attraktiv war. Retrospektiv bin ich sehr froh, dass wir den Gründern vertraut haben und den Exit hatten, weil nach 2021 ist 2022 und 2023 gekommen. Das lasse ich jetzt mal so stehen, das wäre jetzt, glaube ich, ganz anders gelaufen. insgesamt finanziell. Und das Tolle ist, sie haben jetzt auch schon wieder, gründen gerade wieder das nächste, machen die nächsten Themen. Insofern geht dann Innovation eben auch weiter, aber nicht immer so, wie man plant. Und manchmal ist es halt eine extrem kurze Haltedauer. Und ja, die Dinge kommen einfach anders, als man denkt. Damals war ich extrem frustriert, weil ich eben dachte, eigentlich hätte ich gerne dieses Follow-on-Investment gemacht. Zu dem Playbook vorhin, eigentlich wollten wir, damit haben wir glaube ich 30 Millionen investiert, hätten wir gerne nochmal mindestens das Doppelte nochmal nachgelegt. War nicht möglich, weil natürlich alle investieren wollten und dann ist diese andere Runde nicht zustande gekommen, aber in hindsight muss ich sagen, zum Glück.

Iskender Dirik: Ja, da fällt mir ein anderes Zitat von einem anderen Podcast-Gast an, nämlich Peter Möllmann, den ich gefragt hatte, was ist der größte Exit-Fehler, den viele Gründer machen. Seine Antwort war, den Exit nicht zu machen.

Zoé Fabian-Frey: Ja.

Iskender Dirik: Führt mich zu einer Folgefrage für dich. Jetzt bist du genau in der Stage, bei der das Exit-Thema relevant wird. Was sind für dich so die zwei, drei wichtigsten Dinge, die Gründer beachten sollten in Richtung Exit oder auch eine Exit-Vorbereitung?

Zoé Fabian-Frey: Also das erste ist ja immer so, was wollen sie wirklich, was treibt sie wirklich an? Weil ich glaube, nichts ist schwieriger, als wenn... die eigene Einstellung nicht zum in Anführungsstrichen Exit-Plan passt. Und es ist auch, natürlich modellieren wir ein Exit-Case, wenn wir investieren, aber uns ist gerade diese langfristige Orientierung und auch dieser Hunger und dieser Drive eigentlich sehr, sehr wichtig bei Foundern. Aber insofern ist, glaube ich, erstmal diese Introspektion, was will ich eigentlich? Möchte ich echt ein Public-Company-CEO sein? Möchte ich dann übergeben? Möchte ich gerne ein PI verkaufen? Möchte ich dabei bleiben? Möchte ich vielleicht einen Strategen verkaufen? Kann ich mir das vorstellen, dann bei dem Strategen zu arbeiten? Also es hat ja alles persönliche Implikationen und ganz oft auch für die Founder ganz direkte persönliche Implikationen und kann ja das Leben total verändern. Und deswegen ist das, glaube ich, immer die erste Entscheidung. Und wenn man dann sagt, die Route ist es, sich eben auch zu überlegen, was sind denn die richtigen Partner für diesen Schritt dazwischen? Alles andere wird painful, wenn du dir dann sonst ein PI reinholst und sagst, aber eigentlich möchte ich super viel Freiraum haben und in Wachstum und Produkt investieren, kann das nicht immer richtig sein. Oder wenn du eben dir nicht vorstellen kannst, in einem Corporate-Umfeld zu arbeiten, ist eben dieser Corporate-Exit auch ein Fragezeichen. Manchmal ist das Schmerzensgeld dann hoch, dann ist es attraktiv. Oder es ist genau das, was sich Menschen gewünscht haben, es ist eine super Plattform, kann auch passen. Aber ich glaube, es ist so diese Ehrlichkeit darüber. Und dann ist mein größtes Learning, jetzt wieder auch aus Investorenperspektive, Optionalität. Das ist halt einfach super viel wert, auch zurück zu dem Beispiel von eben, Optionalität der Exit-Option. klar, wir können manchmal über IPOs sprechen, wir können über Trade Sales sprechen, wir können über Private Equity Exit sprechen, was brauchst du denn dafür? Eigentlich brauchst du immer eins, wirklich, das ist ein starkes Produkt, weil das schlägt sich ja dann nieder in zufriedenen Kunden, niedrigen Turn, guter Retention, idealerweise auch ein Playbook, wie du Expansion zeigen kannst, idealerweise ein Playbook, wie du in große Märkte reingehen kannst und das alles schlägt sich dann wieder in Gut im Topline-Wachstum, in starken Margen, in einer starken Profitabilität und das ist ja dann wiederum relevant für die Finanzwelt, die ultimativ ja wirklich nach harten KPIs geht. Und klar, auf dem Weg ist natürlich, und das ist glaube ich das Schöne, dass eigentlich alles wieder zusammenkommt, das ist dieses Thema, was eigentlich der strategische Wert, den du kreierst und wer würde dafür gegebenenfalls was bezahlen. Aber es fängt wirklich aus meiner Perspektive damit an, wohin möchtest du selber und da diese Ehrlichkeit zu haben und dann aber dir bewusst zu sein, dass du eigentlich nur zu dem besten Outcome kommen kannst, wenn du Optionalität schaffst.

Iskender Dirik: Jetzt hast du von dieser Motivation gesprochen, ob man noch Bock hat, richtig durchzuziehen. Ist das einfach für euch, das zu identifizieren? Ich berate ja auch gerne mal einige Gründer oder mehrere Gründer in der Growth-Phase. Und es gibt ja Growth und Growth. Es gibt Companies, die sind sehr schnell in die Growth-Phase gekommen. Es gibt Companies, die haben länger gebraucht und die sind ja vielleicht mal in der Series B, C. Und der Gründer sagt mir dann, wenn er die Hosen komplett runterlässt, ich habe eigentlich keine Energie mehr. du merkst es schon sehr klar, der hat eigentlich keinen Bock mehr, muss jetzt aber gegenüber dem Series B C-Investor natürlich genau das gegenteilige Bild malen, obwohl er eigentlich schon, der hat sehr schwere Zeiten hinter sich, hat lange gedauert. Wie einfach ist das für euch, das rauszufinden?

Zoé Fabian-Frey: Also da hilft eben auch diese kontinuierliche Interaktion, aber da muss ich auch ehrlich sagen, aus der Perspektive der Unternehmerin jetzt, die ich ja jetzt auch habe, habe ich jetzt eine ganz andere Wahrnehmung eben von diesen Höhen und Tiefen, weil nach außen sieht das ja immer alles super aus, aber niemand sieht ja, was du sonst alles machst. Das akkumulierst du ja auf deiner Seite. Es gibt ja dieses Visual immer wieder mal. mit der Eisbergspitze und dann siehst du halt den ganzen unteren Teil nicht. Und dafür habe ich jetzt viel, viel, viel mehr Energie und Empathie vor allen Dingen, würde ich sagen, viel mehr Empathie und Verständnis, als ich es vorher hatte. Insofern ist, glaube ich, auch da die Frage, wo willst du eigentlich hin? Und es ist auch eigentlich gar kein Problem zu sagen, bis hierhin und nicht weiter und ichc suche irgendwie einen Exit in die oder die Richtung oder habe einfach eine profitable Company, auch gut. Das ist glaube ich auch wichtig. Schwierig wird es halt immer nur, wenn man was verspricht, was man dann nicht einhalten kann, weil man sich die ganze Zeit zu irgendwas zwingt. Aber ich meine auch da, du kannst externes Management einstellen, trotzdem noch investiert bleiben. chair rolle gehen also es ist ja auch nicht alles für euch völlig völlig okay oder es gibt schon ein minuspunkt wenn es nicht angestellt ist wir sind nicht so cookie cutter also das ist ja das schöne wir können stark founder led company ist natürlich macht es spaß wenn du siehst leute bauen was über 12 14 jahre teilweise auf und jetzt sind sie am punkt wo es wirklich wirklich spaß macht und wo wirklich hinter kommt Und die Leute haben immer noch Lust zu bauen. Das macht total Spaß und gibt total viel Inspiration und Energie. Aber es gibt auch Cases, die ja Bootstrap-Growth sind, wo wir vielleicht Da arbeiten wir jetzt gerade an einem Deal, da sind wir aber noch in der Dealphase, wo wir Anteile von dem ursprünglichen Founder kaufen und uns in eine Co-Control-Situation auch mit einem etwas größeren Anteil, around about 20 Prozent, mit dem jetzigen CEO bringen, der jetzt schon anderthalb Jahre ungefähr dabei ist und das Geschäft aufbaut. Und das kann auch gut funktionieren. Es kommt immer darauf an, worauf zielst du ab. Das Wichtige ist halt, dass jemand da ist, der das Operative vorantreibt, weil wir jetzt kein PI sind, der reingeht und sagt, okay, ich übernehme jetzt, das ist mein Value Creation Team, die gehen jetzt da rein, wir wissen es sowieso viel besser and this is the way we're going to run this company.

Iskender Dirik: Ihr habt kein Value Creation Team? Wir bauen es auf,

Zoé Fabian-Frey: wir bauen es auf und wir müssen immer wieder sagen, uns gibt es zweieinhalb Jahre und wir haben auch dieses ultimative Vertrauen, das klingt jetzt… Und das klingt jetzt vielleicht nicht so repeatable, wie ich jetzt von der Sales Motion bei unseren Target Companies gesprochen habe. Wir haben schon das Vertrauen auch in unsere eigenen Hände, weil wir haben ja auch in der Vergangenheit insgesamt mehrere Milliarden an M&A-Volumen mit vorangetrieben mit vielen anderen Leuten im Cap Table und waren trotzdem sehr wichtig in diesen Situationen und haben trotzdem eben wichtige Introductions gemacht und haben einfach viel Wert getrieben. Deswegen vertrauen wir uns da selber. Aber gleichzeitig wissen wir auch bestimmte Themen. Da sind wir weder die Experten noch, fairerweise haben wir das mal selber gemacht. Und da haben wir angefangen, uns ein Senior Advisor Netzwerk aufzubauen, zum Beispiel Sabine Bendiek, die vorher im Board bei SAP war, da als CPO und COO.

Iskender Dirik: Davor Microsoft, ne?

Zoé Fabian-Frey: Genau, genau, kennst du ja auch genau.

Iskender Dirik: Zu meinen Microsoft-Zeiten, ja.

Zoé Fabian-Frey: Stimmt, genau, Microsoft Deutschland aufgebaut hat. Super Edition und da merkt man eben auch Feedback von den Foundern aus Due Diligences oder eben auch im Portfolio Management da. stellt sie natürlich ganz andere operative Fragen, Leadership-Fragen, die wir auch alle sehen, aber wir sind natürlich dann so ein bisschen in unserem mechanischen Investorendenken und das hilft schon extrem. Also das werden wir weiter aufbauen, gerade jetzt, wo wir so die nächste Phase auch von unserer Firma angehen.

Iskender Dirik: Eine Frage bekomme ich von Gründern konstant: Welchen Anwalt für VC und M&A? Meine Antwort seit über zehn Jahren: Peter Möllmann, PXR. Erfahrungen, High-Stakes-Transaktionen, Steuer-Know-how, echte Tech-DNA. Kaum jemand vereint das so. Was Michael Schrezenmaier über ihn sagt:

Der Peter ist der rundeste im Sinne von, nicht körperlich, sondern der war bei McKinsey, der ist Steuerberater und der ist Anwalt. Der kann alles. Der fliegt über Wasser. Und ich persönlich mag ihn. Es gibt eine Menge andere Superanwälte, aber zumindest aus vielen Angelzeiten und sonst was. Und auch sehr kollegial, mal auch per WhatsApp kurz geholfen, also ist schon sehr gut.

Kann ich bestätigen. Du kennst ihn auch gut, oder?

Ja, der ist einfach sehr gut. Der ist schon rund. Also da kommt immer zurück, das würde ich so machen. Okay, dann weißt du eigentlich, dann musst du das so machen.

Iskender Dirik: Wenn ihr eine Intro zu Peter wollt, meldet euch bei mir. So, jetzt hast du gesagt, ihr geht, und anders hätte ich es von euch nicht erwartet, und vor allem dir, ihr geht sehr analytisch vor. Ihr schaut euch Märkte an, Trends. Ihr seid in sehr vielen Regionen. Jetzt möchte ich da gerne an die Insights ran. Was findest du am spannendsten gerade und für die nächsten Jahre? Ach, so viel.

Zoé Fabian-Frey: Na dann,

Iskender Dirik: schieß los.

Zoé Fabian-Frey: So viel. Also spannendsten und natürlich auch herausforderndsten. Ja. Was durchaus, also erstmal, warum ist diese Zeit so spannend? Weil sie uns alle dazu zwingt, wirklich darüber nachzudenken, wo unser Wert ist. Weil du ja fast alles jetzt automatisieren kannst. Aber eben wirklich nur fast. Also was ist es, was du nicht automatisieren kannst und was du nicht irgendwie vielleicht sogar durch einen Agenten laufen lassen kannst? Und das fragen wir uns als Firma und als Fonds und eben übergeordnet als Firma. Aber die Frage geht eben auch durch unser Portfolio und auch durch unsere Pipeline. Und da, wo wir immer wieder... Ich bin mir sicher, es ist jetzt nicht allzu viel Neues dabei, aber ich finde, es bestätigt sich immer wieder, ist dieser Wert von wirklich proprietären Daten über einen langen Zeitraum. Das ist und bleibt spannend, auch im Softwarebereich. Es ist und bleibt spannend in bestimmten Geschützten. vielleicht auch regulierten Nischen, die aber in große Märkte tief reingehen können, also in Verticals, sich da differenziert aufzustellen. Das hat uns zum Beispiel stark Richtung Health-Tech getrieben, wo wir drei Investments gemacht haben, jetzt auch schon in dem neuen Fonds. Alle mit ganz unterschiedlichen Geschäftsmodellen dahinter und auch unterschiedlichen Endmärkten. Teilweise eher europäisch orientiert, teilweise eher amerikanisch orientiert oder USA orientiert konkret. Aber dieses Grundthema, du hast einen Markt, in dem Durst nach Innovation ist, du hast die Möglichkeit, mit Daten sehr viel Spannendes zu machen und das ist teilweise reguliert. Das heißt, es ist in einer gewissen Weise protected. Das ist durchaus spannend. Oder eben auch Fintech. Aber eben nicht Fintech nur der Consumer Layer oder die UX, sondern wirklich die Infrastruktur, was Scalable Capital zum Beispiel aufgebaut hat. Das war eine unserer Thesen, als wir investiert haben. Vollbanklizenz und eben eigene Infrastruktur aufbauen. Das haben sie unfassbar erfolgreich gemacht, beides. Jetzt kommt natürlich auch nochmal die Rentenreform. Das heißt, da kommt nochmal mehr Push dahinter und da freuen wir uns. natürlich noch mehr Kunden und AOM begrüßen zu dürfen, aber es ist wirklich auch diese fundamentale Arbeit am Core, die super viel Wert generieren kann, weil es eben differenziert ist. Und dann im Punkto AI gibt es so viel Spannendes. Es gibt super viel Spannendes im Application Layer-Bereich, auch wenn du immer wieder dich fragst, wie differenziert ist es wirklich? Gehen die Modelle da nicht rein? Was sind die richtigen Bewertungen? Nicht einfach, aber da gibt es durchaus auch Companies, die ja zeigen, dass du auch at scale dich auch da... bestimmten Verticals sehr stark aufstellen kannst. Der Infrastructure-Stack ist auch spannend. Da sind wir dann fast schon wieder gechallenged, zu überlegen, aus dieser ursprünglichen Brille, die wir lange Zeit hatten, alles nur Acid-Light, No-Care-Bags, vielleicht schwieriger. Es gibt interessante Modelle. die auch gerade überlappen mit diesem ganzen Thema European Resilience, was uns natürlich als pan-europäischer Fonds auch extrem stark antreibt, die aber eher Hardware-enabled sind und vielleicht da Komponenten haben, die einfach anders funktionieren, als wir es in der Vergangenheit gesehen haben. durch Real-World-Infrastructure haben. Und das sehen wir halt auch immer wieder als Unterschied, den du sehen kannst. Und das ist super spannend für uns als Entwicklung. Wir haben zum Beispiel auch in Vinted investiert, zu einem Zeitpunkt, wo wir natürlich eine wahnsinnige Skalierung und extrem gute Zahlen gesehen haben, aber auch ein CEO, das ist ja nicht der Gründer, Thomas ist nicht der Gründer, das Unternehmen im Endeffekt ja. Auch herumgedreht und zu dem gemacht, wo sie jetzt heute stehen als absoluter European Leader einen Markt kreiert hat. Also das kennst du Wende, ne? Jetzt gehen wir aus dem Software-Bereich raus. Aber was haben sie gemacht? Die haben angefangen eine Logistik-Infrastruktur aufzubauen. Die haben angefangen jetzt eine Payment-Infrastruktur aufzubauen und auch das sind ja alles teilweise regulierte, aber teilweise auch einfach Hard-Asset-Komponenten im Geschäftsmodell, die dich differenzieren, die dich schützen und sowas finden wir super spannend.

Iskender Dirik: Dominik Stein hat im Podcast über Vinted gesprochen, der mit IQTEA auch investiert ist mit euch. Spannende Firma. Was sind Sachen, die ihr bewusst nicht machen wollt?

Zoé Fabian-Frey: Ich glaube, was für uns schwierig ist, und jetzt schneide ich mir wahrscheinlich gerade einen ganz großen Teil von Pipeline oder Dealflow ab, ist alles, was eher so Distribution of Models ist. Also was eigentlich nur ein Rapper ist, der obendrauf sitzt. Und das ist schwierig, weil auch da siehst du Companies, die wahnsinnig skalieren. Und total gehypt sind. Aber da ist und bleibt unsere Frage, wie differenziert kannst du wirklich langfristig sein? Ich glaube, da ist es smart, früh zu investieren und dann vielleicht auch früh wieder rauszugehen. Das ist aber eigentlich nicht unser Modell. Grundsätzlich sind wir ja schon an einer langfristigen Partnerschaft orientiert und deswegen sind wir da sehr gechallenged, in diese Bereiche reinzugehen. Positives bei uns, wie gesagt, wir kennen es nicht so langsam, wir haben auch durch die Zyklen zusammen investiert und auch durch die schwierigen Zyklen versuchen schon auch die Learnings auch 21 auch mitzunehmen und zu sagen, okay, sounds super exciting, might be hyped, was kann man in dem Bereich machen und was lässt man vielleicht erliegen und lässt den Catch an sich vorbeiziehen.

Iskender Dirik: Eine weitere Zuschauerfrage von Kerem Özen für dich. Du siehst Firmen aus ganz unterschiedlichen Märkten. Was sind die zwei, drei stärksten Signale dafür, dass eine Firma ihren Markt wirklich erobert? Muster, die sich bei dir wiederholen.

Zoé Fabian-Frey: Unterschiedlichen Märkten kann man ja geografisch oder auch vom Produkt her interpretieren. Und auch da kommt es darauf an, sprechen wir über welche Geschäftsmodelle sprechen wir, sprechen wir über Consumer oder B2B. Aber was immer ein sehr starkes Signal ist, ist die Retention. Und das kannst du eigentlich across Business Models sagen. Also wenn du eine gute Gross Retention hast und einfach die Kunden behältst. Oder sie idealerweise dann eben auch skalieren kannst, das heißt einen Expansion-Modus hast. Das finden wir immer sehr, sehr spannend. Und es ist natürlich interessant zu sehen, wenn du dann sagst, wenn es jetzt um geografische Märkte geht, aber eigentlich auch auf der Produktseite, wenn du neue Produkte gehst, ist es natürlich immer einfacher. Du kannst vielleicht ein Attachment machen, du kannst es vielleicht zusammen verkaufen, im Bundle verkaufen. Aber wenn du über geografische Märkte sprichst. Was ist eigentlich Sales Efficiency? Die kannst du halt von Anfang an nicht unbedingt tracken, aber over time solltest du schon sehen, dass du einfach zu guten Kacks im Endeffekt einkaufen kannst, dass deine LTVs passen. Aber auch das verschiebt sich ja alles heutzutage. Das muss man halt auch immer wieder sagen, weil halt einfach viel einerseits auf der Margenseite nicht mehr so stabil ist, wie es früher war. große Kostenpunkte Richtung LLMs hast, die dir durchaus viele Margenpunkte wegnehmen. Oder andererseits, weil Retention eben nicht immer so stark ist, wie man sich's wünschen würde. Und deswegen sind das eigentlich, das sind eigentlich sehr, sehr gute Metriken für uns, die wir tracken. Die wir schon immer getrackt haben, aber die wir halt weiterhin sehr stark tracken.

Iskender Dirik: Ist Retention generell durch AI schwieriger geworden, weil es einfacher ist, zu wechseln?

Zoé Fabian-Frey: Nicht unbedingt. Also wir sehen das auch im Portfolio. Doctolib ist ein super Beispiel. Sehr stabile Gross Retention Rates und jetzt tatsächlich auch sehr, sehr viel Upsell durch AI-enabled Produkte. Insofern ist es eigentlich sehr spannend. Aber es ist schon ein Thema, je nachdem, wo du investierst. Ich glaube, ja, wenn du in so horizontalen Themen drin bist, wenn du in Rappern, wenn du dir da die Kohorten anguckst, klar, überlegst du, überlegen die Kunden, probierst einmal das eine Produkt aus und probierst das nächste aus. Das ist natürlich, ist im Endeffekt ein Consumer-Produkt, wo wir auch oft Situationen gesehen haben, wo du nach einem Jahr vielleicht nur 50 Prozent deiner Kundenbasis hast. Deswegen muss man da so ein bisschen die Erwartungshaltung eigentlich... anpassen, aber eben gegebenenfalls auch die Bewertung. Und das ist eigentlich das Schwierige aus Investorenperspektive, was wir derzeit im Markt sehen.

Iskender Dirik: Also ich sehe es auf jeden Fall bei mir selbst, dass das Wechseln deutlich einfacher geworden ist, weil Claude ist mein Zentrum und Notion, also Notion und Claude ist mein Dreamteam und Notion ist meine Datenablage und dann habe ich Third-Party-Tools, die dann über einen MCP anschließe und wenn die nicht mehr gut genug sind oder wenn es ein besseres gibt, dann schließe ich ein anderes an. Meine Daten sind aber eh nicht da. Ich sehe das ja nicht mal richtig, weil Cloud mein Frontend ist.

Zoé Fabian-Frey: Ja, genau. Oder irgendwann hat Cloud sowieso alles selber und du unterplacest es dann. Genau. Ja, da lohnt es sich immer wieder ein bisschen zu experimentieren, aber es stimmt. Und das habe ich eben gar nicht erwähnt, als du mich gefragt hast, was bin ich spannend. Ich glaube, es ist natürlich proprietäre Daten, es sind diese regulierten wirklich komplexen Verticals, in die man reingehen kann. Es ist dieses Real-World-Infrastructure-Thema, was wir super spannend finden. Aber es ist eben auch diese ganze Frage, wie schwierig ist denn Switching wirklich? Wie hoch sind Switching-Kosten? Weil das wird nicht mehr wie in der Vergangenheit sein, es war so painful einzurichten, sondern eher ist es dann in den komplexen Prozess irgendwie eingebunden. Für dich ist es jetzt eine Sache, aber für große Unternehmen ist es was anderes. Und deswegen hast du da schon nochmal auch so Pockets of Opportunity, wo du sagen kannst, okay, Switching Costs are actually high, weil du halt Human Workflows hast, die auch da bleiben werden, weil am Ende des Tages irgendjemand das absegnen muss und da eine Liability vielleicht auch hat.

Iskender Dirik: Du investierst in einen neuen Fonds als LP. Nehmen wir jetzt einfach mal an. Und es ist ein First Time GP. Was sind die drei Tipps, die du ihr oder ihm geben würdest beim Fundraising? Was sind so deine Top zwei, drei Learnings?

Zoé Fabian-Frey: Also auch da Definitionen. Deiner Nische nicht zu behaupten, man würde alles covern, eigentlich das gleiche, was du wahrscheinlich auch Foundern sagst, so master one thing und dann kannst du immer noch expanden, aber ich glaube, es macht sehr viel Sinn, einen Fokus zu definieren und dem dann auch treu zu bleiben. Und nochmal, auch bei uns ist es ein von bis. Man hat schon noch genug Spielraum, aber es macht Sinn zu überlegen, wofür stehe ich eigentlich wirklich und dann darauf umzusetzen. Dann das zweite ist eigentlich diese kontinuierliche Kommunikation. Das ist das, was wir geglaubt haben, das ist das, was wir gemacht haben. Wie passt es zusammen? Was ist genau so gelaufen? Was ist vielleicht anders gelaufen? Was war herausfordernd? Ich glaube, diese Transparenz wird unterschätzt und ist etwas, was die Leute total zu schätzen wissen, weil sie meistens ja Situationen haben, wo Leute vor ihnen sitzen mit irgendwelchen Portfoliomarks, die total unrealistisch sind und eigentlich nur Paper Gains sind und sie eigentlich gar nicht einschätzen können, was ist das jetzt eigentlich gerade wirklich wert zum Beispiel. Das ist relevant. Und das dritte ist Resilienz, nicht aufzugeben, weil auch da hat man super viele Situationen, wo unklar ist, welcher Prospekt wirklich real ist, wann die Leute wirklich Kapital haben, wie lange sie dann für ihre Entscheidungen brauchen. Es gibt Prozesse, die ziehen sich, haben wir gelernt, über zwei Jahre, laufen dann am Ende des Tages sehr, sehr gut und auch so wie geplant, aber es zieht sich einfach alles. Und man tut gut daran, das sehr sportlich zu sehen.

Iskender Dirik: Das ist doch eine super Überleitung zum Tennisschläger. Sehr gut. Erzähl mal. Das hast du wahrscheinlich gedacht.

Zoé Fabian-Frey: Ich bin hergekommen und habe gesagt, ich bin irgendwie top so und so in Deutschland. Das ist es gar nicht. Warum habe ich mir den Tennisschläger ausgesucht? weil ich erst kürzlich angefangen habe, Tennis zu lernen. Ach so. Ja, und eigentlich getriggert in Anführungsstrichen durch unseren älteren Sohn, der schon seitdem er drei ist, Tennis spielt. Natürlich nicht Tennis spielt, sondern Tennis spielt. Aber inzwischen eigentlich ganz gut. Und ich Lust hatte, mit ihm auch spielen zu können, damit wir einfach nochmal ein bisschen mehr Interaktion haben. Und jetzt ist es inzwischen zu unserem... Familiensport geworden. Ich habe inzwischen in der Zwischenzeit aber festgestellt, dass ich unfassbar schlechtes Ballgefühl habe. Also es hat wirklich sehr, sehr lange gedauert. Ich glaube, das war nämlich Trainerstunde seit zwei Jahren, seit drei, also lange. Und vor kurzem erst hatte ich den Durchbruch, wo ich gemerkt habe, okay, jetzt habe ich langsam verstanden. Aber das ist so spannend, weil ich finde, es ist ein toller Sport, wo du wirklich merkst, dass Kontinuität compounded. Also du musst einfach immer weitermachen und irgendwann merkst du, okay, jetzt habe ich es verstanden und dann hört es aber nie auf. Weil du kannst ja so viel weiter lernen und ich bin wirklich ganz am Anfang von dieser Reise. Aber es hört einfach nicht auf. Und oft die Herausforderung, jetzt am Sonntag einen Teil des US Open Finals gesehen, weil es dann einfach auch spät war, aber auch da siehst du wieder Es hört nie auf und es kommt dann wiederum zurück nur auf ein Thema, wie ruhig bleibst du eigentlich in der Situation, wie managst du eigentlich deine mentale Einstellung zu dem, was gerade vor dir passiert und wie gehst du damit um und das finde ich super spannend, aber es macht mir auch einfach total viel Spaß und gerade am Anfang, wo gar nichts gelaufen ist und es sind alle möglichen Bälle in alle möglichen Richtungen geflogen sind, muss ich so oft über mich selber lachen und es ist einfach auch so erfrischend, einen Moment zu haben, wo man sagt, es ist einfach so unfassbar lustig, aber man merkt, okay, es passiert was, ich bin total gechallenged und mache was, was eigentlich nicht meine Stärke ist und dann irgendwann kommst du aber dahin. Und das ist super cool.

Iskender Dirik: Mit welcher Kollegin würdest du im Doppel spielen wollen?

Zoé Fabian-Frey: Hoffentlich mit meinen Berliner Kollegen, nicht Kolleginnen, derzeit, aber das ändert sich auch in naher Zukunft, haben wir tatsächlich am nächsten Dienstag vereinbart, dass wir zu viert spielen.

Iskender Dirik: Cool. Du bist jetzt sportlich, haben wir gerade erfahren, versuchst dich dran, zumindest mit dem Tennisschläger. Du hast zwei Kinder, du hast eine Familie, du hast einen sehr intensiven Job, bist auch noch voll im Company Building, bist im Vorstand des Deutschen Startup-Verbands. Wie schaffst du das alles und was fällt runter?

Zoé Fabian-Frey: sind immer so Phasen, finde ich. Manchmal fällt das eine ein bisschen runter, manchmal fällt das andere runter. Mein Learning ist eigentlich, dass man definieren sollte, was halt nicht runterfallen darf. was Familie ist, in allererster Linie. Das haben wahrscheinlich viele erwartet, dass ich Arbeit sage, aber es ist eigentlich genau das nicht. Aber ich glaube, das ist so die Baseline. Und man muss halt gucken, dass man selber nicht runterfällt, muss auch dafür sich selber definieren, was brauche ich eigentlich, um Und nah an meinem Optimum zu sein, das bedeutet nicht, dass man sich die ganze Zeit optimieren muss, aber so sozusagen sein eigenes MVP zu haben, so was brauche ich, um so meine Baseline kontinuierlich abliefern zu können, kontinuierlich für meine Familie da sein zu können, kontinuierlich in meinem Job da sein zu können, kontinuierlich für meine Freunde, Partnerschaft natürlich, also es kommt einfach so viel zusammen. Und das dann zu definieren, aber dann auch zu akzeptieren, dass es Phasen gibt, wo das eine oder andere mal zurücktritt. Und ich glaube, dieses erste Halbjahr dieses Jahres war ein sehr gutes Beispiel. Ich war, glaube ich, fünfmal in den USA zwischen Januar und Mai gefühlt, jeweils eine Woche. Das war extrem herausfordernd und da haben sicherlich auch viele Freundschaften ein bisschen gelitten. Aber das ist ja das Schöne, wenn man einfach langfristig Dinge aufbaut, du kannst ja wieder anfangen und kannst ja den... auch wieder einen anderen Fokus setzen und ich glaube, da muss man diese Ruhe mitbringen und sagen, du kannst nicht immer alles gleichzeitig haben, aber du kannst schon alles haben, wenn du akzeptierst, dass es halt immer ein Portfolio zu einer bestimmten Zeit ist und du das unterschiedlich gewichten kannst.

Iskender Dirik: Was war die härteste Entscheidung in deinem Leben?

Zoé Fabian-Frey: Die härteste Entscheidung? Ich hatte härteste Situationen insgesamt, die aber jetzt in dem Kontext eigentlich nicht relevant sind. Ich glaube, für mich ist eigentlich immer wieder herausfordernd, ist eigentlich nicht eine Entscheidung, sondern was ich so herausfordernd finde, gerade in dieser Zeit, ist so unterschiedliche Wahrheiten im Kopf zu halten. Und das ist jetzt so sehr nitty gritty, aber so dieses Thema, ich rede ja die ganze Zeit von Differenzierung und Modes. Aber gibt es das eigentlich wirklich noch in dieser Zeit? Das hängt mir so die ganze Zeit im Kopf rum. Diese Frage, gibt es das eigentlich noch? Und wie langfristig sind eigentlich diese Modes, nach denen wir schauen und nach denen wir screenen und die wir so gut analysieren? Und ich glaube, das finde ich immer sehr schwierig und sehr komplex, diese unterschiedlichen Wahrheiten im Kopf zu halten und halt auch da unterschiedlich zu gewichten. Aber mir würde es schwer fallen, dir jetzt eine einzelne Entscheidung zu nennen, weil auch da ist es wieder, du hast halt Entscheidungen. Die sind unterschiedlich komplex, aber oft auch, weil man sich irgendwie an ein bestimmtes Ergebnis schon mental gehangen hat und dachte, das sollte jetzt aber so laufen oder das sollte jetzt aber so sein. Die Realität ist halt anders, wie auf dem Tennis-Court. Es läuft halt einfach anders. Man muss halt damit dann umgehen. Und deswegen ist es das eigentlich gar nicht so sehr, sondern was ich eigentlich eher komplexer finde, ist auch ein persönlicher Reifegrad, finde ich, weil zumindest ich war vor einigen Jahren noch viel mehr schwarz-weiß in meinem Denken. Ich finde, das ist total limitierend. Das ist total limitierend. Und man muss sich wirklich öffnen und wirklich lernen, diese unterschiedlichen Optionen im Kopf irgendwie abzuwiegen und dann natürlich irgendwie analytisch zu gewichten und zu der richtigen Entscheidung zu kommen.

Iskender Dirik: Tatsächlich habe ich mehr und mehr Gründer, die ein bisschen frustriert sind von, also wir haben immer Gründer, die frustriert sind von VCs, aber die eigentlich genau das umgekehrt sagen und sagen, ey Iskender, die stellen mich ja noch Fragen, die sind aus einer anderen Zeit, was Modes angeht zum Beispiel. So und ey Iskender, ich will die jetzt nicht bullshitten, es gibt ja zu der vor allem frühen Phase. keine Modes. Ja, da stehen dann auf den Slide Decks stehen dann Data Mode, aber es ist ein Aspirational Data Mode, der irgendwann mal vielleicht eintritt. Ja. Und das finde ich sehr erfrischend, was du gerade gesagt hast. Ja. Weil es da schon Kolleginnen und Kollegen gibt, die auch ihr eigenes Denken noch nicht ausreichend gechallenged haben, glaube ich. Ja,

Zoé Fabian-Frey: glaube ich sofort. Was ist deine Frage?

Iskender Dirik: Keine, das war jetzt nur eine Feststellung, aber gerne frage ich dich, was würdest du so einem Gründer empfehlen? Weil er sagt tatsächlich, jetzt sind wir in der Early Stage.

Zoé Fabian-Frey: Ja, genau.

Iskender Dirik: Da gibt es eigentlich noch keine.

Zoé Fabian-Frey: Obwohl doch, wir haben uns kurz mal auch eine Company angeguckt, die glaube ich genau, ich möchte den Namen nicht sagen, aber super High Profile AI Company, die eigentlich genau den Pitch gemacht hat. Das war jetzt für uns in dem Fall wirklich nicht der Richtige. richtige Case, weil es einfach noch ultra früh war. Was würde ich sagen? Auch da Transparenz und Ehrlichkeit. Nein, das ist heute nicht so, weil, aber so plane ich da hinzukommen und das sind die Schritte, die ich nehme, um da jetzt hinzukommen. Also am Ende sage ich, es geht nicht anders und dann sortierst du sowieso aus und wenn die Leute das nicht verstehen. Und die Frustration kenne ich auch. Jetzt geht es nicht um den Datenmode, aber geht es ja insgesamt um, wie baue ich eine Firma auf? Wer versteht die Ambition von Anfang an? Ganz viele Leute verstehen es nicht, aber du weißt selber, was du bauen möchtest und vertraue dir da und versuchst so viel Transparenz zu geben. Und wer es versteht, super. Und wer es nicht versteht... das muss man dann leider akzeptieren und eigentlich eben nicht frustriert sein und nicht persönlich nehmen, weil das hilft dann, so bleibt man nämlich dann auch resilient, weil man merkt, okay, es berührt mich eigentlich gar nicht persönlich. Ist einfach so, it's just what it is.

Iskender Dirik: Ich würde gerne mit einer Schnellfeuerrunde rausgehen, wie immer. Wie würdest du deine Art als Dealmacherin bezeichnen? Wie nimmt dich jemand wahr, der dich das erste Mal am Dealtisch sitzen hat?

Zoé Fabian-Frey: Ambitioniert. Ich weiß nicht, wie viele Worte ich für eine schnelle Antwort habe.

Iskender Dirik: Ruhig nehme ich jetzt aber auch so ein bisschen mit aus dem, was du gerade so erzählt hast. Oder in sich ruhend vielleicht.

Zoé Fabian-Frey: Ja, ich glaube, das macht halt immer Sinn, weil du kannst ja nicht aus dem Reflex oder du möchtest ja nicht aus dem Reflex entscheiden. Aber klar, es ist natürlich schon immer spannend, auch wenn Transaktionen einfach an Fahrt aufnehmen. Das finde ich natürlich auch spannend. Natürlich hast du dieses Deal Dopamine, was Spaß macht und natürlich treibt es auch einen Großteil meines Jobs an. Aber ultimativ ist ja meine Aufgabe. analytische, ruhige Entscheidungen zu richtigen Bewertungen etc. in richtige Firmen zu treffen. Aber es gehört eben auch dazu, zusammenarbeiten zu wollen. Und ich finde, da ist schon auch immer eben dieses Excitement, diese Ambition, das muss schon zusammenpassen und macht dann einfach wirklich auch am meisten Spaß. Es soll ja Freude machen, wenn man unterschreibt, das Termsheet, die Docs.

Iskender Dirik: Wie schaffst du es nicht zu verliebt zu sein in einen Deal?

Zoé Fabian-Frey: Ja, das ist eine strukturelle Herausforderung, die wir aber anders gelöst haben jetzt mit unserer eigenen neuen Firma. Und zwar haben wir natürlich einen Deal-Partner. Ja, wie jeder. Und dann haben wir einen Exit Sparring Partner, wo wir immer pro Deal jemand anders haben, der eben nicht den Deal gemacht hat. Oft auch die Person, die am skeptischsten war im IC, um eben zu überlegen, wo stehen wir jetzt eigentlich gerade wirklich, was sind wirklich unsere Optionen, haben wir wirklich alles gemacht und da so, ja, dann doch auch sehr challenging Gespräche zu führen.

Iskender Dirik: Und Exit-Partner heißt, um zu entscheiden, ob wir exiten oder nicht?

Zoé Fabian-Frey: Ja, nee, gar nicht, sondern ob wir auf dem Track sind. Also das haben wir jetzt so vereinfacht gesagt, auf mehrere Weise, um es unseren Investoren zu erklären. Das ist jetzt gar nicht was, was Unternehmer oder Unternehmerinnen, die mit uns arbeiten, merken würden. Darum geht es nicht, sondern es geht eigentlich eben darum, hintenrum zu erst mal zu... zu akzeptieren, dass du diese Verliebtheit eigentlich kaum rausnehmen kannst. Das haben wir immer wieder gesehen und das ist auch natürlich und so soll das auch sein, weil wir wollen ja mit Foundern eng zusammenarbeiten und gerne zusammenarbeiten und das soll ja für alle erstmal positiv sein und das passiert einfach natürlich, das kannst du eigentlich nicht rausnehmen, aber wir müssen halt immer wieder schauen, sind wir eigentlich on track, sind wir on plan und auch jetzt geht es nicht darum, nächstes Jahr einen Exit zu machen, sondern eher in unserem 4, 5, 6 Jahres Investmenthorizont, den wir in der Regel haben, oder 7 Jahres Investmenthorizont, wo stehen wir da jetzt gerade? Ist das eigentlich realistisch? Und auch da, wir haben jetzt ganz viel über die Qualität von langfristigen Beziehungen gesprochen, auch da willst du ja ganz früh anfangen zu überlegen, mit wem musst du vielleicht heute schon sprechen und auch denen erklären, was deine Product Roadmap ist, um zu zeigen, für den oder den Strategen, das ist mein strategischer Wert, den ich gerade aufbaue, deswegen bin ich für euch relevant und auch da nicht einfach in den Prozess reinzulaufen. Und sofern wir dabei unterstützen können, wollen wir das natürlich auch ebenso früh machen.

Iskender Dirik: Du darfst in zwei deutsche Early-Stage- und zwei deutsche Later-Stage-Fonds investieren. Ihr ausgenommen. In wen investierst du?

Zoé Fabian-Frey: Ich bin ja auch in einigen Fonds investiert. Und ich weiß zwar, dass sie jetzt nicht unbedingt Support brauchen. Ich fange mal auf der Early-Seite an, was Fundraising angeht, weil die sehr gut laufen. Aber ich finde, dass Gloria Puzzle Ventures einen sehr guten Job macht, sehr eng mit Gründern und Gründerinnen zusammenzuarbeiten. Und das ist eigentlich das Feedback, was ich immer wieder bekomme. Klar, sie ist auch in sehr vielen, sehr, sehr High-Profile-Runden dabei, aber schafft es eben, da auch sehr nah dran zu bleiben. Und bringt da auch sehr viel Transparenz mit. Also es ist, glaube ich, sehr, sehr gut aufgestellt. Dann würde ich gerne was, genau, was könnte man noch machen, mehr, vielleicht more so im Deep-Tech-Bereich, ja, nicht weil ich glaube, dass das unbedingt die besten Renditen sind, sondern weil es einfach Portfolio-Construction-wise für mich interessant wäre. mehr im Deep-Tech-Bereich frühphasig zu investieren, wo du einfach noch mehr, ja, eigentlich auch mehr Companies backen kannst, die wir uns oft auch mal ansehen, aber fairerweise nicht. immer für uns machbar sind. Und da hätte ich eigentlich sehr, sehr gerne Exposure zu, aber ich habe den Markt nicht ausgemappt, deswegen fällt es mir sehr schwer, jetzt da den krediblen einen Namen zu sagen. Aber das so als Stoßrichtung. Und Later Stage, da bin ich ja total biased. Das fällt mir ehrlicherweise wirklich schwer. Nicht, weil es nicht viele Firmen gibt, die ich auch sehr respektiere oder mit denen wir uns auch sehr oft austauschen und, glaube ich, einen sehr, sehr guten Job machen. Aber weil, glaube ich, so sehr Late-Stage im deutschen, europäischen Bereich wir schon einer der Namen sind, die more later stage investieren und alles frühphasigere dann schon fast wieder so ein bisschen VC für mich ist, deswegen fällt es mir schwer. Aber klar hast du natürlich schon, du hast glaube ich schon, nicht in der DACH-Region, ich komme jetzt mit irgendwelchen internationalen Namen um. Das fällt mir schwer. Ich enthalte mich aufgrund von persönlichen Bias. Persönlicher Bias ermöglicht es mir leider nicht, da komplett unemotional Antwort zu geben.

Iskender Dirik: Dann hätte ich gerne noch einen Brunch-Tipp in Berlin mit Kindern.

Zoé Fabian-Frey: Ja, also ich weiß nicht, wie gut deine Kinder in Restaurants sind, meine nicht. Deswegen suchen wir immer Locations, wo man auch draußen sitzen kann. Was ich sehr nett finde dafür ist, ich weiß nicht, wie man es korrekt ausspricht, Jomo oder Jomo, in der Rieke Straße. Super easy going, haben auch einen Bereich draußen, wo man sehr, sehr gut essen kann. Und das würde ich auf jeden Fall empfehlen.

Iskender Dirik: Stark, das werde ich ausprobieren, wenn das Wetter mitspielt. Ja,

Zoé Fabian-Frey: genau.

Iskender Dirik: So, jetzt habe ich ja letztens beim Philipp Möhring was ausprobiert. Du hast es eben vorhin schon angesprochen, vor dem Podcast. Das hat ganz gut funktioniert irgendwie. Deswegen mache ich es jetzt mit dir auch. Ich sage dir jetzt ein paar Namen und du sagst mir, wenn du mitmachen magst, welche Assoziation dir in den Kopf kommt. Erik Podzuweit. von Scalable Capital. High Energy. Florian Seibel. Highest Energy. Highest sogar. Florian Seibel, Quantum Systems.

Zoé Fabian-Frey: Hardware is hard.

Iskender Dirik: Nice. So, jetzt musst du auch dran glauben. Philipp Möhring, Tiny Ventures.

Zoé Fabian-Frey: Super smart.

Iskender Dirik: Verena Pausder.

Zoé Fabian-Frey: Wow. Ein Wort für Verena. Schwierig. Ich wollte sagen, auch sehr smart, aber ich glaube, sie vor allen Dingen sehr eloquent.

Iskender Dirik: Habt ihr was gemeinsam. Jetzt darfst du zu allerletzt noch einen Namen nennen, nämlich du darfst ein Chapeau verteilen für jemanden, eine Gründerin, eine Investorin, jemanden aus der Szene, der mehr Anerkennung verdient hat. Mehr Anerkennung. Vielleicht, weil er oder sie wertvolle Arbeit hinter den Kulissen tut, unterm Radar ist. Philipp hat Verena Pausder genannt letztes Mal.

Zoé Fabian-Frey: Würde ich jetzt auch nicht als unterm Radar... Nee,

Iskender Dirik: aber er hat gesagt gerade, genau, Sichtbarkeit heißt nicht unbedingt, hat er gesagt, dass man sehr viel Anerkennung bekommt. Gerade wenn man, da kenne ich mich auch ein bisschen aus, ehrenamtliche Arbeit macht und Menschen gerne unterschätzen, was das hinter den Kulissen an Arbeit wirklich bedeutet.

Zoé Fabian-Frey: Und da ist sie wirklich jemand, der die immer sofort alle verbindet, connectet. Und das ist eigentlich das Wort, was ich vorhin gesucht habe, weil eloquent ist eine Sache, aber sie denkt wirklich. wirklich in Mustern und in Netzwerken und in Opportunitäten. Deswegen würde ich das auf jeden Fall auch unterstützen. Es ist jetzt eigentlich niemand, der die super viel mehr Anerkennung braucht, weil sie hat sie eigentlich schon bekommen. Aber ich finde, man kann nicht genug darüber sprechen. Und das ist Hélène Huby von der Exploration Company. Also ein ganz anderer Space im wahrsten Sinne des Wortes, aber wirklich sehr, sehr langfristige. große Ambition, natürlich jetzt auch nochmal eine große Runde eingesammelt hat, aber ich habe wahnsinnig viel Respekt dafür, wie sie das aufbaut und sich positioniert mit sehr, sehr viel harter Arbeit. Sicherlich auch ein bisschen Kommunikation, aber nicht kommunikationsgetriebene Company an sich ist und das finde ich sehr, sehr beeindruckend.

Iskender Dirik: Dann noch ein letzter Satz zu dir. Deine Philosophie als Investorin in einem Satz.

Zoé Fabian-Frey: Das ist eine sehr gute Frage. Das erste, was mir in den Kopf kommt, ist definitiv wieder langfristige Perspektive. ruhiger Blick auf die Situation, nicht im Impuls, aber durchaus mit sehr viel Spaß. Ich weiß nicht, wie ich das in einen guten philosophischen Satz einrede.

Iskender Dirik: Das war sehr authentisch,

Zoé Fabian-Frey: das ist besser als jeder. Es ist wirklich so, das Fundament muss stimmen und es muss einfach Spaß machen. Und idealerweise macht es nicht nur Spaß, sondern auch noch einen positiven Unterschied. Und das ist das, wenn ich so einen Schritt zurückgebe, auch auf das Portfolio, was wir jetzt wieder aufgebaut haben. Im Health-Tech-Bereich mit vielen spannenden Firmen, die wirklich einen Unterschied machen im alltäglichen Leben von Menschen, im Fintech-Bereich mit auch Produkten, die hoffentlich dazu führen, dass mehr Menschen am Kapitalmarkt investieren und auch partizipieren. Das macht einen großen Unterschied. Dann natürlich das ganze European Resilience-Thema mit Quantum Systems. Da kommen vielleicht auch noch andere Themen hinzu, was ist ja in Anführungsstrichen nicht nur Defense, sondern auch Future of Energy, Future of Manufacturing, alles was eigentlich auch Deutschland antreiben sollte und antreiben wird in der Zukunft. Also super, super spannend und natürlich übergeordnet der Layer AI, der alles verbindet. hoffe ich und versuche ich auch immer die richtige Balance zu finden, natürlich Sachen zu, oder Assets zu selektieren, die unsere Rendite erwirtschaften, optimal, wo es Spaß macht, mit den Foundern zu arbeiten, das ist eigentlich auch sehr, sehr wichtig, wenn man einfach eine Vertrauensbasis hat und den richtigen Weg nach vorne sieht, aber eben auch einen positiven Unterschied macht insgesamt.

Iskender Dirik: Zoé, vielen Dank für die Insights.

Zoé Fabian-Frey: Danke dir. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Iskender Dirik: Ebenso. Wenn dir DEALMACHER gefällt, abonnier auf Spotify, Apple Podcasts oder YouTube. Und fünf Sterne helfen dabei, dass mehr Leute den Podcast finden, die ihn brauchen. Für Tech-Deals, VC-Runden und M&A-Transaktionen sprich mit Peter Möllmann und PXR. Er ist der Anwalt, den ich seit 2015 empfehle. Intro gern über mich, einfach melden. Alles andere – Fundraising, M&A-Beratung, Executive Branding – findest du bei mir auf id.vc. Bis zur nächsten Folge.

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Oct 27, 2026

Tim Stracke, Mitgründer Chrono24 – Mehr Vertrauen in Patek Philippe als in Notenbanken

Tim Stracke hat Chrono24 mit zwei Partnern gekauft, als die Seite noch ein Nebenprojekt war, und daraus den größten Marktplatz für Luxusuhren der Welt gemacht. Investiert sind unter anderem General Atlantic, das Family Office der LVMH-Familie Arnault und Cristiano Ronaldo. Patek Philippe und Rolex vertraut Tim mehr als vielen Notenbanken, weil sie Verknappung ernst nehmen.

Für den Kauf zahlte Tim ein Vielfaches seiner eigenen Schätzung. In späteren Finanzierungsrunden verschickte Chrono24 die Term Sheets selbst und gab die Bewertung vor, auch in der Runde über mehr als 100 Millionen Euro. Dazu: zwei Kündigungswellen, obwohl Chrono24 profitabel war, und warum eine einzige Welle die bessere Entscheidung gewesen wäre.

Dann wird es nerdig, denn Tim und Iskender sind beide Uhrensammler. Tim erklärt, warum er glaubt, dass ein echter Kenner mit Uhren leichter den Markt schlägt als an der Börse. Er verrät, welche Marken Sammler laut Chrono24-Daten zuerst kaufen und welche zuletzt. Im Uhren-Shootout entscheidet er sich immer zwischen zwei Modellen, bis in jeder von drei Preisklassen ein Sieger übrig bleibt. Außerdem: welche Uhr Tim auf Chrono24 kaufte, bevor ihm Chrono24 gehörte.

💰 Iskender ist CEO-Advisor für Fundraising, Exit und Executive Branding.
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DEALMACHER entsteht in Partnerschaft mit PXR – der Kanzlei hinter vielen der größten Tech Deals in DACH. Intro zum Gründer Peter Möllmann über Iskender.

Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

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Oct 13, 2026

Filip Dames, Founding Partner Cherry Ventures – Europa muss jetzt abliefern!

Europa ist on fire, sagt Filip Dames. Aber nur, wenn hier in den nächsten 10 bis 20 Jahren die Firmen für AI, Energie, Defense und Space entstehen. Sonst zahlen wir Miete an die USA und China, um deren Firmen zu nutzen.

Filip hat Cherry Ventures 2012 mit Christian Meermann gegründet. Er erklärt, warum Deep Tech in Europa heute finanziert wird, was vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Ein Beispiel ist die Finanzierungsrunde von 450 Millionen für The Exploration Company. Wie tief er selbst einsteigt, zeigt Proxima Fusion: Vor dem Investment sprach er mit fast allen Fusion-Teams. Inzwischen programmiert er selbst.

Es geht außerdem um Cherrys Bewertungsdisziplin und die Ausnahmen, die sich gelohnt haben. Es geht darum, was AI in der Due Diligence verändert und was sie nicht ersetzt. Und darum, warum Filip LP-Fundraising Spaß macht, während die meisten GPs es hassen. Dazu: warum AI-Gründer nach San Francisco gehören statt nach New York, wann eine Runde wirklich preempted ist und warum Fonds ohne klares Produkt verschwinden.

Und Filip erzählt, warum er als Junge fast Opernsänger geworden wäre und warum es anders kam.

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Sep 15, 2026

Philipp Möhring, Partner Tiny – Der aktivste Early-Stage VC Europas

„Wenn man gut Fundraising machen möchte, braucht man ein interessantes Produkt und man muss ein bisschen arrogant sein."

Philipp Möhring, Gründungs-GP von Tiny, ist der aktivste Frühphaseninvestor Europas. Ein paar hundert Investments pro Fonds, darunter die Unicorns Wayve, Synthesia und n8n.
Mit Iskender spricht er über das Tiny-Modell: nie der Lead, immer am Tisch. Entstanden als 2,5-Millionen-Dollar-Nebenprojekt bei AngelList.

Philipp raist gerade seinen vierten Fonds. Er erzählt, was er von den besten Fundraisern seines Netzwerks gelernt hat und woran er selbst im LP-Fundraising scheitert.

Gründern erklärt er, warum ein Preemptive Offer meist keines ist und was ein Term Sheet über das Vierfache des Plans mit einem Solo-Founder macht.

Und er spricht über sich: drei Jahre Sneaker-Verkäufer bei Snipes, Hip-Hop-DJ, Pfadfinder. Und warum er für seine Töchter alles stehen lässt, ohne weniger zu arbeiten.

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